Der Bau auf dem Chamer Papieri-Areal schreitet planmässig voran

Die Arbeiten am CO2-neutralen Energiesystem laufen auf Hochtouren, und der Rohbau der Lorzenbrücke steht.

Tijana Nikolic
Drucken
Teilen
Aus der Vogelperspektive sind die Ausmasse der Baustelle des Papieri-Areals in Cham eindrücklich ersichtlich.

Aus der Vogelperspektive sind die Ausmasse der Baustelle des
Papieri-Areals in Cham eindrücklich ersichtlich.

Bild: Beat Bühler/PD

Trotz Coronakrise schreiten die Bauarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik Cham weiter voran. Nachdem bis Ende letzten Jahres die Rückbauten abgeschlossen worden waren, erfolgte im Januar der Baustart für das CO2-neutrale Energiesystem. Das Energiekonzept des Papieri-Areals sieht vor, dass das Quartier mit Wasserkraft, Erdsonden und Solarstromanlagen versorgt wird. «Ein signifikanter Anteil des Stroms wird durch ein eigenes Flusskraftwerk sowie Solaranlagen erzeugt. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt durch Erdsonden im Untergrund und durch die Nutzung des Flusswassers aus der Lorze», erklärt Lukas Fehr, Leiter Entwicklung der Cham Immobilien AG.

Aktuell werde die Bodenplatte für die Energiezentrale betoniert. Der Aushub dazu sei bereits abgeschlossen. Seit Anfang Februar laufen auch die Aushubarbeiten für die drei Wohnbauprojekte der ersten Etappe. Bereits fertig gestellt wurde im März zudem der Rohbau der neuen Lorzenbrücke, die künftig das Areal von der westlichen Seite erschliessen wird. Ebenfalls ist teilweise mit dem Rückbau von Gebäudeteilen und Anlagen auf dem Gebiet Nord gestartet worden.

«Die Hauptarbeit der letzten Monate bestand aus Detailabklärungen mit verschiedenen Ämtern und Behörden, Architekturwettbewerben und den Planung der Erschliessung mit Wasser, Strom und Abwasser», sagt Rolf Ineichen, Gemeinderat und Vorsteher Planung und Hochbau Cham. Aber auch Baustellenerschliessungen, Eingaben von Baugesuchen sowie der Verkauf der ersten Wohnungen aus der ersten Bauetappe seien Eckpfeiler der bisher geleisteten Arbeit. «Gleichzeitig wurden auf dem ganzen Areal verschiedene Rückbauten von Gebäuden, Gebäudeteilen und Einrichtungen durchgeführt», so Ineichen. Die Baugesuche, die noch ausstanden, wie beispielsweise für das Hochhaus L oder den Kesselplatz, seien mit einer einzigen Ausnahme zwischenzeitlich bewilligt worden und rechtskräftig. «Die Ausnahme betrifft das Turbinenhaus, bei dem die entsprechenden kantonalen Bewilligungen noch ausstehen», erläutert Ineichen.

Bis 2022 werden 150 Millionen investiert

«Zusammenfassend auf die Baugesuche der ersten Etappe gesehen gab es darauf rund zehn Einsprachen, was angesichts der Komplexität und des Umfangs eher wenig ist», findet Ineichen. Zudem konnten alle Einsprachen im Gespräch mit den Gegenparteien und mit daraus resultierenden diversen kleineren Projektanpassungen bereinigt werden, soweit sie nicht als unbegründet zurückgewiesen werden mussten. «Weiterführende juristische Schritte waren keine nötig», so Ineichen.

Laut Lukas Fehr werden bis 2022 für die Arealerschliessung, die aufwendige Energiezentrale sowie drei weitere Hochbauprojekte der ersten Bauetappe rund 150 Millionen Franken investiert. Die geplante, förmliche Grundsteinlegung für das Gesamtareal erfolge aufgrund der Coronasituation voraussichtlich im Juni. Der Cham Immobilien AG sei es ein grosses Anliegen, dass die Arbeiter so gut wie möglich gegen Ansteckungen durch das Coronavirus geschützt seien. Dazu werden Stichproben gemacht, ob sich die Unternehmer an die Vorgaben des BAG halten. Zusätzlich wird die Mittagspause durch die verantwortlichen Unternehmen gestaffelt organisiert.