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BADMINTON: Die Faszination rund um den Federball

Die 21-jährige Céline Burkart ist die erfolgreichste Mixed-Spielerin des Landes. Sie will nächstes Jahr an die Europa- und Weltmeisterschaft und hat die Vision einer Teilnahme an noch grösseren Wettkämpfen.
Michael Wysssport@zugerzeitung.ch
Céline Burkart (am Netz) und Oliver Schaller gewinnen in Yverdon ihr erstes internationales Turnier im Mixed. (Bild: PD (Yverdon, 24. Oktober 2016))

Céline Burkart (am Netz) und Oliver Schaller gewinnen in Yverdon ihr erstes internationales Turnier im Mixed. (Bild: PD (Yverdon, 24. Oktober 2016))

«Ich möchte mich nächstes Jahr für die Europameisterschaft in Dänemark und die Weltmeisterschaft in Schottland bei der Elite qualifizieren. Das sind die Ziele, die mir für die nächsten Wochen und Monate vorschweben», zeigt sich die 21-jährige Céline Burkart guten Mutes. Diese beiden Grossanlässe finden im nächsten Frühling (EM) und Sommer (WM) statt. Gut möglich, dass dies Realität wird. Denn die in Hünenberg See aufgewachsene Burkart steht praktisch täglich auf dem Spielfeld.

Ihr Leben heisst Badminton. Es dreht sich praktisch alles um diesen Sport. «Es sind 25 bis 30 Stunden, die ich wöchentlich trainiere. Dazu gehören nicht nur Einheiten auf dem Feld, sondern es kommen noch Mental- und Krafttrainingseinheiten sowie Videoanalysen dazu. Auch die Regeneration ist im Leistungssport ein sehr wichtiger Aspekt.» Der grosse Traum wäre eine Teilnahme an Olympischen Spielen im Mixed. «Das wäre der Hammer, einmal an einem solchen Wettkampf die Schweiz vertreten zu können. Doch das wird schwierig, denn viele Startplätze gibt es nicht. Die Konkurrenz ist gross.» Bleibt da noch Zeit für andere Sachen im Leben? Burkart: «Nicht viel, ehrlich gesagt. Wenn, dann lese ich gerne oder verbringe Zeit mit Familie und Freunden. Das ist mir sehr wichtig.»

Angefangen, Badminton zu spielen, hat sie im Alter von acht Jahren. «Meine Eltern spielten bereits Badminton, allerdings nicht wettkampfmässig, sondern zum Plausch. Ich bin mit diesem faszinierenden Sport sozusagen aufgewachsen. Und bis heute hat mich das Badminton nicht mehr losgelassen», sagt die sympathische Burkart lachend.

Was ist das Faszinierende am Badminton? «Es ist sehr vielseitig. Man wird im physischen, konditionellen, mentalen wie auch taktischen Bereich stark gefordert. Badminton ist ein facettenreicher Sport, der dir alles abverlangt.»

Sportliche neue Herausforderung

Die Freude zu dieser Sportart entdeckte Burkart nach einigen Schnuppertrainings beim Badminton Club Hünenberg. Später folgte, aufgrund einer sportlichen neuen Ausrichtung, der Wechsel zum Badminton Club Zug und der Badmintonvereinigung St. Gallen-Appenzell, wo die 21-Jährige nun seit drei Jahren spielt. «Meine Wechsel nach Zug und vor allem das Engagement in der Ostschweiz waren mit sportlichen Überlegungen verbunden. In Zug konnte ich Interclub bis zur Nationalliga B, bei St. Gallen-Appenzell auf höchstem Niveau in der Nationalliga A spielen, was für meine persönliche Weiterentwicklung sicher von Vorteil ist.»

Trainieren tut Burkart aber nicht in der Ostschweiz bei ihrem Club, sondern in Bern, wo sie seit September 2015 auch lebt. «Der Stützpunkt der Schweizer Nationalmannschaft ist in der Bundeshauptstadt, deshalb bin ich auch nach Bern gezogen. Hier finde ich gute Trainingsmöglichkeiten und ideale Voraussetzungen, um in meiner Entwicklung weiterzukommen. Ich werde von einem professionellen Staff betreut.» Burkart betreibt nämlich das Badminton praktisch professionell. «Ich arbeite bei einer Bank zu 30 Prozent, die restliche Zeit widme ich dem Badminton.»

Unterstützt wird sie finanziell vom Verband, einigen wenigen Sponsoren und vom Elternhaus. Vor allem die vielen internationalen Turniere in der Saison berappen sich mit Flug, Hotel und Verpflegung. «Das ist ein grosser finanzieller Kraftakt, den es zu bewältigen gilt. Leider betreibe ich eine Randsportart, die immer noch um Ansehen und Akzeptanz kämpft. Das ist sehr schade.» Ein grosses Problem ist gemäss der 21-Jährigen, dass sich für Einzelsportarten wenig Geldgeber finden und begeistern lassen. «Mannschaftssportarten stossen auf mehr Goodwill, wenn es um Sponsoring geht», hat Burkart am eigenen Leib erfahren.

Viele Erfolge gefeiert

Doch das hindert Burkart, die eine kaufmännische Ausbildung bei einer Bank absolvierte, nicht daran, ihren Weg weiterzugehen und die gesteckten Ziele zu verfolgen. Ihr Motto: «Es spielt keine Rolle, woher du kommst. Alles, was zählt, ist, wohin du gehst.» Die frühere U-17- und U-19-Nationalmannschaftsspielerin gehört seit zwei Jahren dem Elite-Nationalmannschaftskader an. Im Badminton werden drei Disziplinen unterschieden: Einzel, Doppel und Mixed. Burkarts Paradedisziplin ist Mixed, wo sie auch unvergessliche Momente bei der Elite erleben konnte. Unter anderem waren der 9. Platz bei den Europameisterschaften im April 2016 in Frankreich, die Teilnahmen an den European Games in Baku (Aserbaidschan) im Juni 2015 sowie der Gewinn des internationalen Turniers in Yverdon-les-Bains im vergangenen Monat ganz grosse Highlights und Karrierehöhepunkte. Diese Erfolge feierte sie jeweils mit dem Westschweizer Oliver Schaller, ihrem Mixed- und gleichzeitig Lebenspartner. «Der Gewinn des ersten internationalen Turnieres in Yverdon-les-Bains wird sicher unvergesslich bleiben für uns. Das sind Momente, die dich das ganze Leben lang begleiten werden.»

Zu ihrem Palmarès zählen im Weiteren unzählige Schweizer-Meister-Titel in Nachwuchskategorien U 15 bis U 19. Der jüngste Erfolg auf nationaler Bühne war der im Frühling errungene Schweizer-Meister-Titel mit der NLA-Mannschaft der Badmintonvereinigung St. Gallen-Appenzell. Burkart hat ihren Teil dazu im Mixed und im Damen­doppel beigetragen.

Stärkstes Mixed-Paar der Schweiz

Wie bereits erwähnt, ist Oliver Schaller, der mit Burkart vor allem internationale Turniere bestreitet, nicht nur Spiel-, sondern gleichzeitig auch Lebenspartner. Burkart lernte den aus Freiburg stammenden Schaller an früheren Wettkämpfen kennen. Er spielt für den SC Uni Basel. «Es ist für uns beide eine Herausforderung, weil wir ja auch neben dem Platz ein Paar sind. Eine Challenge, die wir bisher aber sehr gut meistern konnten. Es ist natürlich schön, dass wir diese Wettkämpfe und Reisen auch gemeinsam erleben können.» Das Duo Burkart/Schaller gilt in der Schweiz übrigens als das stärkste Mixed-Paar, welches im Weltranking an 75. Stelle gesetzt ist.

Übrigens, damit das Mixed-Duo Burkart/Schaller an die EM und WM reisen kann, muss es sich erst noch qualifizieren: «Wir bestreiten im Jahr 15 bis 18 internationale Turniere vorwiegend in Europa, wo wir Punkte für die Weltrangliste und die Qualifikation sammeln können.»

Michael Wyss

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