Leserbrief
Bei den Wahlen im Herbst braucht es eine ausgeglichene Beteiligung aller

Zu den anstehenden Wahlen im Herbst 2019 und den dazu dominierenden Themen

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Es ist beeindruckend, wie viele junge, bestens ausgebildete Frauen sich für die Wahlen zur Verfügung stellen. Auffallend ist allerdings, dass plötzlich und quasi aus dem Nichts ganze Heerscharen von bisher politisch komplett desinteressierten Frauen in die Politik strömen. Interessanterweise zuhauf bei den links-grünen Parteien, die alle auf dem Hype von Greta aus Schweden die Macht an sich reissen wollen. Auch wenn es für Anwohnerinnen und Anwohner in den Städten lustig sein mag, wenn ein Fahrverbot für Auswärtige kommt und die eigenen Parkplätze weiterhin staatlich subventioniert werden.

Auch noch mehr Umweltvorschriften für KMU-Betriebe kann man gerne fordern, wandern halt ein paar Betriebe ins Ausland ab. Über fehlende Ausbildungsplätze jammern wir dann später. Bessere Isolation der Mietshäuser ist dringend nötig, wenn die Mieten dann steigen, weil das jemand zahlen muss, kann man ja problemlos auch noch mehr staatliche Zuschüsse verlangen. Die ebenso wichtigen Probleme mit den Arbeitsplätzen für Leute über 50? Was kümmert das die jungen Frauen, für die ist Lohndiskriminierung (ob eine dieser Kandidatinnen wirklich davon betroffen ist) und zu wenig Frauen in den Managementpositionen ein Problem. Auf gut Deutsch heisst das, ältere Männer sollen gefälligst den Platz für junge Frauen frei machen.

Ob wirklich alle Ü50-Männer finden, man müsste das System so ändern, wie das die Klimastreiker fordern? Der Umweltschutz steht sein vielen Jahren auf der Agenda. Zu behaupten, wir hätten nichts getan, ist mehr als dümmlich. Das Problem ist die Masse an Leuten, die – dem gewachsenen Wohlstand sei dank – sich immer mehr leisten können. Oder wer konnte vor 20 Jahren für 50 Franken in die Ferien fliegen? Es braucht eine ausgeglichene Beteiligung aller, nur auf einen Hype zu setzen, macht es eher schlechter als besser.

Karl Künzle, Menzingen