Gemeindeversammlung
Baukredite sorgen für grosse Skepsis bei den Steinhauser Ortsparteien

Grundsätzlich stimmen die Parteien mit den Anträgen des Gemeinderats für die kommende Gemeindeversammlung überein. Für Stirnrunzeln sorgen aber zwei Tiefbauprojekte.

Vanessa Varisco
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An der kommenden Gemeindeversammlung entscheiden die Steinhauser Stimmberechtigten über den Baukredit von 1,9 Millionen Franken, um das Regenwasser im Bereich der Mattenstrasse/Eschen umzuleiten. Wie der Vorlage zur Gemeindeversammlung zu entnehmen ist, sieht das Projekt vor, das Regenabwasser aus dem Quartier Matten/Eschen neu in die Regenabwasser-Transportleitung der Zugerstrasse einzuleiten. Deshalb soll eine neue Leitung von der Hochwachtstrasse bis zum Mattenweg und zur Escherstrasse erstellt werden. Somit schliesst die neue Abwasserleitung an der Hochwachtstrasse an der bereits bestehenden Regenabwasserleitung an, welche zu jener an der Zugerstrasse führt.

Die Geschäfte

Die Gemeindeversammlung Steinhausen vom 3. Dezember (Beginn 20 Uhr im Gemeindesaal) wird folgende Geschäfte behandeln:

  • Protokoll der Gemeindeversammlung vom 3. September 2020;
  • Budgets 2021; 
  • Finanzplan 2021 bis 2024;
  • Finanzstrategie 2021 bis 2028;
  • Baukredit für die Sanierung und die Strassenraumgestaltung der Knonauerstrasse, Abzweiger Unterfeld bis SBB-Überführung;
  • Baukredit für die Regenabwasserleitung Mattenstrasse, Hochwachtstrasse bis Mattenweg, und Eschenstrasse;
  • Baukredit für die Sanierung der Blickensdorferstrasse, Abzweiger Tannstrasse bis Gemeindegrenze;
  • Baukredit für provisorische Schulräumlichkeiten im Sunnegrund;
  • Interpellation der SP und der Grünen Steinhausen betreffend «Schulraum bedarfsgerecht und zukunftsorientiert».

Nicht Teil des Projekts ist die Gesamtsanierung der Strasse inklusive einer Tempo-30-Zone. Für einige Vertreter der Parteien ist das unverständlich. Martin Hotz vom Leitungsteam CVP Steinhausen fasst die Parolen der Partei so zusammen: «Die CVP Steinhausen ist der Ansicht, den Bau solcher Regenwasserableitungen grundsätzlich nur dann durchzuführen, wenn gleichzeitig der entsprechende Strassenabschnitt saniert werden muss.» Dies sei vorderhand bei der Eschen- und Mattenstrasse nicht der Fall. Begründet wird der Vorschlag von der Partei damit, dass dieser Ansatz kostengünstiger und für die Anwohner mit weniger Immissionen und Einschränkungen verbunden wäre.

Auch bei der lokalen FDP stösst das Vorhaben auf Ablehnung. Sie fordern, dass die Sanierung der Regenwasserleitung nur im Rahmen einer Gesamtsanierung mit Tempo 30 umgesetzt werden soll. Schliesslich seien auch Schulweg und Kindergarten in unmittelbarer Nähe, wie es Parteipräsident Mario Reinschmidt formuliert habe. Die Partei stütze diese Ansicht grossmehrheitlich. Auch bei der SP und den Grünen aus der Gemeinde stösst dieses Projekt auf Skepsis.

Tannstrasse soll saniert werden

Doch dies ist nicht der einzige Baukredit, welcher an der Gemeindeversammlung eingeholt werden soll. Ein weiterer ist für eine Strassensanierung vorgesehen. Das Projekt umfasst die Sanierung im Abschnitt Tannstrasse bis zur Gemeindegrenze Baar. Eine Verbreiterung der Fahrbahn ist nicht vorgesehen. Das Projekt soll möglichst schnell durchgeführt werden, weshalb die Blickensdorferstrasse grösstenteils gesperrt werden soll.

Überzeugt sind einige Parteien aus der Gemeinde nicht, vor allem den Kredit betrachten sie als kritisch. Chrisitian Bollinger, Präsident der SP Steinhausen, schreibt auf Anfrage: «Bei der Sanierung der Blickensdorferstrasse ist die Koordination mit der Weiterführung in der Gemeinde Baar nicht ersichtlich.» Die örtliche FDP findet es ebenfalls «unverständlich», dass die Arbeiten nicht gemeinsam mit dem Baarer Teil umgesetzt werden. Weshalb sich die Partei bei ungenügender Erläuterung vorbehalte, den Baukredit abzulehnen. Die Grünen bezeichnen dieses Vorgehen auch als wenig bürgerfreundlich.