Baarer Räbefasnacht - die Hoffnung lebt noch

Die Räbefasnacht 2021 kann nicht in ihrer üblichen Form stattfinden. Das ist klar. Alle Grossanlässe wie Umzüge, die Aamuesetä oder die Räbechüngverbrennung sind abgesagt, nicht aber die Fasnacht – denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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(haz) Bereits am Mittwochabend, 16. September, haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Fasnachtsgesellschaften und Fasnachtszünften aus allen Zuger Gemeinden mit Gesundheitsdirektor Martin Pfister und den Verantwortlichen der Zuger Polizei getroffen. Das Thema: Wie geht Fasnacht in Zeiten von Corona? Die Antwort war klar und niederschmetternd zugleich, wie einer Medienmitteilung der Fasnachtsgesellschaft Baar zu entnehmen ist. Die Zuger Fasnachtsgesellschaften haben gemeinsam entschieden, alle fasnächtlichen Grossanlässe abzusagen. Schutzmassnahmen wie Masken- oder Sitzplatzpflicht sind unmöglich durchzusetzen.

Auch ein Contact Tracing kann mit einem vernünftigen Aufwand nicht garantiert werden. Zudem wären Anlässe wie die Fasnachtsumzüge, die Aamuesetä oder die Chüngverbrennung bewilligungspflichtig, da in der Regel mehr als 1000 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler vor Ort sind. Der Kantonsarzt und die Zuger Polizei haben den Fasnachtsvereinen keine Hoffnungen machen können, dass diese Anlässe bewilligungsfähig sind. Es blieb aber die Hoffnung, in einem kleinen Rahmen dennoch Fasnacht zu feiern.

Vielleicht ist eine kleine, feine Fasnacht doch noch möglich

Die Entwicklung der letzten Tage lässt auch eine Fasnacht im kleinen Rahmen unmöglich erscheinen. Trotz der vom Bundesrat am 28. Oktober beschlossenen Corona-Schutzmassnahmen wird die Räbefasnacht 2021 zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht abgesagt. Die Guggenmusigen, Wagenbauer, Beizenbetreiber und Zünfte geben die Hoffnung nicht auf und arbeiten hinter den Kulissen trotzdem an einer kleinen, aber feinen, historisch einmaligen Räbefasnacht 2021 weiter. Sollte sich die Situation im neuen Jahr entspannen, wollen die Baarer Fasnächtler bereit sein, um kurzfristig ein Fasnachtsprogramm auf die Beine zu stellen – zum Beispiel Guggenkonzerte in den Quartieren und eine Fasnacht auf den Baarer Strassen.

Ob und in welcher Form die Räbefasnacht 2021 durchgeführt werden kann, ist derzeit also völlig offen. Klar ist aber, welche Anlässe der Fasnachtsgesellschaft Baar nicht stattfinden können. Folgende Veranstaltungen sind abgesagt:

  • Generalversammlung vom 2. Dezember 2020: Die Mitglieder werden über die GV-Geschäfte online abstimmen.
  • Inthronisation des Räbevaters vom 23. Januar 2021: Es wird kein neuer Räbevater inthronisiert. Der aktuelle und die ehemaligen Räbeväter werden an der Fasnacht 2021 nicht offiziell auftreten.
  • Räbechüngball vom 6. Februar 2021
  • Aamuesetä vom 13. Februar 2021
  • Grosser Fasnachtsumzug vom 14. Februar 2021
  • Kinderumzug vom 15. Februar 2021
  • Räbechüng-Verbrennung vom 16. Februar 2021

Zudem hat die Fasnachtsgesellschaft Baar entschieden, keine klassische Fasnachtsplakette zu produzieren und keinen Festführer herauszugeben. Dafür wird im Jahr 2022 mit der grossen Kelle angerührt: Die Räbefasnacht wird ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Am 19. Februar 2022 ist ein Jubiläumsfest geplant. Die Vorarbeiten für diese Fasnachtsfeier wurden bereits gestartet.