Baar
Trotz Corona: Das Programm der Rathus-Schüür steht

Alles ist aufgegleist, aber ob es stattfinden wird wie geplant, steht noch in den Sternen. Gesichert ist jedenfalls der Bühnenauftritt von Sebastian Krämer am 11. März.

Andreas Faessler
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Die Show von Sebastian Krämer wird aus der Aula Sennweid live im Internet übertragen.

Die Show von Sebastian Krämer wird aus der Aula Sennweid live im Internet übertragen.

Bild: PD

Die Fallzahlen mögen kontinuierlich sinken – was aber vorläufig unverändert bleibt, ist die Unsicherheit bei den Kulturveranstaltern. Wann geht's wieder los? Unter welchen Voraussetzungen kann der Bühnenbetrieb stattfinden? Was geschieht, wenn dann doch alles wieder zumachen muss? Trotz dieser offenen Fragen hat die Rathus-Schüür Baar ihr Programm von März bis Juni jetzt publiziert, denn die Hoffnung stirbt ja zuletzt, wie's so schön heisst.

Dennoch hat die Programmverantwortliche Susanne Zehnder nach einer alternativen Darbietungsform gesucht, zumindest was den Eröffnungsact vom Donnerstag, 11. März, betrifft. Angekündigt ist der Kabarettist und Liedermacher Sebastian Krämer mit seinem Programm «Im Glanz der Vergeblichkeit – vergnügte Elegien». Seine Show wird um 20.30 Uhr als Livestream via Internet übertragen. Tickets für 20 Franken sind unter www.rathus-schüür.ch bis um 16.30 Uhr am Aufführungstag erhältlich.

Wunderbare Unterhaltung

Der Name ist sozusagen Programm: Krämer führt seinem Publikum bild- respektive liedhaft vor Augen, wie wohltuend und vergnüglich die düstere Seite des Lebens sein kann. Die Quellen seiner Inspiration sind zwar alles andere als froher Natur, aber was Krämer daraus macht, erwärmt die Seele und unterhält köstlich. So etwas muss man erst mal beherrschen.

Nach aktuellem Stand ist die Show von Sebastian Krämer die einzige im Programm, welche als Livestream angeboten wird. Somit bleibt die Durchführbarkeit der weiteren Bühnenanlässe in der Rathus-Schüür bis auf weiteres ungewiss. Es gebe viele Künstlerinnen und Künstler, die sich mit einer Übertragung ihrer Darbietung aus dem leeren Bühnenraum ins Internet nicht anfreunden könnten, sagt Susanne Zehnder. So hofft sie denn auch das Beste, dass die weiteren Acts auf dem Programm vielleicht regulär stattfinden können, je nachdem wie sich die Pandemie-Situation in den kommenden Wochen entwickelt. Für diese Spielzeit sind sämtliche Anlässe in die Aula Sennweid verlegt – dort lassen die Platzverhältnisse eine Umsetzung von Coronamassnahmen besser zu als in der viel kompakteren Rathus-Schüür.

Perlen der Kleinkunst

Das Programm listet auch diesmal wieder einige illustre Namen. So ist beispielsweise der österreichische Startenor Andreas Winkler mit einem Widmungsprogramm für Enrico Caruso anlässlich dessen 100. Todestages zu Gast (25. März) oder Ex-Acapickels-Lady Barbara Hutzenlaub aus dem Spätzleland (9. April). Auf den Wortkünstler Simon Chen mit einer Vorpremiere zu «Ausserordentliche Lage» (15. April) folgt Satiriker Bernd Gieseking mit einem Best-of (6. Mai). Und nach dem Kabarettisten und Komponisten Olaf Bossi (20. Mai) gehört die Bühne Nadja Räss und Markus Flückiger mit einer ordentlichen Portion Volksmusik (27. Mai). Und wenn das Wetter mitmacht, läutet am 6. Juni eine Open-Air-Jazzmatinee das Programm-Ende ein, welches mit der erprobten Kleinkünstlerin Olga Tucek und viel musischem Stoff für Kopf und Herz endet (24. Juni).

Als Co-Veranstalter sind wie immer zum einen der Donschtig-Träff mit im Programm vertreten. Diesmal geht es um die Faszination Natur (18. März), um die Lieder von Mani Matter (15. April) und um das Verstehen von Männern (27. Mai). Und zum anderen präsentiert die Bibliothek Baar am 19. April den bekannten Schweizer Schriftsteller Pedro Lenz mit einer Lesung aus seinem Roman «Primitivo».