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BAAR: Sika bleibt ein eigenständiges Unternehmen

Der Verkauf des Bauchemie- und Klebstoffherstellers Sika an die französische Saint-Gobain hat hohe Wellen geworfen. Saint-Gobain-Chef Pierre-André de Chalendar glättet nun die Wogen: Sika werde ein eigenständiges Unternehmen bleiben, sagt er. Beim Sika-Chef stösst er aber weiter auf Granit.
Logo am Sitz der Sika in Baar. (Bild: Keystone)

Logo am Sitz der Sika in Baar. (Bild: Keystone)

«Wir bauen auf die Stärke von Sika, auf ihre Produkte, ihre Technologien und vor allem auch auf die starke Marke», sagt de Chalendar im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (Onlineausgabe). Das sei die Art, wie Saint-Gobain derartige Beteiligungen führe. «Wir streben keine volle Integration an». Saint-Gobain sei ein dezentral geführtes Unternehmen, das Beteiligungen den nötigen Spielraum lasse.

Zu den Absichten hinter der Übernahme sagt er: «Sika ist ein sehr gutes Unternehmen und passt hervorragend zu Saint-Gobain.» De Chalendar verspricht sich vor allem beim Wachstum Synergien. Beide Unternehmen seien in vielen Ländern tätig. Es gebe allerdings wenig Überschneidungen: «Wir können so die Produkte von Sika in die Regionen von Saint-Gobain bringen und umgekehrt.»

Gegen Fusion der Mörtelaktivitäten

Von diesen Synergien würden alle Aktionäre profitieren. Auf den Einwand, die Sika-Aktionäre seien derzeit aber alles andere als glücklich über die Situation, sagt de Chalendar: «Ja, das trifft zu. Aber das geht vor allem auf die Stellungnahme der unabhängigen Verwaltungsräte sowie des Managements zurück.»

Diese hatten damit gedroht, das Unternehmen zu verlassen. Mittlerweile sei das Sika-Management aber schon nicht mehr so kritisch wie zu Beginn, sagt de Chalendar.

Dass Saint-Gobain den übrigen Aktionären kein Kaufangebot gemacht hat, erklärt der Konzernchef damit, dass dies nicht nötig gewesen sei. «Für uns reicht die Übernahme der Kontrolle, so können wir die Synergien nutzen.» Er rechtfertigt ausserdem die hohe Prämie von knapp 80 Prozent: «Ja, es ist eine hohe Prämie, aber wir müssen für die Kontrolle etwas bezahlen.»

Das Sika-Management hatte am Mittwoch Lösungen gefordert, um den «signifikanten Wertverlust» den das Unternehmen erlitten habe, rückgängig zu machen. Als eine Option wurde genannt, das Mörtelgeschäft von Saint-Gobain in die Sika-Gruppe zu integrieren. «Nein, wir werden das nicht tun», sagt der Saint-Gobain-Chef nun. Das sei auch nicht nötig, um die Synergien zu nutzen.

Schlagabtausch geht weiter - Sika-Chef kontert

Synergien auf der Kostenseite gebe es vielleicht, kontert Sika-Chef Jan Jenisch, «aber das gilt nur für Unternehmen wie Saint-Gobain, die nicht mehr wachsen, nicht aber für Sika».

Jenisch bekräftigt im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (Onlineausgabe) seine Kritik am «sehr speziellen» Vorgehen des französischen Grosskonzerns: «Würde Saint-Gobain Sika vollständig übernehmen, könnte man eine vernünftige Lösung erarbeiten, die auch für Sika etwas bringt (..)».

Trotz de Chalendars abschlägigem Bescheid wirbt der Sika-Chef weiter für den Vorschlag, das Mörtelgeschäft von Sika mit der auf dem gleichen Gebiet tätigen Saint-Gobain-Tochter Weber zu verbinden.

Der Vorteil eines Kaufs von Weber durch Sika sei eine echte Integration, welche zu Synergien im Einkauf und bei der Produktion führen würde, sagt er. Auch die Finanzierung der Übernahme wäre für Sika laut Jenisch machbar, «uns stehen diverse Finanzierungsmöglichkeiten offen».

sda

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