BAUDIREKTION: Zug streicht Autobahn-Anschlüsse aus Richtplan

Der Kanton Zug will seinen Richtplan anpassen. Vorgesehen sind zahlreiche Änderungen wie die Streichung von zwei Autobahn-Halbanschlüssen oder die Sicherung von Skiabfahrten.

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Im Bereich Steinhausen Süd ist kein Autobahn-Halbanschluss mehr geplant. (Archivbild Christof Borner-Keller / Neue LZ)

Im Bereich Steinhausen Süd ist kein Autobahn-Halbanschluss mehr geplant. (Archivbild Christof Borner-Keller / Neue LZ)

Der kantonale Richtplan in Zug hat das Ziel, die Raumentwicklung im Kanton auf eine mittlere Frist von 15 bis 20 Jahren festzulegen. Konkret will der Kanton Zug in den Bereichen Siedlung, Landschaft, Verkehr und Entsorgung Änderungen anbringen.

So soll der Autobahn-Halbanschluss Bibersee(zwischen den Autobahnanschlüssen Zug und Affoltern am Albis) aus dem Richtplan gestrichen und nicht realisiert werden. Die verkehrstechnischen Vorteile seien gering, schreibt die Zuger Baudirektion in einer Mitteilung. Zudem entlaste die neue Strasse Grindel-Bibersee das Dorf Steinhausen schon heute vom Durchgangsverkehr. Ein Anschluss Bibersee sei zudem mit hohem baulichen Aufwand, etwa dem Bau einer Brücke, verbunden.

Hier führt auch langfristig keine Strasse durch: Die Verlängerung der General-Guisan-Strasse soll aus dem Zuger Richtplan gestrichen werden. (Bild: PD)

Hier führt auch langfristig keine Strasse durch: Die Verlängerung der General-Guisan-Strasse soll aus dem Zuger Richtplan gestrichen werden. (Bild: PD)

Ebenfalls nicht realisiert werden soll der Halbanschluss Steinhausen Süd. Nicht verlängert werden soll dadurch auch die General-Guisan-Strasse. Die Baudirektion begründet die Streichung aus dem Richtplan mit der Freihaltung der Lorzenebene als «grüne Lunge» der Agglomeration Zug. «Eine Tieferlegung dieser Strasse wäre mit hohen Kosten und riesigen technischen Bauwerken verbunden», heisst es weiter.

Zur Verbesserung der Verkehrssituation sollen neue Strassen in Rotkreuz in den Richtplan aufgenommen werden. So soll die Industriestrasse verlängert werden (inkl. Anschluss an den nördlichen Kreisel bei der Autobahn). Für die Weiterführung an die Holzhäusernstrasse stehen zwei Varianten offen.

Aus dem Richtplan gestrichen werden soll der Neubau derHaltestelle Rotkreuz Ost auf dem Netz der SBB zwischen Rotkreuz und Hünenberg Chämleten. Sie liege aus Kapazitätsüberlegungen und aus betrieblicher Sicht ungünstig. Ein anderer Standort komme derzeit nicht in Frage, heisst es weiter.

Neues Kapitel für Skiabfahrten

Neu in den Richtplan aufgenommen werden soll dieSicherung der Skiabfahrten im Kanton Zug. Konkret heisst dies, dass in Zukunft die Gemeinden die entsprechenden Abfahrten in ihren kommunalen Planungen berücksichtigen sollen, damit die Abfahrten bei genügend Schnee befahrbar bleiben. Angeregt hatte dies der SAC Rossberg. Der Zugerberg habe zwar als Folge der wachsenden Mobilität und der Entwicklung der umliegenden Skigebiete an Bedeutung verloren, sagte Kantonsplaner René Hutter vor den Medien. In den vergangenen Jahren hätten aber viele den Zuger Hausberg mit der Tschuopis- und Steren-Abfahrt wieder entdeckt, wenn es denn Schnee hatte.

Zug kein Windkanton

Mit Blick auf die Energiestrategie 2050 des Bundesrates wird das Kapitel Energie neu gefasst. Formuliert sind Planungsgrundsätze, die die Verwendung von erneuerbaren Energien stärken sollen. So unterstützt der Kanton etwa die Sonnenenergie. Solaranlagen sollen grundsätzlich in bestehenden Bauten integriert werden. Freistehende Anlagen ausserhalb der Bauzonen seien unerwünscht. Eine untergeordnete Rolle spielt die Windenergie. Noch offen ist das Potenzial der Geothermieim Kanton Zug. Abklärungen zu Chancen und Risiken der Stromgewinnung aus Tiefengeothermie sind im Gange. Zudem wird ein Gesetz zur Nutzung des Untergrundes vorbereitet.

Weiter in den Richtplan aufgenommen werden unter anderem die Renaturierung von acht Bächen. Aktualisiert wird die Karte der archäologischen Fundstätten.

pd/rem/sda

Hinweis:
Der kantonale Richtplan liegt bis am 18. März 2014. Die Bevölkerung ist eingeladen, Vorschläge einzubringen. Alle Infos auf: www.zg.ch/raumplanung