BAAR: Schulraum im Zentrum: Es besteht Handlungsbedarf

Die Gemeinde hat eine Schulraumplanung erstellt. Neben zwölf zusätzlichen Klassenzimmern und Räumen für die schulergänzende Betreuung wird auch einer Motion der CVP Rechnung getragen.

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Die Gebäude des Schulhauses Sternmatt I stehen im Inventar für schützenswerte Baudenkmäler. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 6. Juni 2017))

Die Gebäude des Schulhauses Sternmatt I stehen im Inventar für schützenswerte Baudenkmäler. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 6. Juni 2017))

Die Ergebnisse der Schulraumplanung für das Baarer Zentrum, Inwil und Allenwinden liegen vor: Der Bericht wurde in einem rund einjährigen Arbeitsprozess von den drei Abteilungen Schulen/Bildung, Planung/Bau und Liegenschaften/Sport in Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro erstellt. Er zeigt, dass vor allem für den Schulkreis Zentrum grosser Handlungsbedarf besteht. «Das Wachstum im Zentrum ist bis 2043/44 ausgewiesen», erklärt Urban Bossard, Rektor der Baarer Schulen. Paul Langenegger (CVP), Baarer Bauchef, sagt: «Wir haben den Handlungsbedarf im Zentrum kommen sehen.»

Nun will der Gemeinderat Platz für zusätzlich zwölf Primarschulklassen, einen sogenannten Zweizüger, und zwei zusätzliche Kindergärten schaffen. Der Bedarf im Schulkreis Zentrum steigt ab 2020/21 bis 2043/44 kontinuierlich auf insgesamt zwölf zusätzliche Klassenzimmer. Ziel ist es, den Zweizüger bis 2024 zu realisieren, damit auch Klassen der Oberstufe dort Platz finden. Für das bestehende Gebäude – Sternmatt I – mit neun Klassenzimmern ist ein «Ausgleich des Nachholbedarfs» geplant. Das heisst: Momentan sind die bestehenden Klassenzimmer mit 56 Quadratmetern zu klein, auch fehlen die Gruppenräume.

Auf dem Gelände des Sternmatt I und II soll eine Dreifachturnhalle realisiert werden, führt Urban Bossard weiter aus. Damit wird der Motion der CVP betreffend «Zusätzliche Dreifach-Sporthalle für Baar» vom 12. August 2016 Rechnung getragen. «Die Machbarkeitsstudie, wo diese Turnhalle am besten hinpasst – auch optisch –, läuft gerade», sagt Bossard. Weiter muss für die schulergänzende Betreuung (SEB), die modulare Tagesschule, Platz geschaffen werden. Nötig ist es laut Schulraumplanung, den Bedarf für 150 Kinder abzudecken. «Heute werden bereits in Spitzenzeiten 70 bis 80 Kinder betreut», weiss Urban Bossard. Rund 1000 Kinder können das SEB-Angebot im Schulkreis Zentrum nutzen. Die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie prüft zudem, wie die bestehenden Bauten des Sternmatt I ins Bild passen, wie viele Neubauten nötig sind und wo diese hinkommen sollen. Denn das heutige Schulhaus, das Hauswirtschaftsgebäude und die Turnhalle stehen im kantonalen Inventar für schützenswerte Baudenkmäler.

«Wenn beispielsweise der Zweizüger zu gross wird, bedrängt er das alte Gebäude, da ist gemäss Denkmalpflege Vorsicht geboten», erklärt Bossard. Das Ziel ist, dass die Ergebnisse noch vor den Sommerferien in der Baukommission und im Gemeinderat besprochen werden können. Wichtig ist der Gemeinde, dass keine Provisorien erstellt werden müssen. «Wenn der Zweizüger ab 2024 Schritt für Schritt bezogen werden kann, brauchen wir keine teuren Provisorien», präzisiert der Rektor. Auch dem Bauchef ist der Verzicht darauf wichtig: «Diese Ausgabe muss verhindert werden.»

«Der Zeitplan ist ambitiös»

Auf die Medienmitteilung über die Schulraumplanung der Gemeinde Baar hat die SVP Baar bereits reagiert: Die zuständige Abteilung Schulen/Bildung habe ihre Hausaufgaben nicht gemacht. «Es stimmt bedenklich, dass trotz vom Gemeinderat beschlossener Erhöhung der Schülerzahl im Schulkreis Zentrum innert Kürze sechs zusätzliche Klassenzimmer benötigt werden», schreibt die Ortspartei. Das Vorhaben komme einer «Hauruck-Übung gleich».

Dem widerspricht Gemeinderat Paul Langenegger: «Die Schulraumplanung ist in beiden Kommissionen (Bau und Schule) intensiv hinterfragt worden, und auch der Gemeinderat hat darüber debattiert – das ist auf keinen Fall eine Hauruck-Übung.» Er bestätigt: «Wir haben einen ambitiösen Zeitplan, auch um Kosten für Provisorien zu sparen. Wir klären alles sauber ab, und die Kommissionen werden stets miteinbezogen.» An der Dezember-Gemeindeversammlung 2017 soll über den Planungskredit für Wettbewerb und Projektierung abgestimmt werden.

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch