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BAUSTELLE: Neubau der Mittelschule Menzingen nimmt Gestalt an

Die Kantonsschule Menzingen befindet sich in einem Komplettumbau. Ein Rundgang auf der Baustelle zeigt: Die Schule ist auf Kurs – nicht nur, was die Räumlichkeiten betrifft.
Carmen Rogenmoser
In den Zuger Kantonsschulen ist der Platz knapp. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

In den Zuger Kantonsschulen ist der Platz knapp. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Zehn Meter geht es unter dem grossen Neubau der Kantonsschule Menzingen (KSM) in die Tiefe. Vor einiger Zeit klaffte hier noch das grosse Loch für die neue Zweifachturnhalle, die unter dem Boden entsteht. Jetzt ist davon nichts mehr zu sehen. Auf der Baustelle für den Um- und Neubau der KSM geht es vorwärts. «Der Rohbau ist abgeschlossen», bestätigt Architekt Samuel Bünzli vom Architekturbüro Bünzli & Courvoisier, die den Projektwettbewerb 2011 für sich entschieden haben. Im Laufschritt soll es weitergehen: In einem Jahr steht die Züglete an. Zu tun gibt es noch einiges. Das zeigt ein Rundgang auf der Baustelle.

Die Orientierung ist zu Beginn gar nicht so einfach. Was ist neu, was alt? Dieser Eindruck ist allerdings durchaus gewollt. «Die neuen Gebäude sollen sich in das bestehende Ensemble integrieren», erklärt Bünzli. Das war das Bestreben der Architekten, aber auch Vorgabe der kantonalen Denkmalpflege. Denn das ehemalige Lehrerinnen-Seminar Bernarda, das seit 2002 durch die Kantonsschule genutzt wird, ist denkmalgeschützt. Das Bauwerk aus den späten 1950er-Jahren wurde von den Zuger Architekten Hans Anton Brütsch, Alois Stadler, Leo Hafner und Alfons Wiederkehr errichtet. «Die Komposition der Anlage ist fein abgestimmt», sagt der Architekt und führt aus: «Jedes Gebäude hat beispielsweise eine eigene Farbe, die sich insgesamt nur leicht von den anderen unterscheidet.» Es habe fast keine baulichen Wiederholungen geben, was den Planungsaufwand umso grösser machte.

Von den fünf bestehenden Gebäuden durften zwei abgebrochen werden. Das war zum einen das ehemalige Wohnhaus der angehenden Lehrerinnen und zum anderen die Einfachturnhalle. Beide werden in ähnlichen Volumen wieder aufgebaut. Dort, wo das Wohnhaus stand, entsteht momentan der neue Schulhaustrakt. In den sieben Etagen werden Lehrerzimmer, Unterrichtsräume und Fachzimmer für die Naturwissenschaften untergebracht. Insgesamt wird Platz geschaffen für 450 Schüler, doppelt so viele wie heute.

Jede Schulklasse hat ihre eigene Zone

Die «Eckwerte ‹Ein Zimmer – eine Klasse – eine Lehrperson› sind heute nicht mehr im selben Masse gültig wie früher», sagt Rektor Markus Lüdin. Will heissen: Statt Klassenzimmern gibt es Unterrichtszimmer. Die Schüler wechseln bei jedem Fach das Zimmer. Ihnen stehen stattdessen Studierzonen zur Verfügung. Dort wird es Platz geben für die persönlichen Dinge und für den Austausch. Auf jeder Etage des Neubaus gibt es diese Zonen, die auch eine unglaubliche Aussicht bieten. Mit jeder Etage wird der Blick etwas weiter. Zuoberst – wo dereinst die Zimmer für Naturwissenschaften untergebracht sein werden, sieht man bis nach Zürich. «Die ETH und die Uni Zürich sind immer im Blick», sagt Lüdin und lacht.

Die restlichen drei Gebäude – die Kapelle, die Mensa und das ehemalige Schulgebäude – behalten ihre Substanz, werden aber stark ausgebaut. So müssen alle erdbebensicher und rollstuhlgängig gemacht werden. Die Raumeinteilung des ehemaligen Schulgebäudes etwa wurde komplett umgestaltet. Statt eher kleinen Klassenzimmern entstanden grosse Räume. Unterrichtet wird hier Bildnerisches Gestalten und Musik. Durch eine geschlossene Passage gelangt man dann direkt in die neue Mediathek. Diese findet in der ehemaligen Kapelle ihren Platz. Das eigentliche Highlight der Schule ist aber im Untergrund: der Theatersaal. Der bestehende Saal wird nun modernisiert. «Welche Schule hat schon einen Konzertraum mit Orchestergraben?», fragt Rektor Lüdin. Er freut sich sichtlich über die Fortschritte des Projekts und ist stolz auf das, was in den nächsten Monaten noch entstehen wird. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass das Projekt auf Kurs ist, sowohl terminlich, wie finanziell. Die Kosten von rund 111 Millionen Franken (96 Millionen für den Bau und 15 Millionen für den Landerwerb) können voraussichtlich eingehalten werden.

Unter Schutz stehen nicht nur die Gebäude, sondern auch die Umgebungsgestaltung. «Ernst Cramer ist einer der berühmtesten Gartengestalter der Schweiz, aber fast nichts mehr ist erhalten», sagt Architekt Bünzli. In Menzingen wird auch diese Gestaltung wieder zum Leben erweckt. So wird etwa der Vorplatz beim Haupteingang in den grafisch aufgebauten weissen und schwarzen Steinen wieder erstellt. Auch die Komposition rund um die Gebäude, wo sich Treppen, kleine Gärten und Teiche abwechseln, werden aufgewertet. «Die Schüler werden viel Platz zum Verweilen haben», sagt Markus Lüdin. Das sei wichtig, denn die KSM sei eher eine Tagesschule oder ein Campus. Die Schüler bleiben den ganzen Tag auf dem Schulareal.

Grosse Vorfreude

Für die KSM ist das nicht die erste grosse Veränderung: Im letzten Jahr wurde das Kurzzeitgymnasium eingeführt. Per Schuljahr 2012/13 wurde das Angebot zudem um neue mathematisch-naturwissenschaftliche und wirtschaftlich-rechtliche Schwerpunktfächer eingeführt. Damit konnte die Kantonsschule Zug, die unter Platzmangel leidet, entlastet werden (siehe Nachgefragt). Die KSM kann auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückschauen und sich gleichzeitig auf die Zukunft freuen. Das bestätigt Rektor Markus Lüdin: «Das ganze Umbauprojekt wird von der Lehrerschaft getragen.» Viele arbeiten in Fachgruppen mit und halfen dabei, die Räume zu komponieren. «Wir erleben hier etwas Einmaliges: Wir können der Didaktik, die wir für die KSM entwickelt haben, nun auch die passenden Räumlichkeiten geben.»

Jene in Menzingen schafft mit dem gegenwärtigen Um- und Ausbau nun Abhilfe. Der Blick vom Dach des neuen Gebäudes zeigt das Ausmass der Baustelle. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Jene in Menzingen schafft mit dem gegenwärtigen Um- und Ausbau nun Abhilfe. Der Blick vom Dach des neuen Gebäudes zeigt das Ausmass der Baustelle. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Im nächsten Jahr werden dort 450 Schüler unterkommen. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Im nächsten Jahr werden dort 450 Schüler unterkommen. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Mittelfristig braucht es noch mehr Platz. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Mittelfristig braucht es noch mehr Platz. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Ruhezonen vor dem Schulhaus. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Ruhezonen vor dem Schulhaus. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Der Blick vom Dach des neuen Gebäudes zeigt das Ausmass der Baustelle (oben). Der Rohbau ist abgeschlossen. Momentan sind die rund 120 Arbeiter mit dem Innenausbau beschäftigt (unten). (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

Der Blick vom Dach des neuen Gebäudes zeigt das Ausmass der Baustelle (oben). Der Rohbau ist abgeschlossen. Momentan sind die rund 120 Arbeiter mit dem Innenausbau beschäftigt (unten). (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 18. Juli 2017))

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