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Zwischennutzung in der Shedhalle: Beim geplanten Museum gibt’s Abstriche

Während die Vorbereitungen für die Zwischennutzung der Shedhalle als Eventhalle, Food-Markt und Spielpark nach Plan laufen, hat das geplante Museumsprojekt im Haus Gartenstadt 2a noch zu wenig Fahrt aufgenommen. Das Projekt wurde deshalb abgespeckt.
Christopher Gilb
Blick in die derzeit leere Shedalle, schon bald sollen hier Food-Stände und Trampolins stehen. (Bild: PD)

Blick in die derzeit leere Shedalle, schon bald sollen hier Food-Stände und Trampolins stehen. (Bild: PD)

Anfang Dezember eröffnete Siemens seinen neuen Campus in Zug. Das heisst auch, dass in der Shedhalle auf dem LG-Areal nun nicht mehr produziert wird. Diese wie das anliegende Haus Gartenstadt 2a sollen bis 2022 zwischengenutzt werden – bis sich die Eigentümer entschieden haben, wie es weitergeht.

Anfang September waren die zwei Projekte dafür vorgestellt worden. Markus Kragler ist Manager des Projekts «Freiruum», das in der Shedhalle realisiert werden soll. Auf der Gesamtfläche von 7600 Quadratmetern soll es einen ständigen Food-Markt mit nationalen und internationalen Köstlichkeiten, eine Eventhalle und einen «Playground», eine Art Spielwelt für Kinder mit Trampolins und anderem geben. «Alles läuft nach Plan», sagt Kragler zufrieden. «Wir sind mit unserem Vorhaben auf sehr viel offene Ohren gestossen und haben auch bei lokalen Firmen viel Zuspruch bekommen.» Derzeit würden nun Verhandlungen über verschiedenste Partnerschaften laufen. «Beispielsweise zur Integration von Küchengeräten in die geplante Showküche», so Kragler. Aber natürlich würde man sich noch über weitere Kontaktaufnahmen freuen. «Es ist ein Projekt von Zug für Zug. Jeder, der etwas beitragen möchte, stösst bei uns auf offene Ohren.»

Jungunternehmer unter den Interessenten

Auch zwischen 15 und 20 Bewerbungen von Gastronomen für die Stände seien bereits eingegangen. «Wir haben uns vorgenommen, diesen Auswahlprozess im Laufe des Januars abzuschliessen», so Kragler. Ziel sei es, für den Anfang zwölf oder zehn Standbetreiber zu finden, später könnten die Konzepte einzelner Stände dann auch wieder wechseln. Unter den Interessierten seien auch einige Jungunternehmer. «Diese sehen die kürzere Laufzeit von wenigen Jahren, also mit überschaubarem Risiko, als gute Chance, sich zu platzieren.»

Während der Umstand, dass es sich um eine Zwischennutzung handelt, beim Projekt Freiruum als Chance gesehen wird, ist es beim Projekt Modi eher ein Hindernis. Modi – das steht für «Museum of Diversity and Inclusion». Der deutsche Sozialunternehmer Andreas Heinecke, bekannt für seine auf der ganzen Welt stattfindenden Ausstellungen «Dialog im Dunkeln» und «Dialog im Stillen», will dieses Museum im angrenzenden Haus Gartenstadt 2a eröffnen. Es soll ein komplett neues Museumskonzept zum Tragen kommen. Ziel sei es, auf den drei Stockwerken möglichst personalisiert für die Themen Ausgrenzung und Diskriminierung in all ihren Facetten zu sensibilisieren.

Mit kleinerer Variante starten

Er habe zwar viele positive Rückmeldungen von Stiftungen erhalten, jedoch bisher leider zu wenig finanzielle Zusagen. «Da etwas Längerfristiges erwartet wird, sowie das Vorhandensein öffentlicher Fördermittel», wie Heinecke sagt. Beides kann er nicht bieten. Aufgeben will er trotzdem nicht. «Auch um mögliche Investoren erleben zu lassen, was wir uns überhaupt vorstellen, wollen wir erst einmal kleiner starten.» Über eine Laufzeit von sechs bis neun Monaten soll deshalb vorerst ein sogenanntes Pop-up-Museum eröffnet werden – mit einem Gesamtvolumen von 850000 Franken statt der ursprünglich geplanten 2,8 Millionen. «Wir werden uns dort auf einzelne Aspekte des Projekts konzentrieren und diese in kompakter Form erlebbar machen.» Weiterhin unterstützt zudem die Marc Rich Foundation das Vorhaben und eine weitere Stiftung, die anonym bleiben möchte, habe kürzlich eine Förderung zugesagt. Damit sei ein gutes Drittel des Pop-up-Museums finanziert. «Wir haben nun gute Aussichten, die restlichen Mittel in den nächsten drei bis vier Monaten beschaffen zu können.»

Zeitplan für die Eröffnungen

Die Eröffnung plant Heinecke im Sommer. Offen scheint aber noch die Standortfrage. «Wir wollen gerne die Option LG-Areal für unser Pop-up-Museum prüfen, müssen aber natürlich sehen, ob sich das finanzieren lässt», so Heinecke.

Bereits in den ersten Monaten des Jahres wiederum eröffnet ein Teil des Projekts Freiruum, und zwar in einer Teilhalle der Shedhalle, die zur Eventhalle mit Platz für 1700 Personen umfunktioniert wird. «Wir haben bereits fünf bis zehn Anfragen für Generalversammlungen und Firmenveranstaltungen erhalten», erzählt Markus Kragler. Geschätzt werde die Grösse der Teilhalle, was in Zug sonst schwierig zu finden sei, und der Fabrikcharakter. «Selbst für eine Hochzeit haben wir bereits eine Anfrage erhalten.» Ab Januar werde die Halle mit Veranstaltungstechnik ausgerüstet und dann ab Februar für Veranstaltungen geöffnet. In den Monaten danach werde der Spielbereich und voraussichtlich nach den Sommerferien auch der Food-Markt eröffnet.

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