BAAR: Schlagabtausch unter Oberhäuptern

Die Fasnacht ist das Thema des Ping-Pong- Gesprächs. Dabei gibt es von drei wichtigen Persönlichkeiten auch kleine Beichten zu hören.

Valeria Wieser
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Obwohl Fasnächtler nicht unbedingt fürs Frühaufstehen bekannt sind, haben sich einige am Sonntagmorgen in der Rathus-Schüür eingefunden. Am «Ping Pong», einem Talk mit Gästen, steht ein Thema im Vordergrund: die Fasnacht. Dafür haben sich die Allenwindner Faschallministerin Brigitte Affentranger, der Inwiler Frösche-Zunftmeister Peter Schelbert und der Baarer Räbevater René Tomic im Saal eingefunden. Sie alle haben sich feierlich zurechtgemacht und geben mit ihren unterschiedlichen Trachten ein schönes Bild ab. Auch Moderator Urs Perner hat sich für den Anlass in die Gäuggeltracht geworfen.

Kleine Jugendsünden

Zu Beginn will der Moderator wissen, wie sich die wichtigen Fasnachtspersönlichkeiten nun nach der Inthronisation fühlen. Bald wird klar, dass mit der Ernennung in die jeweiligen Ämter auch etwas Überforderung einhergeht. So erklärt der Frösche-Zunftmeister: «Man wird ja quasi über Nacht in dieses Amt katapultiert. Es braucht etwas Zeit, bis man realisiert, was passiert ist. Aber nun bin ich voller Energie.» Räbevater René Tomic ergänzt: «Vorab fühlte ich eine grosse Spannung und ein Kribbeln, aber irgendwann ist es nur noch schön.»

Urs Perner bleibt nicht nur bei der aktuellen Fasnacht, sondern will wissen, was denn die frühesten Erinnerungen der Gäste an die fünfte Jahreszeit sind. Anschaulich erklärt darauf Peter Schelbert, wie er und seine Freunde als Kinder aus leeren Eimern für Malfarbe Trommeln gebastelt haben. «Weil die Mutter den Lärm nicht ausgehalten hat, sind wir durch die Strassen marschiert und später durch die Beizen gezogen.» Tatsächlich hätten ihnen die meisten Leute etwas Geld in den Hut gelegt. «Vermutlich nur, damit wir schnell wieder verschwinden», erinnert sich der Frösche-Zunftmeister. Faschallministerin Brigitte Affentranger erklärt, dass ihr durch ihre Luzerner Eltern das Fasnachtsfieber «seit früher Kindheit mit eingeimpft wurde».

Das Gespräch wendet sich plötzlich und ähnelt einem Verhör, als Urs Perner nach den Jugendsünden der Fasnachtsoberhäupter fragt. So manches Geständnis kommt auf den Tisch. Während die Faschallministerin und der Räbevater gut wegkommen, beichtet Schelbert Anekdoten aus seiner Kindheit. «Einmal bin ich als Bub mit einem Freund so lange auf einem Mercedes herumgehüpft, bis dieser übersät war mit Dellen. Natürlich wurden wir erwischt.»

Stille auf der Bühne

Damit das Publikum mehr über die Fasnachtsoberhäupter erfährt, wird nach den Hobbys gefragt. Wenig überraschend ist es bei René Tomic, der eine Autogarage führt: das Töfffahren. «Das Spannendste dabei ist jedoch nicht das Fahren an sich, sondern das Herumbasteln an den Motorrädern», berichtet er. Brigitte Affentranger hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Nachdem sie leidenschaftlich Kostüme für ihre Familie genäht hatte, machte sie sich als Schneiderin selbstständig.

Nicht in jedem Bereich tun die Befragten ihre Meinung gleich gerne kund. Als Urs Perner zum Schluss fragt, ob es nicht auch weibliche Frösche-Zunftmeister und Räbeväter geben sollte, wird es auf Seiten der Herren ziemlich still auf der Bühne.