BAAR/UNTERÄGERI: Zuger Lichterwege werden weitergeführt

Die letzte Adventszeit hat gezeigt: Lichterwege erfreuen sich grosser Beliebtheit. Zwei unterschiedliche Konzepte haben sich bewährt.

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Jede Laterne ist mit einem Spruch versehen: Der Laternenweg in Unterägeri fand im letzten Jahr grossen Anklang – und wird nun weitergeführt. (Archivbild Werner Schelbert)

Jede Laterne ist mit einem Spruch versehen: Der Laternenweg in Unterägeri fand im letzten Jahr grossen Anklang – und wird nun weitergeführt. (Archivbild Werner Schelbert)

Rahel Hug

Die ersten Schaufensterauslagen lassen es bereits erahnen: Die Adventszeit rückt näher – und mit ihr auch die Zeit der Lichter und der Besinnung. Zwar sind die Temperaturen noch nicht unter den Nullpunkt gefallen, und der erste Schnee in den Niederungen lässt auf sich warten. Die Vorbereitungen für die Adventszeit aber laufen bereits auf Hochtouren – so auch beim Verein Lichterweg Baar, der kürzlich eine gute Nachricht bekannt geben konnte: Der Lichterweg am Fuss der Baarburg wird auch dieses Jahr wieder Spaziergänger und Besucher erfreuen. Die Lichter werden von 27. November bis 3. Januar brennen.

Im letzten Jahr feierte das Projekt Premiere: Von Ende November 2014 bis Anfang Januar 2015 haben erstmals rund 2000 Lämpchen einen knapp 1,5 Kilometer langen Weg im Gebiet Wishalde/Heiligchrüz beleuchtet. «Die gelungene Premiere macht Lust auf mehr», schreibt der Verein Lichterweg Baar nun in einer Mitteilung. Es sei unmittelbar nach dem Abschluss im Januar klar gewesen, dass der Lichterweg auch dieses Jahr in Betrieb genommen werde. Die vorweihnächtliche Attraktion entspreche einem Bedürfnis. Tausende Besucher hätten sich von der Idee begeistern lassen und die Adventsstimmung genossen.

Am Wochenende war viel los

«Speziell an den Wochenenden war viel los», führt Silvan Meier, Medienverantwortlicher des Vereins, aus. Als es dann zwischen Weihnachten und Neujahr geschneit habe, seien noch mehr Besucher gekommen. Besonders freut ihn und seine Vorstandskollegen, dass die beleuchtete Route unterschiedliche Zielgruppen angezogen hat: «Es sind einerseits Leute vorbeigekommen, die Ruhe gesucht haben. Andererseits fand der Weg auch Anklang bei Familien mit Kindern, die mitsamt Schlitten und Picknick hergekommen sind. Beides hatte Platz.»

Besonders beliebt sei im vergangenen Jahr das Rahmenprogramm gewesen. So hat der Verein unter der Leitung von Zita Schlumpf etwa Sagenspaziergänge oder ein offenes Singen beim Waldsofa organisiert. «Trotz strömenden Regens haben beim Singanlass zahlreiche Kinder teilgenommen. Und beim Geschichtenrundgang hätte die Erzählerin Maria Greco ein Megafon brauchen können. Die Anlässe fanden regen Anklang», erinnert sich Silvan Meier.

Weil sich das Konzept bewährt hat, entschied sich das Organisationskomitee, auch dieses Jahr wieder mehrere Anlässe zu organisieren. Neben den Geschichtenabenden mit Maria Greco und dem offenen Singen stehen ein ökumenischer Rundgang und ein Jodelabend mit dem Jodlerklub Heimelig auf dem Programm. An diesen Abenden wird jeweils das Feuer beim Waldsofa brennen, Mitglieder der Seniorenwandergruppe schenken warme Getränke aus. Das Waldsofa steht jeden Abend für die Besucher zur Verfügung. «Dieses Plätzchen hat sich als sehr beliebter Begegnungsort erwiesen. Viele Besucher haben dort verweilt», erzählt Meier.

Spenden, Kerzen und ein Kässeli

Für die Anschaffung der LED-Lichterkette und der Stangen mussten die Organisatoren im vergangenen Jahr viel Geld auftreiben. So hatte der Verein Aufwendungen von rund 50 000 Franken. Dank grosszügigen Sponsoren und Spendern habe die Rechnung ausgeglichen gestaltet werden können, sagt Silvan Meier. Doch für die zweite Ausgabe fallen nun wieder Kosten an. Für den Auf- und den Abbau sowie den Betrieb in den Folgejahren rechnet der Verein mit Aufwendungen von rund 20 000 Franken. Zwar liegen bereits einige Zusagen von Sponsoren und der öffentlichen Hand vor – genug Geld ist aber noch nicht beisammen. «Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen», erklärt der Medienchef, «aber wir sind zuversichtlich, dass wir finanziell auf gutem Weg sind.» Spenden können auf das Vereinskonto überwiesen werden (siehe Hinweis). Ausserdem werden Schulklassen am Baarer Samschtig-märt vom kommenden Samstag (8.30 bis 11.30 Uhr) die bereits aus dem letzten Jahr bekannten Lichterweg-Kerzen verkaufen. Nicht zuletzt können kleinere Zustüpfe in einem Kässeli am Lichterweg selber abgegeben werden.

Sprüche sind gefragt

Der Lichterweg in Baar ist nicht das einzige Erfolgsprojekt, das in diesem Jahr eine Fortsetzung findet. Auch der Laternenweg in Unterägeri, der im letzten Jahr im Rahmen des 300-Jahr-Jubiläums der Pfarrei erstellt wurde, wird weitergeführt. Der Anklang im letzten Jahr sei «grossartig» gewesen, teilt die Pfarrei Unterägeri mit. Von 28. November bis 3. Januar werden entlang eines 3 Kilometer langen Weges vom Allmigchappeli bis zum Buechholz 300 Laternen entzündet. Auch hier wird das letztjährige Konzept fortgeführt: Jede Laterne wird mit einem Spruch versehen. Interessierte können dafür geeignete Kurztexte dem Pfarramt melden (siehe Hinweis).

Bereits eine lange Lichterweg-Tradition hat die Gemeinde Hünenberg. Dort werden seit rund 15 Jahren die Lichtlein angezündet. Der Lichterweg von der Zentrumsstrasse über die Obstanlage Hubel bis zur Einmündung in die Huob­­strasse wird auch dieses Jahr die Spaziergänger erfreuen. Ab Samstag, 28. November, werden die Lampen leuchten. Am 17. Dezember findet ausserdem ein Apéro mit Glühwein und Punsch statt.

Hinweis

Spendenbeiträge für den Lichterweg Baar können auf das Konto CH16 0078 7785 1236 8750 2 (Zuger Kantonalbank, «Verein Lichterweg Baar») überwiesen werden. Weitere Informationen gibt es unter www.lichterweg-baar.ch.

Wer sich am Laternenweg Unterägeri finanziell beteiligen, beim Anzünden helfen oder einen Kurzspruch melden will, kann sich beim Pfarr- amt (pfarramt@pfarrei-unteraegeri.ch oder 041 754 57 77) melden.