Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

BAAR: Tagesambulatorium schliesst eine Lücke

Bei Kindern und Jugendlichen, die akut psychisch erkrankt sind, führt oft eine Gesprächstherapie alleine nicht zum Ziel. Im neuen Tagesambulatorium können sich Fachkräfte nun intensiv um sie kümmern, ohne dass sie von zu Hause weg müssen.
Marco Morosoli
Arbeiten im neuen Tagesambulatorium für Kinder und Jugendliche im Sonnenberg in Baar Hand in Hand: Regula Blattmann (von links), Katharina Starzer, Peter Syfrig und Thomas Dietziker. (Bild: Maria Schmid (Baar, 16. August, 2017))

Arbeiten im neuen Tagesambulatorium für Kinder und Jugendliche im Sonnenberg in Baar Hand in Hand: Regula Blattmann (von links), Katharina Starzer, Peter Syfrig und Thomas Dietziker. (Bild: Maria Schmid (Baar, 16. August, 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister spricht von einem «Meilenstein». Für Thomas ­Dietziker, er ist Direktor des Heilpädagogischen Schul- und Beratungszentrums Sonnenberg in Baar, ist der gestrige Tag «ein wichtiges Datum». Regula Blattmann vom Ambulanten Psychiatrischen Dienst für Kinder und ­Jugendliche (APD-KJ) erwähnt, dass eine «Vision» jetzt umgesetzt werde.

Die drei Exponenten sind Teil eines Projektes, das es im Kanton Zug bis jetzt nicht gegeben hat, dessen Notwendigkeit aber erwiesen ist. Die Rede ist vom ­Tagesambulatorium, einer Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die psychisch erkrankt sind. Untergebracht ist die neue ­Institution in den Räumlich­keiten des Zentrums Sonnenberg in Baar. Am 21. August beginnt die operative Phase.

«Endlich wird ein chronischer Versorgungsengpass in der Psychiatrie des Kantons Zug entschärft», sagt Martin Pfister. Gedacht ist das neue Angebot in Baar für Heranwachsende, für welche eine ambulante Behandlung ihres Leidens nicht mehr ausreicht, aber eine stationäre Unterbringung noch nicht erforderlich ist. Es stehen sechs Plätze für Jugendliche zur Verfügung. Das ganze Projekt ist auf eine ­Belegung von durchschnittlich 80 Prozent ausgelegt. Dass eine Vollbelegung nicht angestrebt wird, hat einen Grund. «Wir können so schneller reagieren, wenn unsere Dienste gefragt sind», sagt Regula Blattmann vom APD-KJ. Ein weiterer Vorteil der neuen Institution liegt für die stellvertretende Chefärztin auf der Hand: «Mit dem wohnortsnahen Angebot können wir besser und gezielter auf Problemstellungen reagieren.» Im Weiteren müssen die schulpflichtigen Kinder während ihrer intensiveren Behandlung nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen werden. Bis anhin hat es in Zug nur die ­Variante einer stationären Behandlung in einer ausserkantonalen Institution gegeben. Blattmann erinnert daran, dass bei einer solchen Delegation oft auf einen Platz gewartet werden müsse. Mit dem neuen Angebot fallen die akuten Fälle im Bereich der Kinder und Jugendlichen nun nicht mehr zwischen Stuhl und Bank.

Auch andere Lösungsansätze geprüft

Wie der Gesundheitsdirektor Martin Pfister sagt, habe der Kanton versucht, mit anderen Ständen eine Lösung zu finden. Die Gespräche seien im Sande verlaufen. Zug habe deshalb den Alleingang gewagt. Bis die ersten Kinder ihre Behandlung erhalten, hat es, weil verschiedene Parteien ­involviert waren, viele Gespräche gegeben und Vorarbeiten gebraucht. Jetzt sei eine gute Lösung gefunden worden. Die Nähe zum Zentrum Sonnenberg ist ­gewollt. Für die medizinische ­Betreuung der Kinder ist der APD-KJ verantwortlich. Das integrierte Schulangebot wird von den Fachpersonen des Zentrums Sonnenberg sichergestellt. «Wir haben zwei Arbeitgeber, sind aber ein gutes Team», sagt Regula Blattmann. Ziel ihrer Arbeit: Wiederintegration der Betroffenen in den gewohnten Alltag.

Die Kosten für das neue Angebot betragen bei einer Belegung von 80 Prozent jährlich 930 000 Franken. Der Kanton Zug trägt 485 000 Franken, die Gemeinden 280 000 Franken, den Rest übernehmen die Versicherer der betreuten Kinder.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.