BAU: Zuger Fussgänger leben immer gefährlicher

Ein Fassadenteil löst sich und verletzt einen Passanten. Dass Zugern die Decke auf den Kopf fällt, geschieht nicht zum ersten Mal im Kanton.

Christian Glaus
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Die rund ein Quadratmeter grosse Verkleidung fiel aus knapp sieben Metern Höhe auf einen Passanten und verletzte ihn. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die rund ein Quadratmeter grosse Verkleidung fiel aus knapp sieben Metern Höhe auf einen Passanten und verletzte ihn. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Absperrgitter stehen neben dem Eingang zum Kleidergeschäft PKZ beim Bundesplatz in der Stadt Zug. Sie sichern jenen Bereich, wo vorgestern ein Fussgänger verletzt wurde. Wie aus heiterem Himmel fiel ein Fassadenteil herunter und traf den Passanten am Kopf. Der 62-Jährige hatte grosses Glück: Obwohl die Verkleidung aus fast sieben Metern Höhe auf ihn fiel, erlitt er lediglich eine Platzwunde.

Die Immobilienverwalterin, die Regimo Zug AG mit Sitz in Baar, wollte sich gestern auf Anfrage nicht zum Vorfall äussern. Es sei eine Person verletzt worden und die Polizei habe eine Strafuntersuchung eingeleitet, wurde der Entscheid begründet. Nicht einmal Worte des Bedauerns wurden ausgesprochen.

Dass Fassadenteile herunterfallen oder die Glasscheiben einer Fensterfront brechen, ist im Kanton Zug kein Einzelfall. Ein prominentes Beispiel ist das Kantonsspital in Baar. Gleich zweimal sind dort seit der Eröffnung im Sommer 2008 so genannte Lüftungsflügel aus Grünglas explosionsartig zerbrochen. Dort kam niemand zu Schaden.

Auffallend ist, dass häufig Glasplatten zerbrechen und herunterfallen. Und solche werden in den letzten Jahren öfter eingesetzt. Wird das Leben für die Fussgänger also gefährlicher? In der Branche würde man diese Frage gerne mit Nein beantworten. Doch das kann Markus Stebler, Präsident der Schweizerischen Zentrale Fenster und Fassaden, nicht: «Das Risiko ist bei höheren Gebäuden und bei einer Glasfassade tatsächlich grösser.»