BEAT VILLIGER: «Ich habe nicht im Hintergrund lobbyiert»

Mit 37 zu 36 Stimmen entschied sich der Kantonsrat für die Aufstockung der Zuger Polizei um 7,5 Stellen. Die Minderheit wollte fünf beziehungsweise zehn Polizisten mehr. Was sagt der zuständige Regierungsrat dazu?

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Sicherheitsdirektor Beat Villiger. (Bild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Sicherheitsdirektor Beat Villiger. (Bild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Sind Sie enttäuscht?
Beat Villiger: Ich war überrascht über die hohe Zustimmung zu Anträgen nach zusätzlichen Stellen. Die Sicherheit geniesst im Parlament einen hohen Stellenwert. Die Diskussion hat auch gezeigt, dass die Meinung deutlich vorherrscht, keine lokalen Dienststellen zu schliessen. Im Rat wurde heute differenziert abgestimmt. Ich bin froh, dass der Rat die 7,5 Stellen für die Jahre 2009/11 akzeptiert hat.

In Ihrer Sicherheitsanalyse kamen Sie zum Schluss, dass die Polizei 17,5 Stellen mehr benötigt. Hat Ihnen die Regierung in den Rücken geschossen?
Villiger: Ich habe einen Fachbericht verfasst, und die Regierung hat eine politische Wertung vorgenommen. Das habe ich akzeptiert. Ich bin Demokrat und Mitglied einer Kollegialbehörde. So habe ich auch nicht im Hintergrund lobbyiert. Für mich geht die Rechnung nicht auf, die Polizeiposten beizubehalten und dafür nicht mehr Polizisten zu haben. Aufgrund der Sitzung müssen die Fragen der Polizeistellen und des Personalbedarfs sicher nochmals überprüft werden.

Wie geht es jetzt weiter?
Villiger: Der Regierungsrat wird sich aufgrund der CVP-Motion mit der Frage der Beibehaltung der Polizeidienststellen noch vertieft befassen müssen. Dabei werden die Meinungen der Gemeinden, der personelle und kostenmässige Aufwand und die allfällige zusätzliche Personalunterbringung in Zug untersucht werden müssen. Die wenigen Leserbriefen zum Thema könnten ein Indiz sein, dass dies die Bevölkerung weniger interessiert als die Gemeinden. Jedenfalls gab es aus der Öffentlichkeit keinen Druck auf den Regierungsrat.

Es wurde heute mehrfach gesagt, dass die polizeiliche Präsenz sich auf das Sicherheitsgefühl auswirkt.
Villiger: Das Thema Sicherheit hat viele objektive und subjektive Aspekte. Heute schon haben wir eine zunehmende Belastung der Polizisten. Der Beruf ist anspruchsvoller und gefährlicher geworden.

Interview von Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.