Leserbrief

Begrenzungsinitiative: Auf das Volk vertrauen

«Alle gegen die SVP – auch die Statistik», Ausgabe vom 17. September

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Unabhängig, ob man sich zur Begrenzungsinitiative bekennt oder nicht, was und wie am Montag bis spät in die Abendstunde im Nationalrat in Bern diskutiert wurde, stimmt mich mehr als nachdenklich. Festgefahrene Meinungen wurden in langatmigen Reden vorgetragen auf einem teilweise bedenklichen sprachlichen Niveau, geschweige denn von deren Inhalt. Hüben und drüben wurden Behauptungen aufgestellt, die gar nicht überprüft werden konnten. Angstszenarien wurden doziert. Nur wenige sind auf die Argumente auf des anderen eingegangen. Viele Voten haben sich gar nicht auf das traktandierte Thema bezogen. Der Ratsbetrieb wurde für den persönlichen und parteipolitischen Wahlkampf missbraucht. Wollen wir solche Mitglieder im Parlament? Fühlen wir uns durch sie vertreten? Ich vertraue darauf, dass die Wählerinnen und Wähler diese Selbstdarstellung durchschauen und am 20. Oktober den richtigen Entscheid und die richtige Wahl treffen.

Peter R. Hofmann, Oberägeri


Diese Woche diskutierte das Parlament die Begrenzungsinitiative der SVP, welche die Personenfreizügigkeit mit der EU kündigen möchte. Die SVP verkennt dabei jedoch, dass nicht die Zuwanderung per se das Problem ist, sondern der Missbrauch der Sozialwerke durch Ausländer.

Um dies zu bekämpfen, müssen wir unsere Gesetze konsequenter anwenden. Diese besagen eigentlich, dass nur Ausländer in unserem Land leben dürfen, welche hier Arbeit haben.

In der Praxis bleiben diese jedoch nach einem Arbeitsplatzverlust in der Schweiz und belasten unsere Sozialwerke.

Aufgrund des Fachkräftemangels sind ausländische Arbeitskräfte für die Schweiz unverzichtbar. Mit der Begrenzungsinitiative wären mühsame Bewilligungsverfahren für neue Arbeitskräfte nötig. Dies schadet unserer Wirtschaft und vernichtet Jobs.

Sagen wir Nein zur Begrenzungsinitiative und wenden wir dafür unsere Gesetze konsequenter an, um unsere Sozialwerke zu schützen.

Gian Brun, Präsident Jungfreisinnige Kanton Zug, Nationalratskandidat FDP, Hünenberg