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BAAR: Unterfeld Nord nimmt Züge an

Die Gemeinde hat einen Quartiergestaltungsplan für das Unterfeld Nord ausgearbeitet. Dieser zeigt auf, in welche Richtung das Projekt in seinen Grundstrukturen gehen soll. Im Juni soll der Plan vors Volk.
Andreas Faessler
Das Unterfeld Baar/Zug soll bebaut werden. Fotografiert am 10. Januar 2018 in Baar. Zuger Zeitung/Maria Schmid Feld, Fläche, Wiese, Bau, Bauplan, (Bild: Maria Schmid (Baar, 10. Januar 2018))

Das Unterfeld Baar/Zug soll bebaut werden. Fotografiert am 10. Januar 2018 in Baar. Zuger Zeitung/Maria Schmid Feld, Fläche, Wiese, Bau, Bauplan, (Bild: Maria Schmid (Baar, 10. Januar 2018))

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Die Gemeinde Baar gibt in Sachen Überbauung Unterfeld nun eine neue Stossrichtung vor, nachdem das gemeinsame Grossprojekt mit der Stadt Zug vom Volk knapp abgelehnt worden ist. Über die Pläne informierten Baars Bauvorsteher Paul Langenegger und Projektleiter Michael Camenzind am Dienstagabend im Gemeindesaal.

So fokussiert sich Baar jetzt in erster Linie auf die Bebauung des nördlichen Teils der Parzelle im Unterfeld, welche auf Gemeindeboden liegt. Dabei will die Gemeinde insofern «gemächlicher» vorgehen, als sie dem Volk erst einen Quartiergestaltungsplan vorlegen will, bevor es um den Nutzungsplan geht. Das heisst, dass im Verlauf des Planungsprozesses Optionen offen bleiben und der Plan laufend geprüft und nach Bedarf angepasst werden kann. «Wir brauchen einen gewissen Spielraum für die Weiterentwicklung», nannte es Michael Camenzind wörtlich. «Und mit diesem schrittweisen Vorgehen bleibt das Ganze für die Bevölkerung überschaubarer.»

Der Gemeinderat schlägt eine Umzonung des Grundstücks in eine Zone mit speziellen Vorschriften vor. Fest steht mittlerweile, dass die Überbauung Unterfeld Nord ein reines Arbeitsgebiet von hoher Dichte mit bis zu 1000 Arbeitsplätzen wird, welches gegebenenfalls in Etappen überbaut werden kann. Wohnflächen werden hier nicht entstehen. Dafür ist die Überbauung Unterfeld Süd – eine Mischzone – vorgesehen. Die Planung für das Gebiet Unterfeld Süd erfordert einen Neustart, wofür es ein separates Verfahren gibt (siehe Box).

Freiräume und eine Verbindungsachse

Die Quartierplanung für das Unterfeld Nord ist nach einer Verdichtungsstudie nun konkret ausgearbeitet und von der Planungskommission sowie im Gemeinderat beraten worden – der Plan beschreibt die Grundzüge der späteren Quartierstruktur. Eine zentrale Komponente und zugleich Pflichtbestandteil davon ist die Sicherung einer Nord-Süd-Verbindung innerhalb der entstehenden Quartiere. Hierfür wird die derzeit im Nichts endende Oberneuhofstrasse weitergeführt. Sie ist für den motorisierten Individualverkehr gesperrt, wird Fussgängern und Radfahrern dienen und entsprechend attraktiv gestaltet.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll auf der Strasse allenfalls eine öffentliche Buslinie verkehren, welche die Bahnhöfe Baar und Zug verbindet. Der bestehende Fuss-/Radweg entlang der Bahnlinie wird um einige Meter verlegt werden müssen, um die Interessenlinie der SBB zu wahren.

Ebenfalls Pflichtbestandteil des Quartierplans ist die Sicherstellung von einem Quartierfreiraum von insgesamt zirka 1900 Quadratmetern – voraussichtlich verteilt auf zwei Flächen. Die baumbestandene Diagonale zwischen Oberneuhof- und Nordstrasse soll erhalten und zu einem Verbindungskorridor umgestaltet werden. «Wir wollen auch davon absehen, dass lange Fassadenfronten entstehen», erklärte Michael Camenzind weiter. Eine «Verzahnung» der Gebäudegrundrisse mit dem Verbindungskorridor, Rücksprünge einzelner Bauten und Freiräume sollen eine zu blockhafte Erscheinung der Bebauung verhindern und Blickbezüge schaffen.

Eine Hochhauswüste, wie einige angesichts des Ursprungsprojekts befürchtet hatten, wird es im Unterfeld Nord nicht geben. Vorgesehen ist eine Höhe der Bauten bis 23,5 Meter. Variantenstudien haben ergeben, dass je nach Bedarf und Verdichtung eine Maximalhöhe von 29 Metern möglich wäre. Man bleibt also auf jeden Fall unterhalb der Masse, welche in der Schweiz ein Hochhaus definieren.

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Präsentation des Quartierplans am Dienstag war die Verkehrsfrage. So war dies auch das zentrale Anliegen in der anschliessenden Fragerunde. Wird mit der Überbauung der Verkehr auf der ohnehin schon stark ausgelasteten Nordzufahrt nicht noch dichter? Dass Neubauten stets auch einen gewissen Mehrverkehr generieren, liegt auf der Hand. Deshalb planen die Verantwortlichen, die maximal zulässige Anzahl Parkplätze im neu entstehenden Quartier um einen Viertel zu reduzieren und durch die Attraktivität der Erschliessungsachsen – Stichwort Aufenthaltsqualität – sowie durch die Nähe zu den Bahnstationen Neufeld und Lindenpark Anreize zur Benutzung des öffentlichen Verkehrs zu schaffen.

«Was den Mehrverkehr betrifft, so haben wir mit diesen Massnahmen bei der Planung das Nötigste vorgenommen», so Michael Camenzind. Es lägen zwar Verkehrsgutachten vor, und der Kanton habe eine Studie zur Nordzufahrt machen lassen. Genaue Zahlen zum potenziellen Mehrverkehr, welchen die Bebauung Unterfeld bringt, gebe es aber noch keine. «Das zusätzliche Verkehrsaufkommen hängt stark davon ab, was sich in den Neubauten für Gewerbe niederlässt», schloss Camenzind. «Sicher wird es keinen ‹Verkehrsgenerator› wie einen Supermarkt oder Ähnliches geben.»

Den Nutzungsbedarf ausloten

An dieser Stelle liessen die drei Grundeigentümer die Anwesenden wissen, dass sie sich über die Art Gewerbe, welches sich in die Büros einmieten soll, noch keine konkreten Gedanken gemacht haben. Man wolle damit zuwarten, bis das Projekt bei der Nutzungsplanung angekommen sei. Schliesslich müsse dem Quartiergestaltungsplan erst noch zugestimmt werden. «Wir hoffen auf ein Ja der Gemeinde», hiess es seitens Grundeigentümer. «Danach loten wir aus, welcher Nutzungsbedarf besteht.» Der Quartiergestaltungsplan liegt nun öffentlich auf – dies noch bis am 5. Februar. Ziel ist es, an der Gemeindeversammlung am 13. Juni über diesen sowie die Anpassung des Zonenplans zu befinden.

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