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Baarer Asylzentrum: «Wir gehen das Thema nach den Ferien an»

«Nachgefragt» beim Gemeindepräsidenten Walter Lipp zum Rückzug des Baugesuchs für ein neues Asylzentrum auf dem Obermühle-Areal.
Interview: Rahel Hug
Der Baarer Gemeindepräsident Walter Lipp. (Bild: Jakob Ineichen)

Der Baarer Gemeindepräsident Walter Lipp. (Bild: Jakob Ineichen)

Die Hotz Obermühle AG hat ihr Baugesuch für eine temporäre Asylunterkunft auf dem Areal Obermüli Süd in Baar zurückgezogen. Die Dauer der 2015 für fünf Jahre vorgesehenen und auf zehn Jahre erweiterten Zwischennutzung sei heute bereits fast zur Hälfte abgelaufen, begründete die Hotz Obermühle AG den Entscheid. Die vor drei Jahren erteilte Baubewilligung ist noch immer durch eine Beschwerde blockiert. Die für rund 100 Asylsuchende vorgesehene Siedlung auf dem Grundstück an der Langgasse wird also nicht gebaut. Wie aktuelle Zahlen des Kantons zeigen, müsste die Gemeinde Baar 188 Personen aus dem Flüchtlings- und Asylbereich aufnehmen, zurzeit hat sie 127 Personen aufgenommen. Die Kapazität in Baar würde für 152 Personen ausreichen. 
Im Kurzinterview nimmt Gemeindepräsident Walter Lipp Stellung zum Thema.

Was sagen Sie zum 
Entscheid der Bauherrschaft, das Baugesuch 
zurückzuziehen?

Walter Lipp: Der Gemeinderat nimmt diesen Entscheid zur Kenntnis und kann die Beweggründe der Familie Hotz gut nachvollziehen. Wir haben Verständnis für den Entscheid. Die Familie Hotz braucht Planungssicherheit und will das Gebiet Obermühle weiterentwickeln.

Laut der kantonalen 
Direktion des Innern ist
man zuversichtlich, in Baar 
alternative Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Gibt es bereits Ideen?

Stand heute nein, es gibt keine konkreten Ideen. Der Gemeinderat wird das Thema nach den Sommerferien angehen und sich Gedanken machen.

Steht für die Gemeinde der Neubau eines Asylzentrums im Fokus oder will man 
die Personen dezentral 
auf verschiedene 
Liegenschaften verteilen?

Primär steht die Verteilung auf verschiedene Liegenschaften im Fokus. Hier sind wir jedoch auf den Goodwill der Eigentümer angewiesen.

Die Gemeinde Baar müsste 36 zusätzliche Personen aufnehmen. Damit gehört sie zu den Gemeinden, die ihre Pflicht nicht erfüllen. Ist man sich dieser Verantwortung bewusst?

Mit der Asylunterkunft Obermüli Süd hätten wir die Vorgaben mehr als erfüllt. Aus diesem Grund wurden keine anderen Lösungen geprüft. Wir sind uns aber bewusst, dass wir in der Pflicht sind.

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