Bald wird das Dorf zum «Casino Legor»

Mit der traditionellen Grindufhänkete in Oberägeri wurde die diesjährige Fasnacht eröffnet. Das Motto nimmt Bezug auf die Aktualität.

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Spritziger Auftakt zur Oberägerer Fasnacht: Der Legor wird aufgehängt und mit Champagner geduscht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Spritziger Auftakt zur Oberägerer Fasnacht: Der Legor wird aufgehängt und mit Champagner geduscht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Legorenvater Michi I. alias Michi Rogenmoser schränkte vor der Fasnachtseröffnung am Donnerstagabend, der ersten in der Innerschweiz, im persönlichen Gespräch zwar ein, in diesem Jahr handle es sich um eine «gewöhnliche Fasnacht» – das im Gegensatz beispielsweise zu 2009, als die 175. Legorenfasnacht begangen wurde. Der anschliessende Umzug durchs Dorf und die traditionelle, farbenfrohe und musikalisch von der Fasnachtsvergrabe-Musig und den beiden Guggenmusigen F’Ägerer und Papagenos umrahmte Grindufhänkete machten allerdings einmal mehr deutlich, dass in Oberägeri auch eine scheinbar ordinäre Fasnacht immer extraordinär ist – und immer viel Neues bringt.

Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
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Neu ist selbstverständlich das Motto, das in diesem Jahr auf die wirtschaftliche Aktualität Bezug nimmt. «Casino Legor» heisst es und deutet an, dass die Welt zum Casino wird. «Der Legor ist die sicherste Währung. Mit ihr kann man auch in hundert Jahren noch Orangen kaufen. Beim Euro ist das schon am Güdelmändignicht mehr so sicher», schreibt der Legorenvater im diesjährigen Fasnachtsführer. «Dieses Chaos um Schulden, Bunga-Bunga-Politiker und Währungen hat uns zum diesjährigen Motto inspiriert.»

Neu sind jedes Jahr auch die Ehrendamen, die Michi I. an den offiziellen Anlässen während der Fasnacht flankieren und schmücken werden und jeweils aus dem grossen Pool hübscher, junger Oberägerinnen rekrutiert werden. In diesem Jahr kommt diese Aufgabe den beiden 20 Jahre jungen Damen Gabriela Desax und Chiara Iten zu. «Es hat mich sehr gefreut, als ich für dieses Amt angefragt wurde, und ich erachte es als grosse Ehre», freut sich Gabriela Desax.

Neuigkeiten zuhauf

Ganz neu, und das ist aussergewöhnlich, sind in diesem Jahr die Gewänder der Wagenbauer. Auch die Guggenmusig Papageno zeigte sich am Donnerstagabend in einem neuen Kleid. Neu ist schliesslich auch die «Falkä-Fasnacht», die der ehemalige Legorenvater Armin I. Schönmann am 4. Februar im Restaurant Falken durchführen wird. Und neu sind schliesslich auch die Sprüche von Spielleiter Urs Iten alias Hans Kuony, der zu diesem letzten Anlass zum Besten gab: «Am 4. Horner gits öpis nüs, da chönder üch freue, die erstch Falkefasnacht im Ried unnä. Diä wo gönd, tönds sicher nöd bereuä. De Chef vo dem Lokal verstahd nämli öpis vo Fasnachtä, das chani ü sägä. De hed nämi nöd viel anders gmacht i sim Läbe.» Und zum Fasnachtsmotto: «Casino Legor – ä Aspielig natürli of d Eurokrisä und uf Griechä, wo a dä Dütschä ihres Geld bruchid die Fisä.»

Das kann und wird schön werden. Oder wie es an der Grindufhänkete und während der ganzen Fasnacht so schön heisst: «Ime beständige Wohlsi und ime drüfache Läbi – hoch, hoch, hoch, äxtra hoch.»

Thomas Wyss/ Neue ZZ