BAAR: Sika-Gewinn ist um einen Fünftel geschrumpft

Der Konjunkturabschwung hat den mehrjährigen Höhenflug des Bauchemiekonzerns Sika gestoppt. Die Aussichten sind ungewiss, ein Personalabbau wird nicht ausgeschlossen.

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(Bild pd)

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Der Reingewinn sank im Vorjahresvergleich um 21,8 Prozent auf 267,4 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit wurden die Erwartungen der Finanzanalysten verfehlt. Der Konzern machte aber darauf aufmerksam, dass es sich um das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte handle. Die Aktionäre sollen deshalb eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividende von 45 Franken je Inhaberaktie beziehungsweise 7,50 Franken je Namenaktie erhalten.

Sika-Präsident Walter Grüebler führte den Gewinnrückgang um rund 75 Millionen Franken vor allem auf drei Ursachen zurück. Die negativen Währungseinflüsse belasteten den Reingewinn erstens mit 53 Millionen Franken. Zweitens kam es zu abrupten Preiserhöhungen bei den Rohstoffen, die Sika nur zum Teil weitergeben konnte. Und drittens wandte der Konzern rund neun Millionen Franken auf, um die regionalen Führungsstrukturen zu verstärken.

Der Umsatz nahm, wie im Januar berichtet, um 1,1 Prozent auf den neuen Rekordwert von 4,573 Milliarden Franken zu. Der Personalbestand wuchs um zehn Prozent auf 12'900 Beschäftigte. Nun will Sika aber nicht optimal arbeitende Produktionsanlagen schliessen und die Kapazitäten lokal der sinkenden Nachfrage anpassen. Dabei wird auch ein Personalabbau nicht ausgeschlossen. Seit letztem Oktober gilt bereits ein Investitions- und Personalstopp. Weltweite Pläne für einen Stellenabbau werden aber nicht für nötig gehalten. Sika hält es zudem für möglich, dass das Unternehmen von den staatlichen Konjunkturprogrammen im Infrastrukturbau profitieren wird. Wann diese Effekte zu spüren seien, sei aber völlig offen, heisst es in der Mitteilung.

«Die globale Wirtschaft sitzt in einem tiefen Loch. Und in einem Loch sieht man bekanntlich nur ein kleines Stück Himmel», begründete Grüebler den Verzicht auf eine Prognose. Analysten verwiesen auf die verfehlten Gewinnerwartungen, begrüssten aber die gehaltene Dividende. An der Börse verlor die Aktie in der ersten Handelsstunde 3,8 Prozent und damit deutlich mehr als der Gesamtmarkt.

ap