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BAAR: Räbenvater aus dem Himmelrich

Am Samstagabend wurde in der Fasnachtsgemeinde der 62. irdische Stellvertreter gekrönt. Martin II. Neese ist mit allen Fasnachtswassern gewaschen.
Räbenvater Martin II. Neese nimmt die Huldigungen entgegen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Räbenvater Martin II. Neese nimmt die Huldigungen entgegen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Faschallminister Erich II., Claude I., Prinz der Letzibuzäli, sowie Zunftmeister Erwin I. mit Zunftmutter Doris waren nur einige von vielen gekrönten Häuptern, die den Weg zum Gemeindesaal Baar unter die Füsse genommen hatten, um Martin II. Neese ihre Reverenz zu erweisen. Erfreut nahm das mit Zepter, güldener Kette, Zweispitz sowie Baarer Räbe und Räbevater-Plakette ausstaffierte neue Fasnachtsoberhaupt die Huldigungen entgegen. Eines hatte sich aber bis zu diesen Zeitpunkt bereits gezeigt: Der im Himmelrich, direkt unter dem «Erdbeerihoger» aufgewachsene 62. Repräsentant des Baarer Räbenvolkes ist bereits mit allen Fasnachtswassern gewaschen.

Volk verabschiedete Albert II.
Als Erstes galt es an diesem denkwürdigen Abend natürlich, den noch amtierenden Räbevater Albert II. zu verabschieden. Vor dem feierlichen Akt der Exthronisation war es ihm nochmals gegönnt, gemeinsam mit seinem Hofstaat sowie den alt Räbevätern und weiterem illustrem Volk durch die Räbemetropole zu pilgern. Inzwischen heizten «Die Geschworenen» die Stimmung in dem mit gelben und blauen sowie rot-weissen Ballonblumen und farbigem Krepppapier dekorierten Gemeindesaal an. Nach einigen Anekdoten über das vergangene Jahr als Räbevater musste dieser dem neuen Regenten auf dem Räbethron Platz machen. «In den vergangenen 364 Tagen haben Räbemueter Hedy und ich viel Schönes erleben dürfen», so Albert II. unter anderem in seiner letzten Rede an das Räbevolk.

Der ist das neue Oberhaupt
Der 1961 geborene Martin Neese absolvierte ein Jurastudium an der Universität Zürich. Das Anwaltspatent erhielt er in Zug, wo er nun seit 22 Jahren der gleichen Anwaltsgemeinschaft treu geblieben ist. Er dürfte der erste Räbevater sein, der mit noch schulpflichtigen Kindern durch die fünfte Jahreszeit führt. Räbemueter Sandra wird ihm dabei zur Seite stehen. Fasnächtlich vorbelastet sind beide. An den närrischen Tagen 1991 nämlich lernte Martin II. seine Sandra kennen. Sie war Ehrendame ihres Onkels, des damaligen Räbenvaters August Gysi, Martin ein Lakai.

Nicht pflegeleicht
Es versteht sich von selbst, dass anlässlich der Amtseinsetzung von Martin II. ein vom Zeremonienmeister Urs Odermatt humorvoll und witzig vorgetragener Ausschnitt aus der Biografie des neuen Räbevaters nicht fehlte. So offenbarte Odermatt dem Räbevolk denn allerlei Brisantes – Jugendsünden und Aktuelles. Unter anderem etwa das, dass Martin II. in der Schule nicht unbedingt pflegeleicht war. Und wie er es heute so mit dem Einkaufen hat.

«Ich selber bin völlig unregierbar», so der redegewandte Räbevater in seiner Antrittsrede. Daher sei er auch kein Freund von Regierungserklärungen. «Ich möchte mich viel lieber am Räbechüng orientieren, dessen Stellvertreter ich ja bin.» Etwas lächeln und leuchten – wie dieser – wolle er. «Und vor allem zusammen mit euch den Plausch an dieser Fasnacht haben.»

«D Räbefasnacht isch s Zähni. Räbedibum! Räbedibum! Räbedibum!»

Daniela Sattler

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