BAAR: Rund 70 Personen erheben Einsprache

Bis gestern sind die Pläne für das neue Asylheim öffentlich aufgelegen. Der Widerstand ist gross. Wie er sich auswirkt, ist derzeit unklar.

Rahel Hug
Drucken
Teilen
Auf der Wiese bei der Obermühle in Baar soll ein Modulbau für Flüchtlinge aufgestellt werden (Archivbild). (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Auf der Wiese bei der Obermühle in Baar soll ein Modulbau für Flüchtlinge aufgestellt werden (Archivbild). (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Rahel Hug

Eigentlich hätten die rund 100 Asylsuchenden im geplanten Modulbau auf dem Areal Obermühle in Baar bereits im Herbst einziehen sollen. Ob dieser Zeitplan nun eingehalten werden kann, steht in den Sternen. Gegen das Projekt der Hotz Obermühle AG sind nämlich zahlreiche Einsprachen eingegangen. Bis gestern lag das Baugesuch öffentlich auf. «Die verschiedenen Einsprachen, zum Teil Sammeleinsprachen, wurden von rund 70 Personen unterzeichnet», schreibt die Gemeinde Baar auf Anfrage.

«Anwohner und Gewerbebetriebe»

Damit bestätigt sie eine Mitteilung der SVP Baar. Die Ortspartei hatte gestern öffentlich gemacht, dass es sich bei den Einsprechern «um über 70 langjährige Anwohner und Gewerbebetriebe der an die Obermühle angrenzenden Quartiere» handelt. Gemäss SVP-Kantonsrat Michael Riboni sind es grossmehrheitlich Privatpersonen aus den Gebieten Schutzengel, Hinterbüelweg, Langgasse, Ägeristrasse und Oberdorf, die sich gegen das Projekt wehren. Doch auf welchem Weg hat die Partei davon erfahren? Von der Bauanfrage der Hotz Obermühle AG hatte die SVP im vergangenen Sommer durch ein mögliches Leck in der Gemeindeverwaltung Wind bekommen. Die Informationen über den aktuellen Widerstand jedoch habe man direkt aus der Anwohnerschaft erhalten, betont Riboni. «Wir stehen in Gesprächen mit den Einsprechern und werden auch weiterhin den Kontakt suchen.» Die SVP begrüsse den Widerstand. «Eine Asylsiedlung mitten in einem Dorf einzurichten, ist alles andere als sinnvoll.» Dass die SVP gegen das Projekt kämpft, ist nicht neu: Erst kürzlich hatten drei Parteivertreter den geplanten Bau als bundesrechtswidrig bezeichnet (wir berichteten). Sie beriefen sich auf den Ortsbildschutz. Die Bauherrschaft und der Gemeinderat jedoch betonten, alle nötigen Abklärungen gemacht zu haben – die Kritik erwies sich als unbegründet.

Welchen Einfluss die Einsprachen nun auf den Baustart des Asylzentrums haben, darauf antwortet der Gemeinderat in seiner Stellungnahme nicht. «Die zuständige Abteilung Planung/Bau ist daran, das Baugesuch zu prüfen. In diesem Zusammenhang werden auch die Einsprachen behandelt», heisst es lediglich. Es handle sich um ein laufendes Verfahren. Auch Rosmarie Müller-Hotz als Vertreterin der Hotz Obermühle AG lässt sich nicht viel entlocken. «Wir warten nun die Einspracheverhandlungen ab», sagt sie.

Weiteres Treffen für Freiwillige

Neben dem Widerstand hat sich auch wohlwollendes Engagement formiert: Ende Januar hat ein erstes Treffen von Freiwilligen stattgefunden, die sich für die Asylsuchenden in Baar engagieren wollen. Am Donnerstag, 25. Februar, findet um 19.30 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus ein weiterer Anlass der Gruppe «Asylnetz Baar» statt.