BAAR: Revolutionär der Baarer Kunstszene

An diesem Montag wäre der Baarer Künstler Eugen Hotz 100 Jahre alt geworden. Eine Ausstellung nähert sich dem Leben und Werken des verstorbenen Künstlers.

Carina Blaser
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Zwei Besucher schauen sich in der Baarer Schrinerhalle die Ausstellung «Eugen Hotz – Zentrale III» an. (Bild: Werner Schelbert (11. Februar 2017))

Zwei Besucher schauen sich in der Baarer Schrinerhalle die Ausstellung «Eugen Hotz – Zentrale III» an. (Bild: Werner Schelbert (11. Februar 2017))

Carina Blaser

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Ob im Wappen der Gemeinde Baar, in den Kleintheater Rathus-Schüür oder Burgbachkeller – die Spuren von Eugen Hotz lassen sich im Kanton Zug an unterschiedlichen Lokalitäten finden. Seine Handschrift hinterliess der verstorbene Künstler an Bauwerken oder in Bildern, lässt sich in diversen Logos wie beispielsweise der Gemeindebibliothek Baar finden, und als Vater des Räbengäuggels drückte er der Baarer- Fasnacht seinen Stempel auf.

Gradlinig, geordnet und fokussiert: Eugen Hotz war die treibende Kraft der Baarer Kunstszene. Heute würde der Zeichner, Maler und Plastiker seinen hundertsten Geburtstag feiern. Die Annemarie-und-Eugen-Hotz-Stiftung nähert sich mit der Retrospektive «Zentrale III» dem Schaffen des vielseitigen Künstlers. Am Samstagnachmittag fand im Kino Lux in Baar die Vernissage zur Hommage über das Leben und die Kunst von Eugen Hotz statt. Im dunklen Kinosaal taucht man für rund eine Stunde in das bewegte und kreative Werken eines Kunstpioniers ein.

Ein Macher im Hintergrund

Der introvertierte Eugen Hotz wusste bereits sehr früh, dass er technischer Zeichner werden wollte. Eugen Hotz, oder einfach Geny, sei nicht bekannt gewesen als grosser Redner, sondern als Macher im Hintergrund. So auch als Theatermacher. Nicht auf, sondern hinter der Bühne wirkte der Künstler. Gehörte er doch zu den Mitgründern des Cabarets Durzug und war zusammen mit Annemarie Hotz als Leiter und Bühnenbildner hinter der Bühne tätig. Der alte Spittel-Keller verwandelte sich durch die Arbeit des Paares in das Kleintheater Burgbachkeller. Das Theater Rathus-Schüür folgte. Auf feinfühlige Art und Weise taucht man während der Filmvorstellung «Eugen und Annemarie Hotz. Ein Leben für Kunst und Kultur» in das Leben und Werken des Künstlerpaares ein. Er, ein Künstler mit strengen geometrischen Arbeiten und klaren Farbak­zenten. Sie, die extrovertierte, treibende Kraft und Organisatorin. Ein aussergewöhnliches Ehepaar.

Junges Filmteam aus Steinhausen

Entstanden ist der Film in Zusammenarbeit mit einem jungen Team der Steinhauser Agentur Calydo. Freunde des Ehepaares Hotz und Menschen, die mit dem Künstler zusammenarbeiteten, erhalten eine Stimme und schildern die Erlebnisse und Erfahrungen mit Eugen und Annemarie Hotz. Die persönlichen Interviews bilden Schwerpunkt und sind Stärke des Films. Auf gelungene Art und Weise werden Fotografien aus dem Leben von Annemarie und Eugen Hotz gezeigt. Verschiedene Skizzen und Werke von Geny unterstützen das visuelle Verständnis. Es wird deutlich, dass der Künstler durch seine sanfte und revolutionäre Art ein Katalysator der Kunstszene des Kanton Zugs war. Die Ausstellung «Zentrale III» nimmt Bezug auf Zentrale I und II. Zentrale I wurde als Epizentrum des Baarer Kunstschaffenden betitelt. Das Atelier im Restaurant Kreuz in Baar, von 1939 bis 1945, fungierte als Plattform, um den Austausch der Kunstszene zu ermöglichen und Kreative zusammenzuführen. Nach der Heirat von Geny und Annemarie Hotz entstand Anfang der 50er-Jahre ein Zuhause im Stile Hotzs und so die Zentrale II an der Ägeristrasse. Die ergänzende Ausstellung zum Filmprojekt in der Schreinerhalle Baar startet in der Kindheit von Eugen Hotz und endet in der Präsentation der reduzierten, in Weiss gehaltenen und weniger kontrastreichen Spätwerken des Künstlers. Für rund eine Woche kann dank der Annemarie-und-Eugen-Hotz-Stiftung dem Werken und Leben des Baarer Künstlers nahe gekommen werden.

Hinweis

Noch bis diese Woche von Dienstag bis Freitag jeweils von 13.30 bis 19 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr ist die Ausstellung «Eugen Hotz – Zentrale III» in der Schrinerhalle in Baar zu sehen. Die Filmvorführungen im Kino Lux in Baar sind von Dienstag bis Freitag jeweils um 13 Uhr und am Samstag und Sonntag, jeweils um 11 Uhr.