BAAR: Verkehr ist einer der Knackpunkte

Am Orientierungsabend der Gemeinde zum Unterfeld konnten die Fachleute und der Gemeinderat viele offene Fragen klären. Trotzdem ist eine gewisse Skepsis gegenüber dem Grossprojekt spürbar.

Rahel Hug
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Die Visualisierung zeigt, wie der neue Stadtteil zwischen Zug und Baar dereinst aussehen könnte. (Bild: Visualisierung: PD)

Die Visualisierung zeigt, wie der neue Stadtteil zwischen Zug und Baar dereinst aussehen könnte. (Bild: Visualisierung: PD)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Der neue Stadtteil, der auf dem Gebiet Unterfeld entstehen soll, erregt die Gemüter. In den Leserbriefspalten wird kontrovers über den Bebauungsplan, der in Zug und Baar am 12. Februar zur Abstimmung kommt, diskutiert: Während er auf der einen Seite als mustergültig bezeichnet und der Anteil preisgünstiger Wohnungen gelobt wird, spricht die andere Seite von einem «Klein-Manhattan» und kritisiert, das Quartier nehme keine Rücksicht auf bestehende Strukturen.

Dass aber noch längst nicht alle Meinungen gemacht sind, zeigte sich an der Orientierungsveranstaltung vom Dienstagabend in Baar. Gemeindepräsident Andreas Hotz, Bauchef Paul Langenegger, Simon Hartmann von den HHF Architekten AG, Planer Michael Camenzind (Suter von Känel Wild AG) und Schulpräsidentin Sylvia Binzegger stellten das Projekt vor. Wer bis anhin das Abstimmungsbüchlein noch nicht gelesen hatte, erhielt während rund 40 Minuten die wichtigsten Informationen. Gekommen waren neben zahlreichen Baarern einige Interessierte aus Zug, aber auch sie vermochten die Reihen im Gemeindesaal nicht ganz zu füllen.

In der Diskussions- und Fragerunde zeigte sich: Neben der Dichte und der Art der Bebauung beschäftigt die Bevölkerung vor allem die Erschliessungsfrage und generell das Wachstum. Aber auch Fragen zur Energieversorgung und zum geplanten Park inklusive See kamen aufs Tapet. Peter Deuber aus Zug etwa schlug vor, auf einen Grossteil der Hochhäuser zu verzichten. «Hier wurde schlicht zu viel reingepackt.» Man könne das bestehende Infrastrukturnetz nicht noch stärker belasten. Die Dichte sei durch die Politik so vorgegeben, entgegnete Simon Hartmann und erklärte die Aufgabenstellung, mit der sich sein Team befassen musste: «Die Frage war: Wie erreichen wir Dichte und gleichzeitig Wohnqualität?»

Ein Ortsbus für das Quartier ist angedacht

Der Baarer SP-Kantonsrat und -Präsident Zari Dzaferi wollte Details zum See erfahren, während ein weiterer Votant Vorbehalte betreffend die Grundwasser­flüsse äusserte. Das Gebiet sei ein Wasserbecken, gab er zu bedenken. «Die Situation ist kompliziert», bestätigte Hartmann und sprach unter anderem über den Stampfibach, der umgelegt werden muss. Zu den Grundwasserströmen habe man ein Gutachten erstellt, und es liege ein Umweltverträglichkeitsbericht vor. Der See wiederum reinige sich selber, erklärte der Architekt und beantwortete gleich eine Frage, die wohl vielen unter den Nägeln brannte: Ja, man wird im Gewässer auch schwimmen können.

Beim Thema Verkehr war Michael Camenzind gefragt. Insbesondere die bereits jetzt stark befahrene Nordstrasse wird durch die Überbauung zusätzlich belastet. «Die Anzahl Parkplätze wurde deshalb stark reduziert», legte der Fachmann dar. Innerhalb des Parks wiederum werde man zu Fuss unterwegs sein. «Der Verkehr wird am Rand der Überbauung in die Tiefgaragen geführt.» Paul Langenegger gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass ein Ortsbus für das neue Quartier angedacht sei. «Diesbezüglich laufen Gespräche mit dem Kanton.» Ein Mann aus dem Publikum wollte weiter wissen, weshalb das Projekt nicht energie­autark geplant worden sei. Die Antwort von Camenzind: «Auf der Ebene Bebauungsplan haben wir noch keine Gelegenheit, energetische Fragen zu regeln.» Die Nachhaltigkeit spiele aber generell eine wichtige Rolle.

Zu guter Letzt ging es am Dienstag auch um die Frage, was passiert, wenn die Bevölkerung das Projekt bachab schicken würde. «Wir haben keinen Plan B», sagte dazu Andreas Hotz. Fest steht aus aktueller Sicht nur so viel: Das Unterfeld würde wohl trotzdem überbaut.