BAARBURG: Römische Merkur-Statuette entdeckt

Archäologen des Kantons Zug haben auf der Baarburg eine römische Statuette ausgegraben, teilt die Direktion des Innern mit. Die aus Bronze gefertigte, zierliche Figur zeigt den Gott Merkur.

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Diese römische Statue wurde auf der Baarburg bei Zug gefunden. (Bild pd)

Diese römische Statue wurde auf der Baarburg bei Zug gefunden. (Bild pd)

Die Statuette aus Bronze ist neun Zentimeter gross. Sie ist von guter Qualität und zeigt eine nackte männliche
Person, über deren Schultern ein Mantel, der auf der rechten Schulter mit einer Gewandschliesse (Fibel) verschlossen ist.

Die Figur ist etwas beschädigt, doch diese Schäden dürften bereits in der Antike entstanden sein; die Hände und ein Unterschenkel fehlen. Dennoch kann sie anhand spezifischer Merkmale eindeutig als Darstellung des Gottes Merkur identifiziert werden.

Hut mit Flügeln und Flügelschuh
Auf dem Kopf sitzt ein Hut mit kleinen Flügeln und der erhaltene Fuss steckt in einem Flügelschuh. Ursprünglich dürfte das Götterbild in der rechten Hand einen Geldbeutel und in der linken einen Stab (Hermesstab) gehalten haben, denn die sind seine typischen Attribute.

Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard, Direktion des Innern sagt: «Ich bin hocherfreut, über diesen wertvollen Fund im Kanton Zug und habe die Merkur Statuette bereits im Original gesehen. Diese Treue zum Detail ist faszinierend.»

Populäre Gottheit in den nördlichen Provinzen
Der römische Gott Merkur, beziehungsweise Mercurius, entsprach dem griechischen Gott Hermes. Die Römer verehrten ihn als Gott der Wege, der Reisenden, der Händler und der Diebe. Merkur galt auch als geflügelter Götterbote zwischen Himmel und Erde. In Rom wurde er von den Händlern und der Zunft der Kaufleute verehrt. Dank seinem vielfältigen Wesen konnten verschiedene alte keltische Gottheiten unter seinem Deckmantel weiterexistieren. Dies erklärt auch seine Popularität in den römischen Provinzen nördlich der Alpen, wo Merkur noch stärker als in Rom selbst verehrt wurde.

Der Wochentag Mittwoch ist in einigen Sprachen nach Merkur benannt (französisch: mercredi, italienisch: mercoledi). Die Germanen setzten ihn mit dem Gott Wodan/Odin gleich (englisch: wednesday).

Die Baarburg bot natürlichen Schutz
Die römischen Heiligtümer befanden sich oft an markanten Lagen, in Höhlen, bei Quellen oder auf Anhöhen und Bergen. Aufgrund früherer Funde vermuten die Archäologen bereits seit einiger Zeit die Existenz eines römischen Heiligtums auf dem Gipfelplateau der Baarburg. Der Neufund verleiht dieser These zusätzliches Gewicht.

Die Baarburg ist eine markante landschaftliche Erhebung und eine bedeutende archäologische Fundstelle. Mit ihren steil abfallenden Rändern und einem Gipfelplateau bot sie natürlichen Schutz. Seit der Bronzezeit wurde die Baarburg wiederholt besiedelt.

Die Statuette wird im Kantonalen Museum für Urgeschichte Zug ausgestellt.

ana