BAUBEWILLIGUNGEN: Oft kommen die Hinweise aus der Bevölkerung

Kürzlich wurde im Freiamt eine grosse Zahl von Bussen wegen Verstössen gegen Bauvorschriften publik. Wie sieht es im Kanton Zug damit aus? Eine Nachfrage in drei Gemeinden.

Raphael Biermayr
Drucken
Teilen
Bauarbeiten. (Symbolbild Neue LZ)

Bauarbeiten. (Symbolbild Neue LZ)

Die Freiämter Gemeinde Merenschwand sorgte für Aufsehen: Binnen 33 Monaten wurden vom Gemeinderat nicht weniger als 46 Bussen wegen fehlender Baubewilligungen ausgestellt – über gesamthaft 32 300 Franken (Ausgabe vom 1. Dezember). Im Kanton Zug dürfen die Gemeinden nicht selbst büssen. Sie können Bausünder bei der Staatsanwaltschaft anzeigen – können, müssen aber nicht in jedem Fall (siehe Box). «In der Regel erfolgt eine Anzeige», sagt der Rischer Bauchef Ruedi Knüsel. Die Zahl der Verzeigungen sei aber gering, «es ist ein stärkeres Bewusstsein für die Notwendigkeit von Baugesuchen vorhanden», hat Knüsel festgestellt.

Er führt das auf die publik gewordenen Fälle in den letzten Jahren zurück. Der jüngste ist der des Zuger Kantonsrats Moritz Schmid (SVP, Walchwil), der nicht bewilligte Bauten an seinem Ferienhaus in Arth abbrechen muss. In Risch beschäftigte ein Nachbarschaftsstreit jahrelang Bund, Kanton und Gemeinde. Dieser Fall ist gemäss dem Bauchef abgeschlossen, und dem Rischer Bauern sind die umstrittenen Baubewilligungen erteilt worden. Gemäss Ruedi Knüsel gilt die Faustregel: «Im Zweifelsfall soll man ein Baugesuch stellen.» Dieses koste mindestens 300 Franken und richte sich nach dem Volumen des Bauvorhabens sowie dem administrativen Aufwand für die Behörden.

In jedem Fall eine Anzeige

Im Amtsblatt erkennt man die Überführten nicht bewilligter Bautätigkeiten an der Bezeichnung «bereits erstellt» im Text zu einem Baugesuch. Die Behörden ihrerseits erfahren oft durch Hinweise von Bausündern. Der Menzinger Bauchef Martin Kempf kennt Personen, die alle aufliegenden Baugesuche im Rathaus anschauen würden. Er hat in seinen 14 Jahren im Gemeinderat zunehmend festgestellt, dass illegale Bauten aus der Bevölkerung gemeldet werden. «Im Allgemeinen haben sich Bauwillige früher eher mit der Nachbarschaft ausgetauscht», schildert er. In der weitläufigen Gemeinde gebe es jährlich «fünf bis zehn» Anzeigen wegen fehlender Baugesuche respektive -bewilligungen. Darunter finden sich nach Angaben von Kempf nicht nur Klassiker wie Wintergärten oder Stützmauern, sondern auch häufig Umnutzungen. Beispielsweise, wenn Gewerberäume zu Wohnzwecken genutzt werden. Gemäss Kempf würde «aus Fairnessgründen» in jedem Fall Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

In Baar setzt man auf den Dialog. Gemäss Urs Spillmann, dem Leiter der Abteilung Planung/Bau, kläre man stets die Hintergründe ab, um abzuwägen, ob eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft erfolgt oder nicht. Generell gebe es in der zweitgrössten Zuger Gemeinde lediglich vereinzelte Fälle fehlender Baubewilligungen respektive nicht eingereichter Baugesuche.

Raphael Biermayr