BEBAUUNGSPLAN BELVEDERE: Noch wird die heisse Kartoffel herumgereicht

Die Belvedere-Gegner wollen nach dem Ja zum Projekt weiterkämpfen. Doch noch halten sie sich bedeckt.

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Das bestehende Personalhaus beim Zuger Kantonsspital: Ein zweites hohes Gebäude würde die Lebensqualität der Bewohner wegen mehr Schatten beeinträchtigen, sagt die IG Hofmatt.  (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Das bestehende Personalhaus beim Zuger Kantonsspital: Ein zweites hohes Gebäude würde die Lebensqualität der Bewohner wegen mehr Schatten beeinträchtigen, sagt die IG Hofmatt. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

«Wir sind enttäuscht. Aber wir haben mit allem gerechnet», sagt Martin Spillmann-Parazzini, Präsident der IG Hofmatt. Enttäuscht sei man im Quartier, dass der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) am Dienstag den Bebauungsplan klar abgesegnet hat. «Wir werden jetzt sicher nicht zurücklehnen.» Im Klartext: Die IG, die seit Beginn gegen das Belvedere-Projekt ankämpft, will dies auch weiter tun. Ob sie dafür das Referendum ergreifen wird, ist noch offen. «Wir warten die Publikation des Ratsbeschlusses im ?Amtsblatt? ab.» Der Beschluss wird nach Auskunft der Stadtkanzlei nächsten Freitag erscheinen. Danach hat die IG 30 Tage Zeit, 500 Unterschriften zu sammeln. Gemäss einer Mitteilung der IG Ende Februar hätten sich bis zu diesem Zeitpunkt schon 200 Zuger dem Gegner-Komitee «für Masshalten am Seeufer» angeschlossen. «Heute sind es mehr», sagt Spillmann-Parazzini.

«Zeit ist Geld»
Deshalb blickt er einer Abstimmung zuversichtlich entgegen. Und: «Der GGR hat unter Zeitdruck entschieden.» Zwar könne er verstehen, dass es beim vorliegenden Projekt um viel Geld gehe, «und Zeit ist Geld». Aber der Rat habe sich über sonst gültige Schutzregeln hinweggesetzt. Damit spricht der IG-Präsident den Schattenwurf der zwei Hochhäuser an. Der so genannte Zwei-Stunden-Schatten würde die umliegenden Gebäude beeinträchtigen, kritisierte die IG im Januar. Die Investoren hätten diesen Sachverhalt falsch dargestellt. Eine Überprüfung durch die Stadt zeigte, dass der Schatten tatsächlich zwei Gebäude übermässig tangiert. Der Zwei-Stunden-Schatten sei zwar nicht im zugerischen Gesetz geregelt, was aber nicht heisse, dass die Schutzregel irrelevant sei, so Spillmann-Parazzini. «In anderen Kantonen, wie auch im Hochhaus-freundlichen Zürich würde das Gesetz Hochhäuser so nicht zulassen.»

Yvonne Anliker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.