BAUPROJEKT: Vorzeitiger 6-Spur-Ausbau Blegi - Rütihof?

Dem Kanton Zug bietet sich unverhofft die Chance, den A4-Engpass zwischen Blegi und Rütihof zügig beseitigen zu können. Voraussetzung dafür ist die einvernehmliche Erledigung zweier Einsprachen.

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Heinz Tännler, Baudirektor des Kantons Zug. (Bild Martin Heimann/Neue ZZ)

Heinz Tännler, Baudirektor des Kantons Zug. (Bild Martin Heimann/Neue ZZ)

Der Beschluss des Bundesrates vom (gestrigen) Mittwoch, ein weiteres Paket zur Stützung der Wirtschaftslage zu schnüren, hat für den Kanton Zug erfreuliche Konsequenzen, wie die Baudirektion mitteilt. Der Bund will nämlich zwei Projekte beschleunigen, die der Beseitigung von Engpässen auf Nationalstrassen dienen. Eines dieser Vorhaben ist der 6-Spur-Ausbau der A4 zwischen Blegi und Rütihof im Kanton Zug. Laut Mitteilung des Bundesamtes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) ist vorgesehen, die Realisierung des 6-Spur-Ausbaus um zwei Jahre vorzuziehen. Der Baubeginn würde demnach nicht erst 2011 erfolgen, sondern bereits im Herbst des laufenden Jahres.

Vom Bund als dringend und wichtig erachtet
Der Bundesratsentscheid, neben der 6-Spur-Erweiterung Härkingen - Wiggertal auch das Ausbauprojekt im Kanton Zug vom Stabilisierungsprogramm profitieren zu lassen, basiere vor allem auf drei Faktoren: Erstens beurteilt der Bund die beiden Vorhaben als besonders dringlich und wichtig. Zweitens erachtet er das Kosten-Nutzen-Verhältnis als gut und drittens weisen die beiden Projekte bereits einen baureifen Zustand auf. Mit dem vorzeigen Baubeginn beim 6-Spur-Ausbau Blegi - Rütihof würde der Bund Nettoausgaben von rund 16 Millionen Franken ins Jahr 2009 vorziehen. Für den Bau des gesamten Projektes (Bauzeit etwa zwei Jahre) sind grob 135 Millionen Franken vorgesehen.

Hoffen auf Rückzug von Beschwerden 
Die Inanspruchnahme der Stützungsgelder setzt allerdings voraus, dass die noch hängigen Rechtsverfahren zügig abgeschlossen werden können. Nachdem der Bund Anfang Januar 2009 die Plangenehmigung erteilt und alle Einsprachen im Rahmen der Projekt-Auflage abgewiesen hatte, verzichteten die meisten der Einsprechenden, unter anderen die Gemeinde Cham, auf einen Weiterzug an das Bundesverwaltungsgericht. Derzeit sind zwei Beschwerden gegen die Plangenehmigung anhängig. wie es weiter heisst. Baudirektor Heinz Tännler ist zuversichtlich, angesichts der Bedeutung des 6-Spur-Ausbaus mit den Beschwerdeführenden einvernehmliche Lösungen zu finden und hofft, diese zum Rückzug ihrer Eingaben veranlassen zu können. Gesprächstermine sind bereits vereinbart.

Mit der bevorstehenden Eröffnung der A4 durch das Knonaueramt am 13. November 2009 wird das A4-Nadelöhr zwischen Blegi und Rütihof einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt. Ohne 6-Spur-Ausbau droht dem Kanton Zug Ausweichverkehr in die anliegenden Gemeinden. Die Beseitigung dieses Engpasses geniesst deshalb nicht nur beim Bund höchste Priorität (Modul 1), sondern ist gemäss der Medienmitteilung auch für den Kanton Zug von grösster Dringlichkeit.

scd