BAAR: «Räbe-Träff» füllt eine Lücke

Die Fasnachtsgesellschaft, Guggenmusigen und Vereine lancieren eine neue Beiz. Möglich macht es ein Hilferuf.

Silvan Meier
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Verbrennung des Räbechüng auf dem Dorfplatz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Verbrennung des Räbechüng auf dem Dorfplatz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Gemütlich zusammensitzen, Guggenklängen lauschen und die Fasnacht geniessen: Das ist in den letzten Jahren an der Baarer Räbefasnacht immer schwieriger geworden. Denn viele traditionelle Beizen mussten Neubauten weichen. Gerade für ältere Fasnächtler, die mit Maskenbällen oder dem Beizendorf Schränzegg weniger etwas anfangen können, war das ein Grund, die fünfte Jahreszeit kürzer als auch schon zu begehen oder sie gleich ganz auszulassen.

Wider das Beizensterben

«Mer sött», hiess es angesichts der fehlenden Fasnachtsbeizen im Dorf immer wieder. «Das sagen alle», bestätigt auch Stefan Weber, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Baar. «Aber niemand hat etwas gemacht.» Das hat sich nun geändert. Die Fasnachtsgesellschaft selbst hat zusammen mit den Baarer Guggenmusigen Belcantos, Crescendos und Profis-Ohrisch sowie verschiedenen Baarer Vereinen die Initiative ergriffen und den «Räbe-Träff» ins Leben gerufen. Dieser soll die Lücke füllen, die das Beizensterben hinterlassen hat.

Für über 30-Jährige

Allerdings stand der neue Fasnachtstreffpunkt lange Zeit auf der Kippe. Im vergangenen Herbst suchte die Fasnachtsgesellschaft nach Vereinen, die während der Fasnacht im Festzelt mithelfen und servieren – und das lange Zeit vergeblich (wir berichteten). Der mediale Hilferuf fruchtete: In den folgenden Wochen und Monaten füllte sich die Liste der Helfer. Der Lancierung des «Räbe-Träffs» steht nun nichts mehr im Weg. Die Beiz für Fasnächtler «+/– Ü 30», wie es auf einem Flyer heisst, wird zwischen dem Gemeindesaal und dem Restaurant Rössli aufgestellt. Im geheizten Festzelt wird es vom 1. bis 3. März Platz für rund 120 Gäste haben, die «sich auf den Festbänken dieser Welt zu Hause fühlen». Zudem gibt es eine Bar.

Gemütlich und urchig

Nicht nur die Einrichtung, sondern auch die Lautstärke und die Art der Musik richten sich an den «gemütlichen» Fasnächtler (siehe Box). Der Eröffnungsabend steht unter dem Motto «Schlager & Gemütlich». Am Sonntag und Montag sind eine Après-Ski-Party und ein urchiger Abend angesagt.

Der «Räbe-Träff» soll eine Institution an der Baarer Fasnacht werden. Die Fasnachtsgesellschaft und die Guggenmusigen haben sich vorgenommen, den neuen Treffpunkt längerfristig zu etablieren und auch eine Durststrecke in Kauf zu nehmen.

Hinweis

Weitere Informationen auf der Homepage www.raebefasnacht.ch