BAHNAUSBAU: Bahnprojekte für 225 Mio. Franken

Allein im Kanton Zug hat die SBB Bahnprojekte im Investitionsumfang von rund 225 Millionen Franken im Sinn. Neben den prominentesten - den Doppelspurausbauten Walchwil am Ostufer des Zugersees und Freudenberg-Rotkreuz im Westen - gibt es viele kleinere Anpassungen, Sanierungen und Ausbauten.

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Eines der Grossprojekte des Kantons Zug: Der Doppelspurausbau beim Bahnhof Walchwil. (Bild: Archiv / Neue ZZ)

Eines der Grossprojekte des Kantons Zug: Der Doppelspurausbau beim Bahnhof Walchwil. (Bild: Archiv / Neue ZZ)

In allen Regionen der Schweiz plant die SBB in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Milliarden-Investitionen. Das eidgenössische Parlament hat 6,4 Milliarden Franken für Bahninfrastrukturprojekte bis 2025 bewilligt. Noch ausstehend ist ein Volksentscheid.

Die SBB-Verantwortlichen machen zur Zeit eine Tournee durch die einzelnen Regionen, um die mittel- und langfristigen Vorhaben zu erläutern. Nach dem Auftakt im Wallis war am Dienstag der Kanton Zug dran.

Dieser liegt mitten auf der europäischen Nord-Süd-Achse für Personen- und Güterverkehr mit dem künftigen Gotthard-Basistunnel. Am Gotthard wird sich die Nachfrage bis 2025 gegenüber 2010 etwa verdoppeln, wie SBB-Infrastruktur-Leiter Philippe Gauderon sagte. Zudem sei im Kanton Zug bis etwa 2030 mit 50 bis 70 Prozent mehr Zu- und Weg-Pendlern zu rechnen.

Die zentralen und grössten Projekte im Kanton sind die Doppelspur-Ausbauten Walchwil für rund 90 Millionen Franken und Freudenberg-Rotkreuz für rund 35 Millionen, wie Daria Martinoni, Leiterin SBB Netzentwicklung, sagte.

Bei Rotkreuz wird eine knapp 1 Kilometer lange Strecke ausgebaut.Umstrittener ist das Projekt in Walchwil. Hier geht es um eine 1,7 Kilometer lange Strecke. Für die Arbeiten wird die Strecke 2017/18 anderthalb Jahre lang total gesperrt. So komme man rascher voran, könne auf Nachtschichten verzichten und den Anwohnenden nächtlichen Lärm ersparen.

Sicherheitsmassnahmen und Anpassungen

Entlang dem Zugersee-Ostufer zwischen Zug und Arth-Goldau stehen zudem zahlreiche weitere Arbeiten an. Unter anderem sind verschiedene Sicherheitsmassnahmen zum Schutz vor Hochwasser, Hangrutschen und anderen Naturereignissen geplant. Zudem müssen laut Martinoni sieben Tunnels saniert und für Doppelstockzüge und normale Güterzüge befahrbar gemacht werden.

Eine Anpassung der Strecke für Sattelaufleger mit einer Höhe von 4 Metern ist dagegen nicht vorgesehen. Die Güterstrecke führt westlich am Zugersees vorbei. Ausweichstrecke wäre gegebenenfalls die Lötschbergroute, so Gauderon.

Die Gotthardroute ist jedoch die wichtigste Wirtschaftsachse Europas, sagte Gauderon. Tunnels, Unterführungen, Fahrleitungen, Perrondächer und dergleichen müssen deshalb an die 4-Meter-Profile der Sattelaufleger angepasst werden.

Einsprachen eingerechnet

Das Bauvorhaben in Walchwil durchläuft nun das ordentliche Verfahren. Bis Ende Jahr wird laut Martinoni das Auflageprojekt dem Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht, Anfang 2014 folgen die Planauflage und öffentliche Orientierungsveranstaltungen in Zug, Walchwil und Arth.

Weil mit Einsprachen zu rechnen sei, habe man genügend Zeit eingeplant, sagte Martinoni: Bis zur vorgesehenen Sperrung der Walchwil-Strecke ab 2017 sind drei Jahre Zeit.

sda/nop