Zug94-Golie ist bei Stress besonders leistungsfähig

Der 20-jährige Ersatztorhüter Alexander Elsener von Zug 94 tanzt auf vielen Hochzeiten und verfolgt seine Ziele mit grossem Ehrgeiz. Das liegt bei ihm in der Familie.

Martin Mühlebach
Drucken
Teilen
Alexander Elsener spielt seit der Fussballschule für Zug 94. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 4. April 2019)

Alexander Elsener spielt seit der Fussballschule für Zug 94. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 4. April 2019)

Alexander Elsener trägt seit dem Besuch der Fussballschule von Zug 94 ununterbrochen die Farben des Zuger Stadtclubs. Zu Beginn der letzten Saison wurde der heute 20-Jährige, 191 Zentimeter grosse und 77 Kilogramm wiegende junge Mann als Ersatztorhüter in den Kader der ersten Mannschaft berufen. Seither ist er im Fanionteam acht Mal zum Einsatz gelangt. Elsener verfügt über ausgesprochen gute Reflexe und überzeugt vor allem auf der Torlinie. Es verwundert nicht, dass Zug 94 mit ihm im Kasten meist als Sieger vom Platz ging. Trotzdem musste er immer wieder hintenanstehen, wenn der Stammtorhüter zur Verfügung stand. Elsener sagt selbstkritisch: «Ich muss mich in der Spielauslösung noch verbessern. Meine Abspiele landen noch zu oft in den Füssen eines Gegners.»

Um diese Schwäche auszumerzen und Erfahrungen zu sammeln, sei er in den vergangenen sieben Jahren in der Sommerpause nach England geflogen, wo er während einer Woche mit englischen Topgoalies trainiert habe. Als Bub habe er von einem Engagement als Profi bei Manchester United geträumt. Heute sehe er ein, dass dieser Traum niemals in Erfüllung gehen wird. «Mein Ziel ist es nun, möglichst bald der Stammtorhüter eines 1.– oder 2.-Liga-Spitzenteams zu werden.» Sein Vorbild ist Franco Costanzo, der ehemalige Spitzentorhüter des FC Basel. «Ich war mehrmals zu Gast im Basler St.-Jakob-Park, um ihn spielen zu sehen. Seine starke Persönlichkeit und seine unglaubliche Ausstrahlung haben mich fasziniert.» Sichtlich erfreut und stolz erzählt Elsener, dass ihm Costanzo einmal eine Weihnachtskarte geschickt habe. «Zu verdanken habe ich die Karte, die heute einen Ehrenplatz in meinem Zimmer einnimmt, einem Freund unserer Familie: Urs Bischof, dem ehemaligen Profi des FC St. Gallen und des FC Luzern, heute als Goldschmied und Künstler in Zug tätig ist.»

Teil einer aktiven Familie

Alexander Elsener ist ein ruhiger, ausgeglichener Mensch, der als Fussballer sowie als Absolvent der ETH Zürich mit Ehrgeiz und Fleiss ans Werk geht. Er verrät: «Den Ehrgeiz habe ich von meiner Mutter Cornelia geerbt, die sich als Balletttänzerin verbessern wollte. Und den Fleiss hat mir mein Vater Martin in die Wiege gelegt, der praktisch Tag und Nacht im familieneigenen Hotel Guggital zum Rechten schaut.» Die Eltern, sein Bruder Christopher, der sich fast täglich aufs Mountainbike schwinge, und seine Schwester Katharina, die nebst dem Besuch der Kantonsschule Zug dem Gesang und Ballett frönt, würden ihn in allen Lebenslagen unterstützen. Dafür sei er unendlich dankbar, betont Alexander Elsener.

Er hat noch ein weiteres Betätigungsfeld, die Politik. Im vergangenen Jahr liess er sich für die FDP als Kandidat für den Grossen Gemeinderat aufstellen. «Als Ur-Zuger interessiere ich mich um das politische Geschehen in unserer Stadt und in unserem Kanton und engagiere mich für die Bildung und die Infrastruktur. Ich möchte die Zukunft zum Wohl der Gesellschaft aktiv mitgestalten», führt er aus. Man glaubt es ihm, wenn er sagt: «Je mehr ich zu tun habe, desto wohler fühle ich mich. Bei Stress bin ich besonders leistungsfähig.»

EVZ-Fan und Single

Wenn er nicht Fussballer geworden wäre, hätte er sich wohl als Eishockeyspieler aufs Glatteis begeben. «Aber nicht als Torhüter – als Flügelspieler», schiebt Alexander Elsener nach. In seiner Jugend sei der damalige EVZ-Star Paul Di Pietro sein absoluter Lieblingsspieler gewesen. Dem aktuellen Zuger Team räumt Elsener «grosse Chancen» ein, den Titel gewinnen zu können. «Das wäre ein unbezahlbarer Erfolg, der dem Zuger Sport wohl noch vermehrt Auftrieb verleihen würde», sagt Elsener, der seit eineinhalb Jahren als Single durchs Leben geht. «Wenn ich die Richtige treffen sollte, wäre ich nicht abgeneigt, wieder eine ernsthafte Beziehung zu knüpfen», bekennt er.