BAAR: Tempo-30-Zone wird verbessert

Seit einiger Zeit gilt auf der Dorfstrasse Tempo 30. Besonders der Rechtsvortritt hat bei Autofahrern für Verwirrung gesorgt. Jetzt soll Klarheit geschaffen werden.

Wolfgang Holz
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An der Kirchgasse in Baar zeigt ein neues Schild, wer hier Vortritt hat. (Bild Maria Schmid)

An der Kirchgasse in Baar zeigt ein neues Schild, wer hier Vortritt hat. (Bild Maria Schmid)

Wolfgang Holz

Bei der Rushhour durchs Zentrum von Baar musste man in den letzten Monaten besonders aufmerksam hinterm Steuer sein. Denn es konnte schnell passieren, dass es krachte, weil der Vordermann abrupt bremste. Es ereigneten sich denn auch einige Auffahrunfälle. Grund: Nicht alle Autofahrer haben sich bis jetzt an die neuen Rechtsvortritte aus der Altgasse, Kirchgasse, Bahnhofsstrasse und Leihgasse gewöhnt. Diese waren ja bislang der Dorfstrasse untergeordnet.

Seit Dezember 2014 gilt jedoch Tempo 30 in der Dorfstrasse – und damit haben besagte Seitenstrassen plötzlich Vorrang gegenüber dem Verkehr auf der viel breiteren und viel stärker befahrenen Dorfstrasse. Um genau diese Änderung des Reglements Autofahrern und anderen noch deutlicher vor Augen zu führen, lässt die Gemeinde nun mittels baulichen Massnahmen nachbessern. «Das Ganze kommt auf rund 70 000 Franken», sagt Bauchef Paul Langenegger.

80 Prozent konform

Die Massnahmen betreffen in erster Linie die Einmündungen besagter Seitenstrassen. Denn diese hatten bis jetzt nach wie vor den Charakter untergeordneter Strassen und irritierten Autofahrer. An der Altgasse hat die Gemeinde den Asphalt deshalb bereits farb- und niveaugleich der Fahrbahn auf der Dorfstrasse angepasst – so dass die bisherigen Hierarchieunterschiede der Strassen ausgelöscht sind. Auf gleiche Weise werden derzeit die Leihgasse beim Rathausplatz und nächsten Sonntag die Bahnhofstrasse umgebaut. «Besonders die Wassersteinführung an der Einmündung der Leihgasse hat gestört – diese wird deshalb entfernt», erklärt Sicherheitschef Pirmin Andermatt. Seinen Beobachtungen zufolge haben sich inzwischen mehr Autofahrer an die Tempo-30-Zone mit ihrem neuen Rechts-vor-Links gewöhnt. Gemäss Geschwindigkeitsmessungen letzten Dezember würden sich rund 80 Prozent der Autofahrer ans vorgeschriebene Tempo halten. «Damit es rund läuft, braucht es eben eine gewisse Eingewöhnungszeit und ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmer», beschwört Andermatt.

Was die bauliche Umgestaltung der Kirchgasse betrifft – der kleinsten und am wenigsten befahrenen der Seitenstrassen – herrscht indes noch nicht Klarheit. Zwar hängt auch hier seit kurzem, wie an der Altgasse, ein nigelnagelneues Verkehrsschild, das vor einer Kreuzung mit Rechtsvortritt warnt. Aber ob dies so bleibt, hat der Gemeinderat noch nicht entschieden. «Es könnte auch sein, dass der Rechtsvortritt wieder aufgehoben wird oder dass man die Einmündung neu einfärbt», so Andermatt. Das klingt plausibel, könnte die Autofahrer aber erneut verwirren. Der CVP-Gemeinderat wünscht sich deshalb: «Aus Gründen der Einheitlichkeit wäre es naheliegend, dass man die Kirchgasse ebenfalls ‹hierarchiegleich› zur Dorfstrasse asphaltiert – wie alle anderen Rechtsstrassen auch.»

Polizei: «Keine Probleme»

Laut Aussage der Zuger Polizei hat «die Einführung der Tempo-30-Zone keine polizeilich relevanten Probleme verursacht«, versichert Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Verkehrsberuhigte Strassen hätten heute keinen Seltenheitswert mehr, und die Verkehrsteilnehmer seien mit den geltenden Regeln auf solchen Abschnitten zumeist vertraut. Daher sei auch die Sicherheit der Fussgänger gewährleistet, weil der Autoverkehr nun langsamer fahre. Normalerweise gibt es in Tempo-30 Zonen ja keine Zebrastreifen, in der Dorfstrasse konnten immerhin sieben erhalten werden. «Natürlich begrüssen wir es, dass die baulichen Massnahmen bald abgeschlossen sind und die Vortrittsrechte für jedermann klar ersichtlich sein werden», so Schlatter.