BAAR: Umzug Baar ganz im Sinn des Räbevaters

Am Strassenrand sind Verpflegungs­stände aufgebaut, auf die hungrigen Besucher warten Bratwürste und Süssigkeiten. Es ist jedoch nicht Chilbi, wie die Eisbären, Prinzessinnen und Cowboys auf der Strasse zeigen.

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Die UBS wird von der Fröschenzunft Ebel vorgeführt. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Die UBS wird von der Fröschenzunft Ebel vorgeführt. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Am Sonntag Nachmittag hat in Baar der grosse Fasnachtsumzug stattgefunden. «Ich freue mich jedes Jahr von neuem auf den Umzug», so Gemeindepräsident Andreas Hotz.

An der Fasnacht ist er als Räbegäuggel unterwegs. Er trägt blaue Hosen, ein rot-weiss gestreiftes Oberteil und eine rote Zipfelmütze. An dem Gewand sind viele Glocken befestigt, die bei jedem Schritt läuten. Ein Fasnachtsumzug sei stets ein Highlight und dürfe nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. «Die Teilnehmer investieren extrem viel Zeit sowie Arbeit und sind mit Herzblut dabei.»

Neben den Fasnächtlern haben sich die Mitarbeiter des Werkhofs für den Umzug eingesetzt. «Die Equipe war früh auf den Beinen, um die Strassen zu räumen», so Hotz. Sie seien ganz im Sinne des Räbevaters Albert II. Wismer «top motiviert.» Dies sei das Motto der ganzen Fasnacht. Und so verteilt Hotz mit viel Elan Programme an die Zuschauer und begrüsst bekannte Gesichter. «Könnt ihr denn alle schon lesen?», fragt er dabei mit einem breiten Grinsen einige Kinder.

Übertragung im Internet
Schliesslich bleiben noch ein, zwei Minuten und dann «klöpfts», wie Hotz nach einem Blick auf seine Uhr feststellt. Den Anfang macht der Tambourenverein aus Wädenswil. Der Gemeindepräsident beobachtet das bunte Treiben inzwischen von der Tribüne aus. Sogar Fasnächtler, welche sich nicht in Baar aufhalten, haben die Gelegenheit, den Umzug live zu verfolgen: «Dieses Jahr führen wir erstmals eine Übertragung im Internet durch», so Marcel Feuchter, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Baar.

Dabei gehe es nicht darum, den Umzug von der warmen Stube aus zu sehen. «Bei diesem Wetter traut sich bestimmt jeder hinaus. Es ist richtiges Fasnachtswetter.» Er hätte zwar Schlimmes befürchtet am Morgen, nun spiele das Wetter jedoch tiptop mit, sagt Hotz. Und so kann der Löschzug Dorf seinen Wagen mit dem Kantonsspital, unter dem Motto Geiz ist geil, trocken durch die Strassen fahren. Der Wagen ist ganz in weiss gehalten, aus einer Kanone schiessen Konfettis während ein Arzt in grüner Operationskleidung von einem Bett aus telefoniert.

«Es gefällt mir, dass die Wagenbauer sowohl lokale als auch nationale und internationale Aspekte zum Ausdruck bringen», so Hotz. Die kurz darauf folgende Wagenbauergruppe Leematt, hat ein schweizerisches Thema umgesetzt: Cervelat und seine Häute. «Die Technik dieses Wagens ist speziell», findet Hotz. Denn es werden Plastikwürste aufgeblasen, welche neben dem Wagen herfliegen.

Freizeit und Alltag
Nebst diesen aktuellen Themen wird den Zuschauern das Leben des Räbevaters nähergebracht. Seine Ferien- und Freizeit veranschaulichen die Provinzler Deinikon mit einer Skipiste inklusive Schlepplift.

Die Gruppe Räbevaters Büetzer ist mit grünen Traktoren unterwegs, als Anspielung auf den Geschäftsalltag von Albert II. Wismer. Für allgemeine Begeisterung und spontanen Applaus sorgt der Wagen der Guggemusik Sonnechöbler aus Ebikon.

Unter dem Motto Bauer sucht Frau wird auf dem Wagen ein exakt gestaltetes Bauernhaus mitgezogen. «Das könnte man gleich als Haus benutzen», so Hotz. Schliesslich wird der Umzug von den Los Contineros aus Zug, eine von insgesamt zwölf Guggenmusiken, beendet. Damit ist die Fasnacht für Hotz jedoch nicht zu Ende: «Wenn ich gesund bleibe, ziehe ich es bis Mittwoch voll durch.»

Miriam Scherer