Bei der Geldübergabe schlug die Polizei zu

Dreist ging eine 36-jährige Serbin in der Stadt Zug vor: Sie quasselt so lange auf eine 79-jährige Rentnerin ein, bis diese nachgibt. Doch sie hat die Rechnung ohne zivile Fahnder der Polizei gemacht.

Drucken
Teilen
Gegen Trickdiebe helfen nur eigene Tricks. (Bild: Jals)

Gegen Trickdiebe helfen nur eigene Tricks. (Bild: Jals)

Zivile Fahnder der Zuger Polizei beobachteten am Donnerstag in der Zuger Innenstadt, wie eine Frau diverse Passanten ansprach und diese in Gespräche zu verwickeln versuchte. Kurz vor 16 Uhr hatte sie auf der Gotthardstrasse eine 79-jährige Frau im Visier. Nachdem die Unbekannte rund eine halbe Stunde auf die Rentnerin eingeredet hatte, stiegen die beiden Frauen in einen Bus in Richtung Unterägeri. Die Fahnder verdeckt hinterher.

In der Berggemeinde angekommen, suchte die Rentnerin unverzüglich eine Bank auf. In verdächtiger Manier blieb die Fremde draussen stehen und wartete. In der Schalterhalle sprach ein ziviler Polizist die 79-Jährige an und erkundigte sich nach der Unbekannten. Die Rentnerin erklärte dem Fahnder, dass die Frau von ihrem scheinbar verstorbenen Ehemann sowie aus anderen angeblichen dunklen Kapiteln aus ihrem Leben erzählt habe. Die Dame stecke in Not, weshalb sie dringend Geld benötige. Bereits hundert Franken habe sie der Fremden gegeben, doch diese habe weiter insistiert und zusätzliche tausend Franken gefordert.

Busse und Ausreise

Die Einsatzkräfte spannten noch in der Bank mit der Rentnerin zusammen und vereinbarten, das Geld wie geplant zu übergeben. Einen Augenblick später, gleich nach der vermeintlichen Schenkung, schritten die Polizisten ein und nahmen die 36-jährige Serbin fest.

Nach einer Nacht in Haft musste die Frau am Freitag eine durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug angeordnete Busse in der Höhe von mehreren Hundert Franken bezahlen. Das Amt für Migration ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an und belegte die 36-Jährige mit einem dreijährigen Einreiseverbot. Die als Touristin in der Schweiz weilende Frau muss die Schweiz bis Mitternacht verlassen haben.

Gutmütigkeit ausgenutzt

Die Zuger Polizei rät dringend, nicht auf Geld-Bitten von Fremden einzugehen. Die Erzählungen leidgeprüfter Biographien entsprechen meist nicht den Tatsachen. Vielmehr stehen oft undurchschaubare Gruppen dahinter, die es auf die Gutmütigkeit anderer Leute abgesehen haben. Dreist ist das Vorgehen insofern, als meist gezielt ältere Menschen ins Visier solcher Gauner geraten.

pd/rem