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BAAR: Zuger erhält 20 Jahre alten Feriengruss

Hugo Brösel und seine Lebensgefährtin hatten beide eine Postkarte im Briefkasten, die 1995 abgeschickt wurde. Wo sie stecken geblieben ist, bleibt unklar.
Vor 20 Jahren wurde die Postkarte in der Toscana an Hugo Brösel abgeschickt. (Bild: Stefan Kaiseer / Neue ZZ)

Vor 20 Jahren wurde die Postkarte in der Toscana an Hugo Brösel abgeschickt. (Bild: Stefan Kaiseer / Neue ZZ)

Samantha Taylor

Als Hugo Brösel Anfang Woche seinen Briefkasten in der Baarer Burgmatt leerte, machte er grosse Augen. Denn zwischen der Zeitung, den Werbungen und den übrigen Briefen fand er auch eine Postkarte. In der Ferienhochsaison soweit eigentlich nichts ungewöhnliches. Doch als er die Karte umdrehte und einen Blick auf den Absender und den Poststempel warf, staunte der 69-Jährige nicht schlecht: 11. 8. 95 stand da. «Ich konnte es kaum glauben. Die Karte war fast 20 Jahre lang unterwegs, bevor sie zu mir gekommen ist», sagt Brösel. Abgeschickt wurde der Feriengruss in Italien, genauer gesagt in Castiglione della Pescaia in der Toscana. Der Absender berichtet Hugo Brösel den er mit Billy – anspricht, dass er auf der Reise fehle. «Ich höre dich nur übers Tonbändli. Hoffentlich sehe ich dich bald wieder an einem deiner Auftritte!» Unterschrieben ist die Karte mit: «Gruss Luis Trenker II.» Adressiert ist sie an Hugo Brösels alte Anschrift in der Zuger Altstadt.

Eine zweite Karte

«Ich kenne Luis von unseren Konzerten. Er war ein Fan von uns», berichtet Hugo Brösel. Noch heute ist der pensionierte Coiffeur aktives Mitglied der Dixieland- und Jazz-Truppe «Black Bottom Stompers». In der Band würden ihn alle Billy nennen, darum auch die Anrede auf der Karte. «Wir haben Luis an einem Konzert in der Toscana kennen gelernt. Und seither hat er uns immer Postkarten von seinen Reisen geschrieben», erzählt Brösel. Allerdings, so bedauert der Hobbymusiker, sei der Kontakt inzwischen abgebrochen. «Ich habe sicher schon 15 Jahre nichts mehr von Luis gehört. Ich weiss nicht einmal, wo er ist oder ob er noch lebt», sagt Brösel. Er würde zwar nun nach dem unerwarteten und verspäteten Feriengruss – sehr gerne Kontakt mit ihm aufnehmen. Aber: «Das Problem ist, dass ich kaum einen Anhaltspunkt habe. Der Mann heisst nicht mal Luis Trenker. Wir haben ihn einfach immer so genannt. Eine Art Künstlernamen», erzählt Brösel.

Die Postkarte des alten Bekannten an Hugo Brösel war aber an jenem Tag nicht die einzige Überraschung. Auch Brösels Lebensgefährtin Heidi Zbinden hat Post aus der Vergangenheit erhalten. Ebenfalls in Form einer Karte und ebenfalls aus Italien. «Der Poststempel ist nicht so gut ersichtlich», sagt Brösel. Aber seine Frau habe sich daran erinnert, dass ihre Schwester vor fast 20 Jahren in Sardinien Ferien gemacht habe. «Ausserdem sind auf der Karte zwei Unterschriften von Kindern. Die beiden Buben, die dort unterschrieben haben, sind heute längst erwachsen», sagt Brösel. «Meine Frau freut sich schon darauf, ihrer Schwester die Karte zu zeigen. Sie ist derzeit noch auf Reisen. Wir sind gespannt, was sie dazu meint.»

Keine ähnlichen Fälle

Aber wie kann es sein, dass eine Postkarte fast 20 Jahre unterwegs ist, und dann schliesslich doch noch den Weg zum Empfänger findet, der inzwischen längst an einer neuen Adresse wohnt. Und wo ist sie stecken geblieben? In der Schweiz oder in Italien?

Bei der Post AG, weiss man darauf auch keine Antwort, spielt den Ball aber ins benachbarte Italien. So betont Post-Mediensprecherin Nathalie Dérobert Fellay: «Wir stellen grundsätzlich zu, was uns angeliefert wird.» Der Weg der Postkarten könne nicht verfolgt werden. «Es ist also nicht eruierbar, wann sie die Landesgrenze passiert hat.» Ähnliche Fälle wie jenen von Hugo Brösel seien ihr ausserdem nicht bekannt. Allerdings hat man bei der Post auch ganz klare Weisungen für den Umgang mit solch älteren Sendungen, wie Nathalie Dérobert Fellay erklärt: «Tauchen bei uns solche Sendungen auf, werden sie mit einem Begleitschreiben der Post weitergeleitet.»

Brösel selbst will der Sache noch etwas nachgehen. «Es gibt eine Möglichkeit, wie ich Luis Trenker erreichen könnte. Über einen Freund eines Freundes. Das werde ich mal versuchen.» Ausserdem wolle er den Postboten fragen. «Vielleicht hat er ja da auch etwas nachgeholfen.»

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