Bauprojekt
Ein Kreisel soll helfen, den Unfallschwerpunkt vor der Reussbrücke nach Sins zu entschärfen

Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen pro Tag von Cham durch den Herrenwald in Richtung Sins betrug 2017 gemäss einer Zählung der Baudirektion 14'200 Fahrzeuge pro Tag. Bis 2040 soll dieser Wert auf knapp 20'000 Autos ansteigen. Belässt der Kanton den gegenwärtigen Zustand, bleibt die Unfallgefahr im Bereich der Kreuzung hoch. Der Langsamverkehr wäre der grosse Leidtragende.

Marco Morosoli
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Die Kreuzung an der Sinserstrasse Richtung Hünenberg soll durch einen Kreisel ersetzt werden.

Die Kreuzung an der Sinserstrasse Richtung Hünenberg soll durch einen Kreisel ersetzt werden.

Bild: Maria Schmid, (Sins, 10. April 2021)

Die Verbindung von der Lorzenebene in Richtung Freiamt gewann in den letzten Jahren stark an Bedeutung. Mittlerweile verkehren laut einer Zählung im Jahr 2017 auf der Sinserstrasse rund 14'200 Fahrzeuge pro Tag in Richtung des Kantons Aargau. Die Verkehrsplaner gehen davon aus, dass dieser Wert im Jahr 2040 auf knapp 20'000 Gefährte pro Tag anwachsen soll. Das wäre eine Steigerung um rund einen Drittel. Unter diesen Umständen erachtet es die Baudirektion des Kantons Zug als angezeigt, die Kreuzung beim Zollhaus kurz vor dem Reussübergang in einen ellipsenförmigen Kreisel umzubauen. Auf diesen treffen die Strassen aus Cham, Hünenberg, dem Zollhaus-Weiler und aus Richtung Sins.

Renate Huwyler.

Renate Huwyler.

Bild: Stefan Kaiser

Im gleichen Aufwisch soll auch der Langsamverkehr im Kreiselbereich neu organisiert werden. Oberstes Gebot ist, wie aus dem kürzlich veröffentlichen Kantonsratsbeschluss hervorgeht, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Die Hünenberger Gemeindepräsidentin Renate Huwyler pflichtet dem bei und sagt: «Durch den geplanten Kreisel wird der Knoten grundsätzlich sicherer und der Verkehr flüssiger. Der Gemeinderat ist froh, wenn der Kreisel so schnell als möglich realisiert wird.» Huwyler sagt dies auch, weil im kommenden Herbst die Umfahrung Sins in Betrieb geht. Danach rolle, so die Gemeindepräsidentin, noch mehr Verkehr über den Knoten Zollweid.

Die Gemeinde Hünenberg sieht ihre Forderungen nicht erfüllt und hat Einsprache gegen das Bauprojekt eingereicht

Renate Huwyler musste nun aber zur Kenntnis nehmen, dass der Kanton weder die direkte Fussgängerverbindung von der Drälikonerstrasse zur südlichen Zollweid noch die Markierung von Fussgängerstreifen weiterverfolgte. Diese Massnahmen hatte die Gemeinde Hünenberg bei der öffentlichen Auflage eingefordert. Huwyler liegt noch etwas anderes sehr am Herzen:

«Der Fussgängerstreifen und die Fahrradfurten zum Überqueren der Kantonsstrasse sind insbesondere wichtig für einen sicheren Schulweg.»

Der Gemeinderat habe deshalb gegen das Auflageprojekt Einsprache erhoben. In der Einsprache werde gefordert, einen Fussgängerstreifen über die Hauptverbindung (Sinserstrasse) zu markieren. Das Verfahren läuft.

Die nächstoberen Instanzen müssen dabei sprichwörtlich Gas geben. Das Kantonsparlament soll den Beschluss zum Kreisel bereits im Oktober 2021 fassen. Frühester Baubeginn könnte dann das Jahr 2022 sein. Wie dem Papier der Baudirektion zu entnehmen ist, könnte der Zollhauskreisel in höchstens sieben Monaten erstellt sein. Es ist vorgesehen, das Projekt ab dem zweiten Quartal 2022 in Angriff zu nehmen. Es muss dabei die Reussbrücke im Sommer 2022 für rund fünf Wochen komplett gesperrt werden. Es sei geplant, auf dem Bauplatz jeweils von Montag bis Samstag im Schichtbetrieb zu arbeiten. Um die langen hellen Tage optimal zu nutzen, hat die Bauherrschaft entschieden, die Sanierung und Neuerstellung des Kreisels Zollhus im Schichtbetrieb voranzutreiben. Das ergäbe um die zwölf Stunden im Tag.

Strassenabwasser reinigt eine Anlage unmittelbar in der Nachbarschaft des Kreisels

Um das auf der Kreiselanlage Zollhus anfallende Regenwasser nicht ungeklärt ins Wiesland versickern zu lassen, baut der Kanton im Bereich Zollweid und Sinserstrasse eine sogenannte Strassenabwasserreinigungsanlage. Dies muss sein, da der Kreisel in einer Grundwasserschutzzone zu liegen kommt. Die einfache Kläranlage in der Struktur eines bepflanzten Sandfilters entsteht gemäss neusten Vorgaben. Um das Regenwasser in die Filteranlage leiten zu können, sind auf dem Strassenkörper Ableitungen eingeplant. Der Unterhalt der Anlage kostet pro Jahr rund 8000 Franken. Die Filterschicht muss gemäss Projektbeschrieb alle 15 bis 20 Jahre ausgetauscht werden. Für die Bauarbeiten sind 3,1 Millionen Franken eingeplant. Sie sind Bestandteil des Strassenbauprogramms 2014–2022, das bis 2026 verlängert wurde.