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Leserbrief

Befreite Briten

«London bleibt gespalten», Ausgabe vom 2. April

Jeden Tag, wenn ich Medien lese, nehme ich zur Kenntnis, dass in London Chaos herrscht, und dass der harte Brexit für die Briten eine Katastrophe darstellt.

Ich bin da ganz anderer Meinung. Das Empire ist zwar nicht mehr, was es vor 40 Jahren war, aber es hat immer noch mehr Erfahrung und Stil, als es die EU je haben wird. Sollte es zum harten Brexit kommen, sind die Briten von den engen EU-Fesseln befreit und können bilaterale Verträge machen, mit wem sie wollen. Mit der Vereinbarung, die scheinbar so gut ist, weil sie wohl Wenige in der Schweiz gelesen haben, sind die Briten bei allen zukünftigen Verträgen auf die Zustimmung der EU angewiesen. Was für eine Demütigung für die Briten. Die EU schreibt in ihrer unbegrenzten Überheblichkeit ehemaligen Weltmächten vor, mit wem sie verhandeln dürfen. Die deutschen Medien allen voran die Frankfurter Allgemeine überbieten sich an Respektlosigkeit: «Das undisziplinierteste Kabinett in der Geschichte». Damit beweist die FAZ, dass sie von der jahrhundertealten Parlamentsgeschichte der Briten keine Ahnung hat. Diese Anstandslosigkeit zieht sich durch, weil alle Medien EU-hörig sind.

Ich bin überzeugt, dass May strategisch ganz geschickt vorgeht. Warum stellt sich niemand die Frage, ob sie nicht ganz bewusst auf einen harten Brexit hinarbeitet, wohlwissend, dass dieser für die Briten das Beste ist? Sie würde sich hierbei in eine Reihe brillanter britischer Politiker stellen.

Erstaunlich ist auch, dass niemand das Verhandeln der EU in Frage stellt. Wie gegenüber der Schweiz muss festgestellt werden, dass die EU völlig unfähig ist, auf Augenhöhe zu verhandeln. Sie kann nur drohen und erpressen und hat es bei den Briten halt nicht mit Bücklingen zu tun wie in Bern. Mit einem harten Brexit verliert die EU auf der ganzen Linie und wird dann enorm Mühe haben, die EU überhaupt noch zusammenhalten zu können.

Dass unter diesen Vorzeichen in der Schweiz überhaupt noch über das Rahmenabkommen diskutiert wird, ist mir völlig unverständlich und kann nur damit erklärt werden, dass auch hier nur die Reichen und die Konzerne das Sagen haben. Denn sie sind die Einzigen, die von der EU profitieren.

Michel Ebinger, Rotkreuz

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