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BAAR: Zuger Werbefilmer gewinnt bedeutenden Preis

Fabian Weber (33) ist Werbefilmer, kürzlich ist einer seiner Beiträge mit einem bedeutenden Preis ausgezeichnet worden. Er zielt in seinen Arbeiten auf die Sinne ab – manche Handlungsorte liegen im Kanton Zug.
Raphael Biermayr
Eine Szene aus dem prämierten Film «Skygarden» von Fabian Weber. (Bild: PD)

Eine Szene aus dem prämierten Film «Skygarden» von Fabian Weber. (Bild: PD)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Es ist das Los, das Fabian Weber mit den Kollegen seines Berufsstands teilt: Seine Arbeit wird millionenfach gesehen – ihn selbst kennen jedoch nur Eingeweihte. Weber ist Werbefilmer, kürzlich wurde sein Beitrag für einen Lautsprecherhersteller mit dem «Edi», dem wichtigsten Schweizer Preis dieser Branche, ausgezeichnet.

Der Baarer schätzt die Anerkennung der Fachleute für sein Schaffen. Ihn selbst dränge es ­jedoch nicht ins Rampenlicht. Wie amüsant, dass gerade ein Lichtstrahl in das Zuger Hafenrestaurant fällt, als Weber das sagt und anschliessend über die Abgrenzung seiner Person von seiner Arbeit redet. Der 33-Jäh­rige spricht geordnet, und er spricht viel. Der Espresso bleibt lang unangerührt.

Cham und Oberwil im Fernsehen

Das Lokal ist nicht zufällig gewählt: Die Fensterfront ist gross, der Blick wandert über den See und bleibt an den schneebedeckten Bergen hängen. Die Schweizer Natur, die Heimat – sie sind die Leitmotive in Webers Arbeiten. Sein Ziel ist es, mittels sehnsuchterregender Bilder, eingängiger Musik und einer einprägsamen Geschichte die Zuschauer zu fesseln. Manchmal wählt er dafür auch lokale Drehorte: Je einen SRF-1-Einspieler – diese werden zwischen den Programmpunkten zwecks Identifikation mit dem Sender gezeigt – hat er in Cham und Oberwil gedreht. Das ist buchstäblich gemeint, denn Weber ist nicht nur Regisseur, sondern in der Regel auch Kameramann. Darüber hinaus schreibt er manchmal das Drehbuch und ist mit seiner gleichnamigen Firma – wie etwa bei dem erwähnten prämierten Film – Produzent. Möglichst viele Fäden in den eigenen Händen zu halten, bedeutet nicht nur weniger Kompetenzgerangel, sondern auch mehr Einkommen. Das Geld steht für Weber aber nicht im Vordergrund. Es bedeutet für ihn vor allem eine Investitionsmöglichkeit in eigene Projekte. Und auch das Schritthalten mit der eilig fortschreitenden technologischen Entwicklung hat seinen Preis.

Als Auftragsfilmer muss der Baarer Kompromisse eingehen, was seine künstlerische Freiheit anbelangt. «Es gibt Aufträge, die ich nicht angenommen habe, weil ich die Idee, die der Firma vorschwebte, nicht vertreten konnte», sagt Weber. Er sagt auch, dass das in der Branche nichts Ungewöhnliches sei, zumal sich oft mehrere Produzenten beziehungsweise Regisseure um einen Auftrag bewerben würden. Einen Auftraggeber aus moralischen Bedenken hat er bisher nicht abgewiesen, «aber schon darüber nachgedacht». Weber hat sich die Fertigkeiten, die es für seine Arbeit braucht, selbst angeeignet. Sein Mut, auf eine Ausbildung zu verzichten, ist belohnt worden. Zwar hätten die Eltern elternmässig den Mahnfinger gehoben, ihn aber gewähren lassen. Er folgte seiner Leidenschaft – wie früher schon, als er nach seiner Zeit am Sportgymnasium Engelberg Profi-Freeskier wurde und im Nationalkader war. In dieser Zeit hat er Kontakte geknüpft, die ihm seine ersten Aufträge als Werbefilmer einbrachten.

Vier Monate für eine Minute

Fabian Weber war schon als Sportler oft auf Reisen. Nun führt ihn seine Arbeit um die Welt, manchmal über lange Zeit. Im Auftrag der UBS war er fast vier Monate in verschiedenen Ländern für einen Werbefilm unterwegs. Dieser ist eine Minute lang. Das ist ein extremes Beispiel, das Verhältnis von Aufwand und sichtbarem Ertrag ist für Aussenstehende aber ohnehin schwierig zu verstehen. Wer Webers Schilderungen der unzähligen Möglichkeiten und unvorhergesehenen äusseren Einflüsse folgt, dem wird klar: Hinter Sekunden können Tage stecken.

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