Bahn frei in Baar für die Freestyler

Am Samstag, 19. Januar 2019, nahm die erste Zentralschweizer Indoor-Freestyle-Anlage ihren Betrieb auf. An der Eröffnung waren viele aus der Szene mit dabei.

Christian Tschümperlin
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Nicht nur Skateboarder kommen in der Freestyle-Halle in Baar auf ihre Kosten. (Bild: Roger Zbinden (Baar, 19. Januar 2019))

Nicht nur Skateboarder kommen in der Freestyle-Halle in Baar auf ihre Kosten. (Bild: Roger Zbinden (Baar, 19. Januar 2019))

Während der Wintermonate und bei schlechter Witterung blieben bisher viele Freestyler auf ihren Skateboards, Inline-Skates, Kickboards oder BMX sitzen beziehungsweise die Sport-Geräte mussten in der Garage zwischengelagert werden. «Im Winter war es immer schwierig zu trainieren, weil es viel Schnee hat und selbst wenn es regnet, hatten wir bisher keine Möglichkeit, skaten zu gehen», sagt Samuel (16) aus Zug. Mit der Eröffnung der Freestyle-Halle Zug auf dem Baarer Spinniareal entsteht in der Zentralschweiz jetzt eine einmalige Möglichkeit für Freestyler, ihre Hobbys auszuüben. «Ich freue mich riesig über die Eröffnung, ich habe über Jahre auf diesen Zeitpunkt gewartet», sagt Samuel, der mitgeholfen hat beim Aufbau. Er ist einer von rund hundert Freestylern, die am Samstag am Eröffnungsevent sind.

Hinter dem Projekt stehen sieben junge Hobbysportler der Interessengemeinschaft Freestyle-Halle Zug. In seiner Eröffnungsrede bedankte sich Präsident Marut Kiatprasert bei allen Helfern. «Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass in drei Monaten eine riesige Halle entsteht», so Kiatprasert. Die erste Bauabnahme hatte am letzten Mittwoch stattgefunden. Bis zur Eröffnung habe noch einiges ausgebügelt werden müssen. Kiatprasert schlief etwa drei bis vier Stunden pro Nacht. «Als wir das Okay bekamen, fiel mir ein Matterhorn vom Herzen», sagt Kiatprasert.

Berty Zeiter übermittelte das Grusswort der Gemeinde. «Man sagt, es gibt immer weniger Freiwilligen-Arbeit. Als ich sah, mit wie viel Kraft ihr vor gestandenen Politikern von eurem Projekt erzählt habt, ist der Funke übergesprungen», sagte sie.

Bei Zimmertemperaturen auf die Half-Pipe

Während draussen eisige Temperaturen herrschen, ist es in der unter dem Boden gelegenen Freestyle-Halle warm wie in einem Zimmer. Auf 450 Quadratmetern stehen zahlreiche Hindernisse und Rampen, es hat Half-Pipes, Quarters (halbe Half-Pipes), ein freistehendes Rail (eine Stange) und zwei Ledges (Leisten), über die zahlreiche Athleten rutschen, also «grinden». Die Stimmung ist spassgeladen. Vor Ort trifft man auf Martin Bommeli von www.skateparkguide.ch, der mit der Freestyle-Halle Zug den 201. Park in der Schweiz dokumentiert. Sein Fazit: «Die Boxen, Rails und Halfpipes bieten recht viel Abwechslung.» Für Skateboard-Fahrer und für Anfänger-Scooter sei es sicherlich spannend, aber für fortgeschrittene Inline-Skater und BMX-Fahrer etwas klein. «Der Parkour-Bereich ist aber auch sehr wertvoll», so Bommeli. Unterdessen zieht Samuel seine ersten Runden auf dem Skateboard. Er zeigt einen Ollie (Sprung) und blickt ehrfürchtig auf die Half-Pipe. «Es ist fantastisch, ich kann mich hier wirklich verbessern, weil es auch Dinge gibt, die für fortgeschrittene Skater sind», sagt er.

Auch an die Verpflegung wurde gedacht, im Gastro-Bereich gibt es unter anderem Kuchen, Pizza und Kaffee. Vom Verein ist immer eine Aufsicht mit dabei, die im Notfall erste Hilfe leisten kann. «Wir sind ein Treffpunkt für Freestyler», sagt Projektleiter und Vorstand Lou Burk aus Zug, der sich besonders bei seinem Vater Bauleiter Gunther Burk bedanken möchte. Für die Zukunft mangelt es Lu nicht an Ideen. So kann er sich vorstellen, Workshops, Kurse und Wettkämpfe in der Halle abzuhalten. Auch soll man künftig Skateboards, Kickboards und Schutzausrüstung mieten können.

www.freestylehalle-zug.ch