BAAR: Zustimmung für CVP-Motion

Die Gemeindeversammlung verlief wie vom Gemeinderat vorgesehen. Dennoch gab es Diskussionen – unter anderem darüber, wer denn nun die Ideen aus dem Turnhallen-Vorstoss zuerst hatte.

Rahel Hug
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Die Waldmannhalle, hier bei den Junioren-Europameisterschaften im Kunstrad und Radball im vergangenen Frühling, ist oft stark ausgelastet. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 6. Mai 2016))

Die Waldmannhalle, hier bei den Junioren-Europameisterschaften im Kunstrad und Radball im vergangenen Frühling, ist oft stark ausgelastet. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 6. Mai 2016))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Von einer «fast schon über-­harmonischen Versammlung» sprach Gemeindepräsident Andreas Hotz am Schluss der gestrigen Gemeindeversammlung, die bereits kurz nach 21 Uhr zu Ende ging. Diese Aussage ist nicht übertrieben: Die 191 anwesenden Stimmberechtigten gaben im Sinne des Gemeinderats grünes Licht für sämtliche Traktanden.

Ganz ohne Diskussionen kam der Abend dann aber doch nicht aus. Dass die Gemeinde den Bau einer neuen Dreifach-Sporthalle prüfen soll, darüber herrschte zwar Einigkeit. Das Votum von Anita Langenegger, Präsidentin des Unihockeyclubs White Indians Inwil, verdeutlichte die schwierige Situation, in der die Vereine wegen des Mangels an Hallenplätzen stecken. Fragen aber warf der mögliche Standort einer neuen Halle auf. Michael Riboni, SVP-Kantonsrat und Mitglied der Baukommission, erläuterte, dass eine Dreifachhalle im Rahmen des Wiesental-Neubaus angedacht sei, obwohl für den Schulbetrieb nur zwei Hallen notwendig seien. Diese Planung sei aber vorerst gestoppt worden. «Zuerst braucht es eine saubere Auslegeordnung», sagte Riboni und sprach damit die Schulraumplanung an, die derzeit läuft.

Kritik von linker und rechter Seite

Gemeinderätin und Schulpräsidentin Sylvia Binzegger bestätigte: «Der Bericht für die Gebiete Zentrum, Inwil und Allenwinden wird derzeit fertiggestellt.» Auf dieser Basis werde man danach weiterdiskutieren können.

Die CVP als Initiantin der Motion für eine zusätzliche Halle musste Kritik einstecken – von linker wie von rechter Seite. Der Vorstoss habe «mehr mit Marketing als mit wirklicher Problem­lösung» zu tun, sagte SP-Präsident Zari Dzaferi und meinte damit, dass der Gemeinderat sich seit längerem mit dem Thema beschäftige und die Motion eigentlich schon erfüllt sei. Auch Michael Riboni liess sich einen Seitenhieb nicht nehmen. Kurz nach der Kommissionssitzung im Sommer habe die CVP die Motion eingereicht und dasselbe gefordert, was man eh bereits vorgesehen habe. «Gute Ideen werden kopiert, das war schon immer so.»

Ob es nun die Idee der CVP war oder nicht: Die Partei konnte auf jeden Fall einen Erfolg verbuchen. Alle Hände im Saal gingen bei der Abstimmung über die Erheblicherklärung nach oben. Zufrieden waren die CVP-Vertreter auch mit den Antworten zu ihrer Interpellation betreffend Nachbarschaftshilfe in der Altersbetreuung in Baar. Der Gemeinderat hält darin fest, dass er eine organisierte Nachbarschaftshilfe verbindlich aufbauen will. Im Frühsommer soll ein Round ­Table mit Freiwilligenorganisationen stattfinden. «Wir wollen kein bestehendes, gut funktionierendes System umkrempeln», betonte Interpellant Pirmin Frei, «vielmehr geht es darum, Lücken zu erkennen und die Gesellschaft näher zusammenzubringen.»

Zu reden gaben bei der Alternative-die Grünen die Kosten, die sich für die Gemeinde durch den Bau der Tangente Zug/Baar ergeben. Man erwarte vom Gemeinderat genaue Informationen dazu, sagte Kantonsrat Andreas Lustenberger. Bauchef Paul Lan­genegger zeigte auf, wie sich die Beträge von ungefähr 6,3 Millionen Franken zusammensetzen. «Es sind zum Beispiel Kanalisationsverlegungen nötig», erklärte er und fügte an: «Um diese Kosten kommen wir nicht herum.»

Die Beschlüsse

An der gestrigen Gemeindeversammlung in Baar wurden folgende Entscheide gefällt: dem Protokoll wurde zugestimmt; Vom Finanzplan 2017 bis 2021 wurde Kenntnis genommen; das Budget wurde genehmigt und der Steuerfuss festgesetzt; die Motion der CVP betreffend zusätzlicher Dreifachhalle wurde erheblich erklärt; die Interpellation der CVP zur Nachbarschaftshilfe wurde beantwortet. (rh)