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BAAR: Schnee von gestern? Von wegen ...

Nach jedem Winter schmilzt das Weisse Gold davon – man kann es nicht stoppen. Doch Philipp Christen machte das vermeintlich Unmögliche möglich und präsentierte den Schnee von fast zwei Jahrzehnten.
Kein Eisverkäufer: Philipp Christen hat Schneebälle aus den vergangenen Jahren konserviert. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 1. April 2017))

Kein Eisverkäufer: Philipp Christen hat Schneebälle aus den vergangenen Jahren konserviert. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 1. April 2017))

Fein säuberlich arrangiert lagen die Schneebälle von Philipp Christen vergangenen Samstag von 16 bis 18 Uhr in einer Glace-Tiefkühltruhe im Kunstkiosk Baar. Es handelte sich nur um die exquisitesten Jahrgänge, die das Winterwetter von 2000 bis 2017 zu bieten hatte.

Entsprechend schwindelerregend waren auch die Preise für die unverwechselbaren Unikate. So kostete ein Schneeball mit Jahrgang 2008 beispielsweise satte 1 300 777 Franken, weil es sich dabei um eine unter Kennern besonders hochgeschätzte Rarität handle: nämlich gefrorenes Wasser. Wer weniger tiefe Taschen hat, der konnte auch einen aus dem Jahr 2017 für 0.35 Franken erwerben. Auf einer Fehlliste formulierte Philipp Christen, welche Schneetypen er sich noch für die Sammlung gewünscht hätte. Im Interview betonte er, vor allem der «Pflotsch von der A4» wäre ihm am Herzen gelegen, doch leider sei dieser so gefährlich zu beschaffen.

Vielseitiges Multitalent

Als eine besorgte Ausstellungsbesucherin Philipp Christen warnte, die unbezahlbaren Raritäten könnten schmelzen, quittierte er das mit einem Lächeln und einem Achselzucken. Kunst sei nun einmal vergänglich.

Die Website des Kunstkiosks beschreibt Philipp Christen als «Coiffeur und vielseitiges Multitalent», was er lachend bestätigte. Nebenher macht er zum Beispiel auch Musik und fotografiert. Letzteres liess er auch in Form einer Bildersammlung mit den Motiven Schnee und Eis aus der Schweiz in die Ausstellung einfliessen. «Nur diese Schneebälle auszustellen, wäre mir dann ­ doch fast etwas peinlich gewesen, erklärte er. Vielen Besuchern springt das Datum des 1. Aprils an der Ausstellung ins Auge. So auch dem Zuger Erich Arnold: «Ich war mir fast sicher, dass es ein Aprilscherz wäre. Es war dann ehrlich gesagt fast eine Überraschung, dass hier tatsächlich Schnee ausgestellt ist.»

Doch Philipp Christen betonte wiederholt, die Schneebälle seien wirklich aus den angegebenen Jahrgängen. «Diese Ausstellung ist kein Aprilscherz», sagt er nach kurzem Nachdenken. «Aber, sagen wir es so, es kam sehr gelegen, dass sie sich gerade am 1. April veranstalten liess.» Wie viel Ernst und wie viel Schalk in der originellen Ausstellung steckten, lässt sich kaum beziffern. Aber gerade diese Ungewissheit machte den Event wohl zur echten, unverwechselbaren Rarität. Philipp Christen konnte auf jeden Fall das Projekt Schnee zufrieden abschliessen: «Ich könnte mir gut vorstellen, dass das der Höhepunkt meiner Schneesammlerkarriere war. Als Nächstes werde ich mich wohl der Schneckenzucht widmen.» Man müsse allerdings damit rechnen, dass auch dies wieder einen langen Zeitraum in Anspruch nehme, was ja logisch sei bei Schnecken.

Julian Koller

redaktion@zugerzeitung.ch

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