BAAR: Zuger Trio mischt Fernsehsendung auf

Die drei Tänzer von Dirty Hands machen in einer Casting-Show mit. Ob es für das Halbfinale reicht, steht noch in den Sternen.

Rahel Hug
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Die Choreografie sieht gut aus, dafür werden die Hände schmutzig: die Dirty Hands in Aktion. (Bild: PD)

Die Choreografie sieht gut aus, dafür werden die Hände schmutzig: die Dirty Hands in Aktion. (Bild: PD)

Top Rocking, Footworks, Freezes oder Powermoves – wer hier nur Bahnhof versteht, ist wohl nicht alleine damit. Es handelt sich um Breakdance-Disziplinen. Experten auf diesem Gebiet sind drei Baarer: Jan (29) und Mark (33) Dossenbach und Michael Hofmann (27). Zusammen sind sie die Breakdance-Crew Dirty Hands. Und diese Gruppe ist derzeit in der deutschen Casting-Show «Got to dance» von Pro 7 und Sat 1 zu sehen. Die erste Runde, eine sogenannte «Audition», haben sie erfolgreich gemeistert. Am Donnerstag wird sich entscheiden, ob das Trio weiter ins Halbfinale kommt.

Die zwei Privatsender haben im Winter per Mail Werbung für ihre Sendung gemacht. «Da dachten wir, das wäre doch etwas für uns», erzählt Jan Dossenbach. Im Frühling reisten die drei Vollblut-Breakdancer dann nach Stuttgart zu einem öffentlichen Casting. Jetzt sind die ersten zwei «Auditions» bereits ausgestrahlt. «Wir haben für unseren Auftritt drei goldene Sterne bekommen», so Dossenbach. Jeder Juror kann einen Stern vergeben. Die dreiköpfige Jury, in der unter anderem Howard Donald, der Sänger von Take That, sitzt, wird am Donnerstag entscheiden, welche von denjenigen Gruppen, die drei Sterne erhalten haben, weiterkommen.

Tanzen zum Sound von Nirvana

«An der letzten ‹Audition› haben wir einen kleinen Stilbruch gewagt», so Jan Dossenbach. «Wir haben zum Lied ‹Smells like teen spirit› von Nirvana getanzt.» Und sie waren erfolgreich damit. Jetzt bleibt abzuwarten, ob es das Trio ins Halbfinale schafft.

Bei der Wahl des Tanzstils und der Gruppengrösse sind die Teilnehmer von «Got to dance» vollkommen frei. Von Ballett bis zu Boogie Woogie ist alles vertreten. Wie steht es um die Konkurrenz der Dirty Hands? «Weil alle möglichen Stile vertreten sind, ist es sehr schwierig, diese zu vergleichen», so Dossenbach. Es seien aber sicher alles «sehr gute Tänzer». Die Dirty Hands geben sich bescheiden: «Wir rechnen nicht unbedingt mit einem Sieg.» Sollte es doch klappen im Finale vom 5. Juli, wäre die Freude bei den drei natürlich gross. Es winken 100 000 Euro. «Wir würden das Geld sicher nicht einfach verpulvern», sagt Jan Dossenbach. Sie würden es auf die Seite legen und für die Zukunft der Crew und der eigenen Breakdance-Schule verwenden, so der 29-Jährige.

Trotz aller Bescheidenheit kennen die Dirty Hands auch ihre Stärken gut. «Bei dieser Sendung können wir sicher mit unserem breiten Repertoire punkten», sagt Jan Dossenbach. Zudem sei die Gruppengrösse als Trio ideal: «Wir haben viele choreografische Elemente, und doch können wir mehr Persönlichkeit zeigen als beispielsweise eine Gruppe von 20 Leuten.»

Schmutzige Hände vom Breaken

Die dreiköpfige Crew existiert seit 13 Jahren. Sie haben ihr Leben vollständig dem Breakdance verschrieben. Zusammen haben die drei Männer ihre eigene Schule aufgebaut, bieten Workshops an und zeigen ihr Können an diversen Shows für Firmen oder Privatpersonen. «Wir wollen die ursprünglichen und positiven Ideale der Hip-Hop-Kultur vermitteln», sagt Dossenbach. Der Breakdance-Stil ist in den 70er-Jahren im New Yorker Stadtteil Bronx entstanden. Und wieso heisst das Trio eigentlich Dirty Hands? «Das kommt davon, dass man beim Breaken immer schmutzige Hände bekommt», sagt Jan Dossenbach.

«Wir geben einfach alles»

Wegen ihrer langjährigen Erfahrung sind die drei laut Jan Dossenbach auch nicht allzu aufgeregt, wenn sie vor der Fernsehkamera tanzen. «Wenn man auf der Bühne ist, vergisst man sowieso alles», so Dossenbach. Auch im Hinblick auf die nächste Sendung bleibt er gelassen. Es sei ja momentan noch gar nicht klar, ob sie im Halbfinale seien. «Wir machen einfach unser Ding und geben alles.»

Hinweis

Nächste Sendung «Got to dance» am Donnerstag, 27. Juni, um 20.15 Uhr, Pro 7.