Bald kommt der Heimatschein direkt aufs Handy

Die Stadt Zug ruft die digitale Plattform eZug ins Leben. Die App soll ab September für die Stadtbevölkerung zur Verfügung stehen.

Andrea Muff
Merken
Drucken
Teilen

Papierlos ist das Zauberwort der heutigen Zeit: Die Stadt Zug nimmt sich dies zu Herzen und erweitert ihr digitales Angebot. Ab September wird der Stadtbevölkerung die Plattform eZug zur Verfügung stehen und mit ihr eine gleichnamige App. «Über die eZug App können Zugerinnen und Zuger Online-Dienstleistungen der Stadt Zug digital und insbesondere unterwegs über mobile Geräte nutzen», erklärt Stadtrat André Wicki. Er steht dem Finanzdepartement vor, welches für die Umsetzung dieses Projektes zuständig ist. «Die App ist die Antwort auf ein verändertes Nutzerverhalten. Wir sind es immer mehr gewohnt, Online-Dienstleistungen orts- und zeitunabhängig zu nutzen», sagt Wicki über die Gründe der Entwicklung einer solchen App. «Sie ist in der digitalen Interaktion mit der Bevölkerung ein zentrales Instrument bei der Umsetzung der Stadtzuger Smart-City-Strategie», fügt Wicki hinzu.

Das geplante Angebot richte sich in erster Linie an die Stadtbevölkerung, so der SVP-Politiker. «Über die eZug-App können zudem die heute verfügbaren Anwendungen der kantonalen Lösung ZugLogin aufgerufen werden», erklärt er weiter. Über das kantonale ZugLogin ist auch die elektronische Identitätslösung gekoppelt. Das Login liefert die Rechtsgrundlage für den Datenzugriff und es wird eine sichere Identifikation der Nutzer hergestellt. Die eZug-Plattform kann mit dem ZugLogin aktiviert werden. «Die App ist kostenlos», so André Wicki. Zudem verweist er auf den Vorteil digitaler Dienstleistungen: Für die Kunden seien sie komfortabel und verwaltungsintern würden sie zu einer Effizienzsteigerung führen, sagt der städtische Finanzchef.

Angebote können direkt in der App bezahlt werden

Nach dem Start im September soll das Angebot kontinuierlich durch bestehende oder neue Dienstleistungen für natürliche und juristische Personen ausgebaut werden. Das Startangebot richte sich nach der heutigen Nachfrage auf der städtischen Internetseite und umfasse deshalb die Dienstleistungen der Einwohnerkontrolle und des Betreibungsamtes. «Kostenpflichtige Angebote können direkt in der eZug-App bezahlt werden. Dokumente wie beispielsweise ein Betreibungsauszug, eine Wohnsitzbestätigung oder ein Heimatschein werden digital signiert und verschlüsselt direkt in der App zugestellt, sodass sie nur für den Adressaten einsehbar sind», erklärt André Wicki. Er betont zudem, dass alle Online-Dienstleistungen weiterhin offline, also auf Papier und an den Schaltern der Stadt Zug erhältlich seien.

Aus der Antwort des Stadtrates auf das FDP-Postulat betreffend zeitgemässe Kommunikation Schule – Eltern an Stelle von Papierflut ist weiter zu entnehmen, dass in der Portallösung eZug auch das Schulwesen integriert werde. Die bereits existierende Fachapplikation Scolaris wird damit durch ein Elternportal erweitert. «Dieses Elternportal – inklusive Kommunikationslösung zwischen Eltern, Lehrpersonen und Schulverwaltung – integrieren wir in die Plattform eZug», schreibt der Stadtrat im Bericht. Das Elternportal sei mehr als nur eine Kommunikationsplattform. Es biete einen umfassenden Überblick und zahlreiche Aktionsmöglichkeiten für die Eltern, wie etwa Stundenpläne, Absenzen, Umfragen oder Kursanmeldungen. Da es sich beim Schulwesen ebenfalls um heikle Daten handelt, schenke die Stadt der Datensicherheit besondere Beachtung. «Dank der elektronischen Identitätslösung in eZug stellen wir sicher, wem wir Zugriff gewähren. Und da das Elternportal direkt an die Scolaris-Datenbank angebunden ist, haben wir Gewissheit, nicht auf einer veralteten Datenkopie zu arbeiten», heisst es weiter in der Vorlage. So sehe ein Elternteil nur die eigenen Kinder. «Die fortgeschrittene elektronische Unterschrift in eZug erlaubt es Eltern zudem, online und rechtsgültig Aktionen abzuschliessen, falls dies nötig ist.» Zum Zeitpunkt schreibt der Stadtrat folgendes: Sobald das besagte Elternportal zur Verfügung stehe, werde man mit der Anbindung an die Plattform eZug beginnen, «um möglichst bald, aber nicht später als im ersten Quartal 2021, die Anwendung auf alle Klassen ausrollen zu können». Der Bericht des Stadtrates zum FDP-Postulat wurde an der Sitzung vom 2.Juni zur Kenntnis genommen.