Bebauungsplan Helgenhüsli der Korporation Unterägeri muss angepasst werden

Gegen den Bebauungsplan wurde eine Beschwerde beim Regierungsrat eingereicht. Angepasst werden muss in erster Linie die maximale Anzahl Parkplätze.

Carmen Rogenmoser
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So könnte der KMU-Park Helgenhüsli aussehen.

So könnte der KMU-Park Helgenhüsli aussehen.

Visualisierung: PD

Sie können Zündstoff jeder Diskussion über Bauprojekte werden: Parkplätze. Den einen hat es grundsätzlich zu wenige, den anderen generell zu viele. Auch beim künftigen KMU-Park Helgenhüsli in Unterägeri sind sie Thema. Gegen den Bebauungsplan der Korporation, der Anfang 2019 zum zweiten Mal öffentlich auflag, wurde beim Regierungsrat Beschwerde eingereicht.

In zwei von insgesamt sieben Punkten wurden diese nun gutgeheissen. Unter anderem geht es dabei eben um Parkplätze. Minimal 254 bis maximal 285 Abstellplätze sind vorgesehen. Das sei zu viel, so der Beschwerdeführer. Der Regierungsrat gibt ihm Recht. Im Bericht heisst es: «Vorliegend sieht die kommunale Bauordnung eine Mindestanzahl von 264 Abstellplätzen vor. Dabei kann die zusätzliche Wohnfläche, welche aus den Attikageschossen resultiert, mitberücksichtigt werden.» Ein Arealbebauungsbonus könne nicht geltend gemacht werden und generell sei von der Grundnutzung auszugehen. Miteinberechnet werde auch die Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.

Maximal 254 statt 285 Parkplätze

Mit dieser Rechnung kommt die kantonale Baudirektion, die dafür zuständig ist, auf eine Spannweite der Anzahl Parkplätze zwischen 199 und 242. «Die in der aktuell formulierten Bebauungsplanbestimmung vorgesehene Anzahl Parkplätze überschreitet die erwähnte Spannweite deutlich», heisst es weiter. In diesem Fall würde sich eine Emissionsbegrenzung aufdrängen. Die Bauordnung sieht hingegen eine Mindestzahl von 264 Parkplätzen vor. Daher erweise sich eine maximale Anzahl in der Höhe von 254 als angemessen, so die Baudirektion. Die entsprechende Bestimmung, Ziffer 15 im Bebauungsplan, muss umformuliert werden: «Es dürfen maximal 254 Parkplätze erstellt werden.»

Umformuliert werden muss als zweiter Punkt auch Ziffer 25, bei der es um Lärmemissionen geht. Neu soll es heissen: «Für alle Baubereiche gilt die Empfindlichkeitsstufe ES III. An den Südfassaden der Baufelder E, F, G und H dürfen keine ungeschützten Fenster zu lärmempfindlichen Räumen von Wohnnutzungen angeordnet werden. Für die Belichtung von lärmempfindlichen Räumen sind transparente Fassadenbauteile zulässig.» Zu korrigieren sei dies, laut Bericht, weil die aktuelle Bestimmung teilweise unpräzise beziehungsweise falsch gewählt wurde. Massgebend sei nicht Artikel 31 der Lärmschutz-Verordnung, sondern Artikel 29.

Werden diese Änderungen vorgenommen, könne der Bebauungsplan genehmigt werden, so der Regierungsrat. «Da für den Bebauungsplan Helgenhüsli noch kein konkretes Bauprojekt ausgearbeitet wurde, können die Reduktion der Parkplätze und die Massnahmen des Lärmschutzes in die weiterführende Planung aufgenommen werden», erklärt Korporationsschreiber Thomas Hess auf Nachfrage. Die Auflagen würden bei der künftigen Planung vollumfänglich berüchtigt.

Keine Verzögerung für das Bauprojekt

Auf der Wiese zwischen dem bestehenden Industriegebiet und dem in den nächsten Jahren entstehenden Quartier Zimel ist im Rahmen des Bebauungsplans ein Handwerker-Zentrum für 20 bis 30 Unternehmen geplant. Auch Wohnräume sind vorgesehen. Mit den acht Gebäudekörpern, bestehend aus 14 Modulen soll auf dem Land ein urbanes Quartier entstehen. Im Rahmen einer Urnenabstimmung wurde dem Bebauungsplan im November 2018 zugestimmt.

Die noch leere Parzelle Helgenhüsli in Unterägeri.

Die noch leere Parzelle Helgenhüsli in Unterägeri.

Bild: Stefan Kaiser (15. Mai 2017)

Der Beschwerdeentscheid des Regierungsrates liegt noch bis Montag, 10. August, auf der Gemeindeverwaltung in Unterägeri und dem Sekretariat des Amts für Raum und Verkehr an der Aabachstrasse in Zug öffentlich auf. Innert 30 Tagen kann Verwaltungsbeschwerde erhoben werden. Zu einer Verzögerung führt das bei der Korporation aber nicht. «Die Korporation beginnt mit der weiterführenden Planung von konkreten Bauprojekten erst nach definitiver Genehmigung des Bebauungsplans Helgenhüsli», so Hess.

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Carmen Rogenmoser