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BAAR: Personalwechsel in Kita sorgt für Ärger

Vier langjährige Mitarbeiterinnen verlassen das «Spatzennest» kurz nach der Übernahme durch das Unternehmen Small Foot. Die Empörung bei einigen Eltern ist gross, weil versprochen wurde, mit der neuen Trägerschaft werde sich nicht viel ändern.
Rahel Hug
Das «Spatzennest» im vergangenen Oktober; mit Josef Iten, oben, der das Lebenswerk seiner inzwischen verstorbenen Gattin Heidi Iten bis Ende Januar weitergeführt hat. (Bild: Maria Schmid / Baar, 07.10.2016)

Das «Spatzennest» im vergangenen Oktober; mit Josef Iten, oben, der das Lebenswerk seiner inzwischen verstorbenen Gattin Heidi Iten bis Ende Januar weitergeführt hat. (Bild: Maria Schmid / Baar, 07.10.2016)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Das «Spatzennest» in Baar war eine der ersten Kinderkrippen im Kanton Zug. 1995 eröffnete Heidi Iten die Tagesstätte an der Neugasse. Seitdem ist viel passiert. Heute werden in drei Wohneinheiten Kinder betreut. Fast schon zum Inventar gehören vier erfahrene Mitarbeiterinnen, die in Teilpensen als Betreuerinnen tätig sind. Genau diese vier Frauen werden das «Spatzennest» nun aber per Ende Mai verlassen, wie aus einem Brief der Kita-Leitung an die Eltern hervorgeht.

Die Meldung lässt aufhorchen: Erst vor kurzem hat nämlich das Unternehmen Small Foot die Krippe übernommen. Josef Iten hatte das Lebenswerk seiner inzwischen verstorbenen Gattin Heidi Iten bis Ende Januar weitergeführt und dann die Institution in neue Hände gegeben. Das Personal werde weiterhin in «praktisch unveränderter Zusammensetzung» für das Wohl der Kinder sorgen, teilte man den Eltern damals mit.

Vater spricht von «grossem Vertrauensverlust»

Entsprechend enttäuscht zeigen sich nun einige Eltern über den Weggang der vier offensichtlich sehr geschätzten Betreuungspersonen. Ein Vater, dessen Tochter bereits seit anderthalb Jahren in der Kita betreut wird, vermutet wirtschaftliche Überlegungen: «Ich weiss nicht, was vorgefallen ist, aber ich nehme an, dass ihnen die Gehälter gekürzt wurden.» Seine Enttäuschung ist gross. «Es gibt heute wenig Krippen mit erfahrenen, älteren Mitarbeiterinnen. Das war für uns ein grosser Pluspunkt, den die neue Trägerschaft nun verspielt hat.» Die Kita zu wechseln, sei gar nicht so einfach, fügt er an. Er denke deshalb nicht, dass er einen neuen Platz für seine Tochter suchen werde.

Ein anderer Vater spricht von einem «grossen Vertrauensverlust». Die neue Führung habe versichert, es werde sich nichts ändern. Entsprechend fühle man sich nun vor den Kopf gestossen. «Ausserdem ist es unschön für unseren Sohn. Er verliert eine wichtige Bezugsperson. Er ging immer gerne in die Kita.» Wie es nun weitergeht, ist für den Vater momentan noch offen. Einen Wechsel ziehe er aber angesichts der bevorstehenden Veränderungen durchaus in Betracht. Enttäuscht ist auch eine Mutter, deren zwei Kinder im «Spatzennest» betreut werden. «Es ist wirklich sehr schade. Die Frauen waren die wichtigsten Stützen und das Gesicht der Kita. Ihre Art wurde sehr geschätzt.» Ausserdem habe deren langjährige Erfahrung «jungen Eltern Sicherheit und Vertrauen gegeben».

Wie äussert sich Josef Iten zur Entwicklung in der Kita, in der er jahrelang gewirkt hat? Er stehe für einen Kommentar nicht zur Verfügung, sagt er auf Anfrage.

Unterschiedliche Lohnvorstellungen

Die Small Foot AG mit Sitz in Luzern betreibt nach eigenen Angaben 17 Kitas in 13 Gemeinden. Bislang war Small Foot in Luzern und im Aargau vertreten. Mit der Übernahme des «Spatzennests» expandierte das Unternehmen nach Zug. Mitinhaber Fabian Haindl bedauert die Entwicklung in der Baarer Kita. «Wir haben uns nicht gewünscht, dass es so weit kommt», sagt er. Man habe viel Zeit investiert, um eine Lösung zu finden. Er bestätigt, dass unterschiedliche Lohnvorstellungen die Ursache der personellen Veränderungen gewesen seien. «Die Löhne, die wir ange­troffen haben, waren nicht marktüblich», schildert er. Man habe den Angestellten ein «faires Angebot» gemacht, welches dem marktüblichen Schnitt entspreche. «Wir haben uns für eine weitere Zusammenarbeit starkgemacht. Leider haben wir uns mit wenigen Angestellten, welche zudem tiefe Arbeitspensen hatten, trotzdem nicht gefunden.» Fabian Haindl betont, dass der Wechsel im «Spatzennest 1» – dort ist bereits eine neue Leiterin tätig – sehr gut funktioniert habe. «Es ist eine kleine Zahl von Eltern, die nun unzufrieden sind.» Zudem verweist der Geschäftsführer auf Umfragen, die man an anderen Standorten durchgeführt habe. «Die Eltern sind mit unserem Angebot generell sehr zufrieden.» Der Rekrutierungsprozess für die Nachfolge im «Spatzennest» laufe derzeit. Haindl hält fest, dass er offen für «konstruktive Gespräche» mit Eltern sei. «Unsere Türen stehen jederzeit offen.»

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