Bei Schoggihasen zählt weiter die Handarbeit

Ostern steht vor der Tür. Zuger Confiserien hoffen auf eine unübliche Chance.

Marco Morosoli
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Bei den Zuger Confiserien gibt es auch dieses Jahr originelle, handgearbeitete Schoggihasen.

Bei den Zuger Confiserien gibt es auch dieses Jahr originelle, handgearbeitete Schoggihasen.

Bild: Maria Schmid
(Zug, 7. April 2020)

Die Zeiten sind schwer – und das fast überall auf dem Planeten Erde. Das ist für uns Westeuropäer unüblich, beschränken sich Krisen in unserem Land doch meist auf solche, über welche die Abendnachrichten berichten. Das Coronavirus hat nun alle kalt erwischt. Das öffent­liche Leben findet derzeit praktisch nicht mehr statt. Das stellt auch die Bäckereien und die Konditoreien vor neue Aufgaben. Ihre Schoggi-Osterhasen müssen die potenziellen Käufer auf den ersten Blick überzeugen, denn am Schaufenster vorbei­gehen und einfach mal gucken, findet derzeit nicht statt.

Eine nicht repräsentative Umfrage bei Zuger Bäckereien/Konditoreien zeigt nun, dass diese trotz des Coronavirus die Produktion von Hasen in Handarbeit weiterhin aufrechterhalten. «Die selber gemachten Osterhasen sind unser Stolz», sagt Adrian Britschgi von der Bäckerei Schlüssel in Menzingen. Gleicht tönt es bei der Bäckerei Hotz/Rust. «Wir beziehen den Grundstoff bei einer externen Firma, alles andere ist Handarbeit», sagt Silvan Hotz. Er ist Eigentümer der Bäckerei Hotz/Rust. Handarbeit bei Osterhasen ist auch bei der Bäckerei Zumbach angesagt. Sie hat den Vorrat an Osterhasen und anderen Leckereien bereits produziert. Die Osterkollektion ist folglich schon fixfertig zum Verkauf bereit. «Wir produzieren keine Ostersachen mehr», lässt eine Zumbach-Sprecherin verlauten. Die Bäckerei Speck könnte immer noch nachlegen.

Bäckereien sind auch im Internet aktiv

Peter Speck hat sich bezüglich Osterhasengestaltung sehr kreativ gezeigt. Er hat einen Hamster-Hasen zusammengebastelt. Grundstoff sind zwei aufeinandergelegte WC-Rollen – derzeit ein gesuchtes Gut. Dieser Mini-Turm wird auf einer Seite zugeklebt. Dann kommt der genau passende Hase in die Röhre und dann noch Schokoladeneier, und fertig ist das edle Ostergeschenk. Der Kreator hat sogar ein lustiges Erklärvideo auf Youtube hochgeladen. Speck macht den Dichter: «Das Virus ist mir einerlei, ich will mein Schokoladenei.»

Eine humorvolle Antwort der Confiserie Speck auf die Corona-Hamsterkäufe der letzten Wochen.

Eine humorvolle Antwort der Confiserie Speck auf die Corona-Hamsterkäufe der letzten Wochen.

Bild: Maria Schmid
(Zug, 7. April 2020)

Silvan Hotz von der gleichnamigen Bäckerei in Baar hat die Hoffnung, dass wie immer in der Karwoche der Verkauf von solchen Osterschleckereien anziehen wird. Ein Treiber könnte sein, dass ja viele Leute zu Hause bleiben müssen, die normalerweise über diese Tage in den Süden fahren. «Statt vor dem Gotthard», so mutmasst Peter Speck, «könnte es bei uns eine Warteschlange geben.» Der Verkauf sei nämlich eine ziemliche Herausforderung, denn es gelte ja, den Distanzvorschriften des Bundes Rechnung zu tragen. Diese besagen, dass sich bloss fünf Menschen «treffen» dürfen. Stünden vier Verkäuferinnen hinter der Theke, hätte es im Geschäft nur noch für eine/n potenzielle/n Käufer/in Platz. Vor eben diesen logistischen Herausforderungen stehen jedoch auch Specks Mitbewerber mit Wurzeln im Kanton Zug.

Setzen die obgenannten Bäckereien auf Eigenproduktion, verkauft derweil die Bäckerei Bossard Schokoladenhasen und andere Osterleckereien der Firma Aeschbacher. Diese hat ihren Ursprung auch im Kanton Zug. Den Produktionssitz hat das Unternehmen aber mittlerweile in den Kanton Luzern verlegt.

Ostern kann kommen. Die Auswahl an Leckereien im Kanton Zug ist gross.