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Der Bahnhof Rotkreuz erhält ab Mitte 2019 eine neue Bedeutung

Von was die im Nord-Süd-Verkehr um- und durchfahrenen Regionen Zug West und Freiamt bisher nur träumen konnten, wird vom 9. Juni 2019 bis Ende 2020 Realität.
Reto Widmer
Der Bahnhof Rotkreuz wird mit der Streckensperrung am Zugersee-Ostufer zu einem Hub für einen namhaften Teil der Gotthard-, Tessin- und Italienreisenden. (Bild: Lilo Sterki (Rotkreuz, 7. November 2016))

Der Bahnhof Rotkreuz wird mit der Streckensperrung am Zugersee-Ostufer zu einem Hub für einen namhaften Teil der Gotthard-, Tessin- und Italienreisenden. (Bild: Lilo Sterki (Rotkreuz, 7. November 2016))

Die eingleisige Strecke am Ostufer des Zugersees erfährt eine Totalsanierung. Während dieser Zeit darf sich der Knoten Rotkreuz zum neuen Abfahrtsportal Richtung Neat, Gotthard-Bergstrecke, dem Tessin und Italien gekürt sehen, da der gesamte Bahnverkehr Zürich-Tessin-Italien und retour von Zug über Rotkreuz Richtung Süden verkehren wird.

Die im Jahr 1882 eröffnete Bahnlinie 653 von Aarau via Lenzburg-Rotkreuz nach Arth-Goldau mit der offiziellen Bezeichnung «aargauische Südbahn» darf ihrer eigentlichen Bestimmung wieder einmal gerecht werden.

Durchschnittlich 30 Minuten Zeitgewinn

Die Linie Aarau-Rotkreuz-Arth-Goldau ist die schnellste Zufahrt von der Nordwestschweiz zur Neat und deren einzige durchgehend doppelspurige Zufahrt von Norden her. Ab dem 9. Juni ergeben sich für Aargauer Reisende mit der S26 in Rotkreuz schlanke Anschlüsse auf die Gotthard-Züge an dem gleichen Perron, Reisende aus den Gebieten Rontal und Zug West fahren ohne weiteres Umsteigen direkt ab ihrem Zentrum. Dadurch werden für sie die heutigen Umwegfahrten über Zug oder Luzern hinfällig, was den genannten Regionen eine Reisezeitersparnis von rund einer halben Stunde oder mehr bringt.

Sogar ab Basel, Liestal und Sissach kriegt man schnellstmögliche Verbindungen ins Tessin über Lenzburg-Rotkreuz. Zwischen Zürich und Rotkreuz ergibt sich zu bestimmten Zeiten der seit langem ersehnte Fernverkehrs-Halbstundentakt. Reisende in den Kanton Schwyz erhalten in Rotkreuz eine neu verkehrende S2 Rotkreuz-Brunnen.

Der Bahnhof Rotkreuz wird ab nächstem Juni bis Ende 2020 eine komplett neue Bedeutung erhalten. Der Kreuzungspunkt an der Achse Aarau-Arth-Goldau und der Linie Zürich-Luzern bekommt den Status des Hubs für einen namhaften Teil der Gotthard-, Tessin- und Italienreisenden.

Unter den genannten Umständen ist davon auszugehen, dass sich während der Zeit des «Hub Rotkreuz» das Passagierverhalten und die Reisewege namhaft verändern werden. Eine grosse Blütezeit für die frequenzmässig seit längerem «totgesagte» und komplett unattraktiv bediente Relation Rotkreuz-Arth-Goldau ist zu erwarten. Sind die Anschlüsse in Arth-Goldau Richtung Süden schlank oder kann gar wie ab dem 9. Juni 2019 von Rotkreuz aus umsteigefrei zum Gotthard und weiter gefahren werden, dürfte definitiv die Bestätigung erfolgen, dass das Potenzial aus den obgenannten, einwohnerreichen Zubringerräumen gross genug ist, um auch ab 2021 eine regelmässig verkehrende, attraktive Verbindung zwischen Rotkreuz und dem Süden aufrechtzuerhalten.

Wie sich die Passagierzahlen Freiamt-Rotkreuz-Süden ab kommendem Juni im Vergleich zu heute entwickeln, wird mit Hilfe eines speziellen Monitorings von Seiten der SBB beobachtet. Steigen die Zahlen erkennbar an, so drängt sich ab 2021, wenn die Zürcher Gotthardzüge wieder via Walchwil verkehren, zwingend eine attraktive Anschlusslösung für Reisende ab dem Aargau und der Grossregion Rotkreuz-Rontal auf.

Passagiere bestimmen die Zukunft

In Diskussion sind Wochenend-Schnellzüge auf der Linie Aarau-Arth-Goldau sowie der Halt Rotkreuz auf der neuen Südostbahnstrecke Basel-Luzern-Rotkreuz- Lugano. Wie die Anschlusslösung dann schliesslich aussehen wird, hängt entscheidend davon ab, wie gut die Privatreisenden, Schulen und Vereine ab dem 9. Juni 2019 das neue Angebot nutzen.

Reto Widmer ist Strategiebeauftragter der Kommission Öffentlicher Verkehr der Freiämter Regionalplanungsverbände und betreibt Medienarbeit für die Sperrung der Zugersee-Oststrecke. Die Kommission arbeitet strategisch mit Vertretern des Wirtschaftsverbandes Zugwest zusammen.

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