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Baujuwel in der Stadt Zug soll «sanft» saniert werden

Die «Villa Hotz» an der Chamerstrasse steht auf unsicherem Boden, der sich allerdings seit fast 70 Jahren «ruhig» verhält. Die Stadt will lieber keine schlafenden Hunde wecken und entscheidet sich deshalb für eine leichte Auffrischung.
Andreas Faessler
Das repräsentative Gebäude an der Chamerstrasse 1 steht auf unsicherem Boden. Deshalb entscheidet sich die Stadt für eine Sanierung «light». Bild: Werner Schelbert (Zug, 22. Juni 2018)

Das repräsentative Gebäude an der Chamerstrasse 1 steht auf unsicherem Boden. Deshalb entscheidet sich die Stadt für eine Sanierung «light». Bild: Werner Schelbert (Zug, 22. Juni 2018)

Das Haus an der Chamerstrasse 1 könnte man als Musterbeispiel ortsbildprägender Architektur aus vergangener Zeit anführen – erst recht angesichts des grossen Verlustes vergleichbarer historischer Bausubstanz Zugs in den vergangenen Jahrzehnten: Das repräsentative, in zartem Altrosa gefasste Gebäude mit Krüppelwalmdach, Dachreiter und turmartig flankierten Gauben hat etwas Schlösschenhaftes. Die «Villa Hotz» wurde ab 1927 vom Zuger Architekten Dagobert Keiser für Alois Hotz errichtet.

Neobarocke Formen und feinste Elemente des Jugendstils vereint das herrschaftliche Haus in sich. Es ist im Bundesinventar der schützenwerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung aufgeführt. Auch aus Sicht der Denkmalpflege des Kantons Zug ist das erste seeseitige Haus an der Chamerstrasse von «grösster architektur- und sozialgeschichtlicher Bedeutung», weshalb sie eine Unterschutzstellung empfiehlt.

Vom Herrenhaus zum Übergangswohnheim

Im Jahre 1986 wurde das Haus, welches seit 1978 im Besitz der Stadt Zug ist, schonend umgebaut und seinem neuen Zweck übergeben: Es dient seither bis heute der Stiftung Phönix als Übergangsheim für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung zur sozialen und beruflichen Rehabilitation.

Von aussen nicht wahrnehmbar, steht das Gebäude jedoch auf problematischem Grund: Die Villa ist den Verschiebungsbewegungen und Kippungen des instabilen Bodens entlang des Seeufers ausgesetzt. Bereits seit 1929 wird der Untergrund hier messtechnisch überwacht. Die Stadt hat nun eine vollständige Sanierung der Liegenschaft prüfen lassen. Diese würde sogenannte Erdbebenertüchtigungsmassnahmen umfassen sowie Verbesserungen des Baugrundes, eine Nutzungserweiterung und eine gründliche Sanierung der bestehenden Bausubstanz – zwecks längerfristigem Werterhalt.

Weil aber im Zuge dieser weitreichenden Eingriffe eine allgemeine Lastenerhöhung die Folge wäre, bestünde die Gefahr, dass der Untergrund wieder in Bewegung geraten könnte; dieser nämlich ist seit 1950 «ruhig» geblieben. Deshalb hat der Stadtrat entschieden, von der eben beschriebenen Gesamtsanierung der Liegenschaft abzusehen. Zu gross sei das Risiko von weiteren Bodensetzungen, erst recht in Anbetracht der hohen Kosten von rund 6,8 Millionen Franken, welche die Gesamtsanierung zur Folge hätte. Das wäre «fern jeglicher Wirtschaftlichkeit», hält der Stadtrat fest.

Weitere Nutzung als Wohnhaus

Jetzt soll die Villa Hotz stattdessen «sanft und sinnvoll» saniert werden, wodurch eine «nutzungsgerechte Werterhaltung mit der gesamthaft wirtschaftlich günstigsten Lösung» angestrebt wird. Diese Sanierung habe keine zusätzlichen Lasten zur Folge und umfasse keine Eingriffe in die bestehende Struktur, hält der Stadtrat fest. Planung und Ausführung erfolgen unter Einbezug der Denkmalpflege. Die Renovationen betreffen unter anderem den Brandschutz, das Beheben von altersbedingten Bauschäden, allgemeine Aus- und Verbesserungen, Ersatz von Küche und Nasszellen sowie partielles Auffrischen und Erneuern von Installationen, damit sie den aktuellen Standards entsprechen. Mit diesen Massnahmen werde die Nutzung des Gebäudes als Wohnhaus festgeschrieben, erklärt der Stadtrat weiter. Es sei vorgesehen, dass die bisherige Mieterin, die Stiftung Phönix, längerfristig im Haus eingemietet bleibe.

Baustart im Dezember

Die Gesamtkosten für die Arbeiten sind mit 2,01 Millionen Franken veranschlagt – die Kosten des im Juli 2017 bewilligten Projektierungskredites von 190 000 Franken sind darin enthalten. Der Grosse Gemeinderat wird voraussichtlich an der Sitzung vom 28. August über die Vorlage beraten. Die Baueingabe erfolgt bereits im Verlaufe des Juli, damit nach erteilter Baubewilligung gleich mit den weiteren Planungsarbeiten losgelegt werden kann. Der Baustart erfolgt im Dezember 2018. Im Oktober 2019 soll alles fertig sein.

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