Baufirma patzt bei Verkehrsführung in Baar

In Baar beansprucht ein Kran teilweise eine Gemeindestrasse. Die Verkehrsfläche reicht für Autos, nicht aber für die Fussgänger.

Marco Morosoli
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Im Bereich der Baustelle ist für die Fussgänger kein Platz mehr.

Im Bereich der Baustelle ist für die Fussgänger kein Platz mehr.

Bild: Marco Morosoli (Baar, 31. Juli 2020)

Die konkrete Verständigung unter den Verkehrsteilnehmern ist die erste Voraussetzung, um Unfälle zu vermeiden. Das gilt vor allem dann, wenn Gewohnheiten im Spiel sind. In diese Kategorie gehören zum Beispiel Strassen. Ist es notwendig, diese zu verengen, dann sind die Verkehrsflächen so zu gestalten, damit sämtliche Bewegungen gefahrlos machbar sind.

In der Lorzenmattstrasse in der Gemeinde Baar scheint es einer Bauherrschaft egal zu sein, ob die vorgenannte Auflage erfüllt ist oder nicht. Bei Kontrollgängen an drei Tagen in den vergangenen zwei Wochen zeigt sich, dass die Verkehrsfläche für die Autos und diejenige der Fussgänger nicht wie von der Gemeinde gefordert klar getrennt sind.

Nach Vorlegen einer Fotografie der besagten Baustelle räumt Silvan Meier, er ist der Kommunikationsfachmann der Gemeinde Baar, ein, dass die besagte Baustelle in zwei Punkten gegen die Auflagen der Gemeinde verstosse. Einerseits seien die mit einem Sicherheitsband verbundenen Leitplanken nicht so gesetzt, dass die Verkehrsfläche zwischen den Fussgängern und den Autos klar abgetrennt ist. Andererseits besetzt die Bauherrschaft den Strassenkörper über Gebühr. Wie Meier erklärt, ist die Bauherrschaft gehalten, den vom gemeindlichen Reglement geforderten Zustand am Abend nach Arbeitsschluss wieder herzustellen. Einzig temporär kann diese Vorgabe durchbrochen werden.

Gemeinde kann Baustelle nicht täglich kontrollieren

Der Kommunikationsfachmann der Gemeinde will festgehalten haben, dass die Baustellen-Installation dem Baarer Reglement entspreche. Die Abteilung Sicherheit/Werkdienst habe zudem zusammen mit einem Verkehrsplanungsbüro die Verkehrssicherheit auf der Lorzenmattstrasse beurteilt und ein temporäres beidseitiges Parkverbot während der Bauarbeiten beantragt. Das Parkieren in einer Tempo-30-Zone sei gemäss Meier «grundsätzlich erlaubt».

Der Mediensprecher der Gemeinde Baar versichert glaubhaft, dass «der Bauherr und das ausführende Bauunternehmen über die Mängel bei der besagten Baustellen informiert worden sind». Die verantwortlichen Mitarbeiter der Baufirma, die in Baar ihren Sitz hat, scheinen für die Anordnungen der Gemeinde kein Gehör zu haben. Dabei geht es nur um zwei Punkte, welche die Gemeinde an dieser Baustelle einfordert. Die Leitplanken sind so zu stellen, um den Fussgängern einen sicheren Durchgang zu gewähren. Gemäss Meier hat zum nicht reglementskonformen Zustand auch die lokale Kehrichtabfuhr beigetragen. Sie habe die Leitplanken versetzt und den geforderten Zustand nicht wiederhergestellt. Bei der Abteilung Sicherheit/Werkdienst hätte sich, so Meier, bis anhin niemand wegen der Baustelle beschwert. Da jedoch die zuständigen Fachkräfte nicht jeden Tag alle Baustellen in der Gemeinde Baar abklappen könnten, sind Anwohner gebeten, Verstösse wider das Reglement zu melden.

Der Kran wird im besten Fall schon 2020 abgeräumt

Auf Anfrage hat die Gemeinde sich auch mit der Beleuchtung der Baustelle befasst und erläutert dazu: «Die Baustellenlampen sind nur an der eigentlichen Baustelle zwingend notwendig und dienen der Wahrnehmung der Baustelle und nicht der Fussgänger.» Da im Baustellenbereich Strassenlaterne in der Nacht für gute Sicht sorgen würden, brauche es im besagten Fall auch keine zusätzlichen Lichtquellen. Wie ebenfalls aus der Gemeinde Baar zu erfahren ist, soll der Kran und damit die Verengung schon in diesem Jahr Geschichte sein. Dies, weil die Bauarbeiten «nach Plan laufen».